Coronakrise: Steuereinnahmen in der Stadt Luzern werden um fast 14 Millionen Franken einbrechen

Die Coronakrise dürfte die Stadt Luzern massiv Steuereinnahmen kosten. Wobei die neusten, doch düsteren Zahlen laut dem Stadtrat eher «optimistisch» eingeschätzt sind.

Roman Hodel
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Die finanziellen Aussichten für die öffentliche Hand sind wegen der Coronakrise düster, das ist bekannt. Erstmals aber liefert die Stadt Luzern konkrete Zahlen. In der Antwort auf eine Interpellation der CVP mit der Überschrift «Wie geht es wirtschaftlich in der Stadt Luzern weiter?» rechnet der Stadtrat in den nächsten zwei Jahren mit einem Einbruch bei den Steuereinnahmen von 13,8 Millionen Franken – dies entspricht 4,4 Prozent des Gesamtsteuerertrags. Davon entfallen 7,9 Millionen Franken auf das laufende Geschäftsjahr und 5,9 Millionen Franken auf das Geschäftsjahr 2021.

Der Stadtrat weist aber darauf hin, dass diese Einschätzung «mit sehr hohen Unsicherheiten» behaftet ist. Eine verlässlichere Prognose sei erst ab Mitte Oktober möglich, sobald die Akontorechnungen für das Steuerjahr 2020 zugestellt und Rückmeldungen von Kundinnen und Kunden zur Anpassung der Steuerfaktoren verarbeitet worden seien.

Bisher keine vergleichbare Krise

«Wir müssen momentan auf Prognosen abstellen, vieles ist noch unklar, denn es gibt keine vergleichbare Krise», sagte Finanzdirektorin Franziska Bitzi Staub (CVP) am Donnerstag an der Sitzung des Grossen Stadtrats. Glücklicherweise sei Luzern ein KMU-Kanton, aber mit einem kleinen Klumpenrisiko im Bereich Tourismus. Und:

«Es gibt Branchen wie Pharma und Versicherungen, die nicht gross von der Krise betroffen sind und wir haben
davon mehrere grosse Unternehmen in der Stadt.»

Aus heutiger Sicht scheinen die dargestellten Auswirkungen laut Stadtrat eher «auf einer optimistischen Einschätzung» zu beruhen. Angesichts der Tatsache, dass in den vergangenen Jahren jeweils ausserordentliche Mehrerträge bei den Steuerpositionen – vor allem bei den Nebensteuern – resultierten, sei die optimistische Einschätzung vertretbar. Der Stadtrat wird auf Basis der Rechnung 2020 im Frühjahr 2021 eine Gesamtbeurteilung vornehmen und gegebenenfalls Massnahmen ergreifen.

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