Coronafall im Luzerner Neubad: Fünf Mitarbeitende sind in Quarantäne – «für die Gäste besteht keine Gefahr»

Im Neubad in der Stadt Luzern wurde ein Mitarbeitender positiv auf das Coronavirus getestet. Fünf Mitarbeitende befinden sich in Quarantäne. Dominic Chenaux, Geschäftsführer des Neubads, nimmt Stellung zur Situation.

Elena Oberholzer
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Dem beliebten Kulturhaus Neubad an der Bireggstrasse in der Stadt Luzern geht es wie seit Ausbruch der Coronapandemie so vielen anderen Betrieben in der Gastro- und Eventbranche: Die Stimmung ist angespannt, die Zukunft ungewiss. Schritt für Schritt beschliesst der Bund seit Anfang Mai Lockerungsschritte, alle mit neuen Massnahmen, alle mit einem neuen Schutzkonzept. Die jüngste Coronaneuigkeit, welche sich an der Bireggstrasse breit machte: Ein Teammitglied des Neubads hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Getestet wurde die betroffene Person am Sonntag, am Dienstag kam das Resultat.

Das Neubad in der Stadt Luzern.

Das Neubad in der Stadt Luzern.

Bild: Pius Amrein
(Luzern, 12. Oktober 2018)

Nun befinden sich fünf weitere Mitarbeitende des Neubads, welche mit der betroffenen Person in direktem Kontakt waren, in Quarantäne. Rund 100 Personen – Gäste und Mitarbeitende – seien am Mittwoch ausserdem per SMS über den Coronafall im Neubad informiert worden, erklärt Dominic Chenaux, Geschäftsführer des Neubads, auf Anfrage unserer Zeitung. Diese müssen jedoch nicht in Quarantäne, sie wurden lediglich dazu aufgefordert, die ohnehin geltenden Schutzmassnahmen dringend einzuhalten und ihren Gesundheitszustand zu beobachten, so Chenaux. In welcher Position die infizierte Person im Neubad beschäftigt wird, gibt das Neubad aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht bekannt.

Ob sich der Mitarbeitende in Luzern oder im ausserkantonalen Wohnort infiziert hat, «ist und bleibt unklar», schreibt das Neubad in einer Mitteilung. Klar sei aber, unterstreicht Dominic Chenaux, dass aufgrund der getroffenen Massnahmen für die Gäste des Neubads keine grössere Gefahr bestünde, sich mit dem Virus zu infizieren, als überall sonst in der Öffentlichkeit auch.

Zurück zum härteren Schutzkonzept

Aufgrund der steigenden Fallzahlen in der Schweiz und weil Schutzmassnahmen teilweise «zu légère oder nicht eingehalten werden», sei das Sicherheitskonzept des Neubads zum Schutz der Mitarbeitenden und Gästen verstärkt worden. «Wir gehen zurück zu dem Konzept, welches für die ersten Lockerungsschritte entworfen wurde», sagt Chenaux.

Dies sei keine Reaktion auf den infizierten Mitarbeitenden, sondern auf die allgemeine Situation in der Schweiz.

«Wir machen uns mega Sorgen»

, gibt Chenaux am Telefon seinen Gefühlen Ausdruck. Überall sehe man, wie sich die Menschen nicht an die Schutzmassnahmen halten. Für Betriebe wie das Neubad, die existenziell abhängig vom Funktionieren ebendieser sind, ist das doppelt erschreckend. Und Chenaux liegt richtig: In den vergangenen Tagen sind die täglichen Fallzahlen in der Schweiz wieder angestiegen, in den letzten 24 Stunden kamen 137 neue Fälle dazu (Stand 1. Juli 2020).

Bild: Pius Amrein
(Luzern, 12. Oktober 2018)

Zurück zum härteren Schutzkonzept heisst für das Neubad, dass die Mitarbeitenden verpflichtet sind, im Kontakt mit den Gästen bis mindestens am 7. Juli Masken zu tragen. Ausserdem werden die Gäste gebeten, sich die Swiss-Covid-App herunterzuladen. Weiter werden die Kontaktdaten der Gäste nicht mehr mittels einer aufliegenden Liste aufgenommen, sondern im Restaurant wird ein Kontakt pro Tisch erfasst.

Keine eigenen Veranstaltungen

«Seit Ausbruch der Pandemie fanden im Neubad ausschliesslich Fremd-Produktionen und Vermietungen statt», so Dominic Chenaux. Im alten Hallenbad wurden also nur Events von externen Veranstaltern durchgeführt, welche auf die Räumlichkeiten angewiesen waren. Solche Veranstaltungen haben ihre eigenen Schutzkonzepte.

Das Neubad wird – im Rahmen der reduzierten Öffnungszeiten, welche seit der Wiedereröffnung nach dem Lockdown gelten – normal offen bleiben. Am 7. Juli wird das Neubad wie geplant in den reduzierten Sommerbetrieb «La Piazza» übergehen.

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