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Bedingungslose Ausfallentschädigung für Kulturschaffende erhält im Kanton Luzern deutliche Absage

Im Kanton Zürich erhalten Kulturschaffende befristet 3840 Franken pro Monat als Ausfallentschädigung. Dieses Modell wird im Kanton Luzern nicht übernommen.

Alexander von Däniken
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«Wenn eine Idee gut ist, wird sie übernommen», sagte Grüne-Kantonsrat Hans Stutz am Dienstag. Mit der Idee meinte er das Zürcher Modell, wonach Kulturschaffende bis Ende April monatlich 3840 Franken als Ausfallentschädigung erhalten. Abgezogen werden andere Entschädigungen. Stutz forderte mit einem Postulat, dass der Regierungsrat dieses Modell nun auch für den Kanton Luzern prüft.

Das Konzerthaus Schüür in Luzern konnte im Herbst kurzfristig öffnen, musste dann aber schliessen, was Kulturschaffende vor Herausforderungen stellt.

Das Konzerthaus Schüür in Luzern konnte im Herbst kurzfristig öffnen, musste dann aber schliessen, was Kulturschaffende vor Herausforderungen stellt.

Pius Amrein (1. September 2020)

Hintergrund des Zürcher Modells ist, dass die Umsätze von Kulturschaffenden je nach Jahr und Projekt stark variieren. Gängige Entschädigungen stellen jedoch auf Umsatzrückgänge ab, was zu prekären Verhältnissen führen kann. Dies stellte kürzlich auch Musiker Phil Dankner fest.

Die Luzerner Regierung hingegen erklärte, der Kanton Zürich habe das Vorgehen ohne Absprache mit dem Bund beschlossen. Ob das Modell rechtens sei, werde noch geprüft. Ein temporäres Ersatzeinkommen entspräche einem Grundeinkommen für Kulturschaffende, das diese gegenüber anderen Betroffenen ungleich bevorzugen würde. Zudem bestünden bereits mehrere Instrumente, um Kulturschaffenden zu helfen. Eine Mehrheit des Kantonsparlaments erteilte dem Zürcher Modell eine Absage. Die Idee fanden vor allem die Mitglieder der bürgerlichen Parteien nicht gut.