Coronavirus
Die Booster-Impfung ist nun auch in der Schweiz zugelassen – Luzern hat schon eine Extrabestellung aufgegeben

Swissmedic hat die Zulassung für die sogenannte Booster-Impfung erteilt. Besonders gefährdete Personen können nun ihren Impfschutz auffrischen. Im Kanton Luzern ist die Verteilung an die Heime bereits geklärt.

Christian Glaus
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Und plötzlich geht es schnell: Das Heilmittelinstitut hat die Zulassung für Auffrischungsimpfungen mit den Impfstoffen von Pfizer/Biontech und Moderna erteilt. Gleichzeitig haben das Bundesamt für Gesundheit BAG und die Eidgenössische Kommission für Impffragen (EKIF) die Impfempfehlung angepasst. Konkret ist die Booster-Impfung für Personen ab 65 Jahren empfohlen.

Für die Auffrischungsimpfungen zuständig sind die Kantone. Sie entscheiden, ab wann sich die berechtigten Personen anmelden können. Gemäss Mitteilung soll ab Mitte November mit den dritten Impfungen begonnen werden.

Bei den Verantwortlichen von Luzerner Alters- und Pflegeheimen ist die Erleichterung spürbar. Sie verzeichnen seit September vermehrt Corona-Erkrankungen auch bei doppelt geimpften Bewohnerinnen und Bewohnern. Sie hatten deshalb darauf gedrängt, weitere Informationen zu erhalten und bald mit den Auffrischungsimpfungen starten zu können. «Wir begrüssen den Entscheid sehr», sagt Christian Arnold, Präsident von Curaviva Luzern.

«So können die vulnerablen Menschen weiterhin vom Schutz der Impfung profitieren und ein Leben mit sozialen Kontakten geniessen.»

Beim Kanton Luzern laufen die Vorbereitungen nun unter Hochdruck, wie Gesundheits- und Sozialdirektor Guido Graf (Die Mitte) auf Anfrage erklärt. «Das Ziel ist, dass die Auffrischungsimpfungen für besonders gefährdete Personen wie vom Bund geplant ab Mitte November vorgenommen werden können.» Voraussichtlich ab Anfang November kann man sich anmelden, der Bund stellt den Kantonen dafür die notwendige IT-Plattform zur Verfügung.

Wie der Impfstoff genau an die besonders gefährdeten Personen verteilt wird, ist noch in Abklärung. Das werde so rasch als möglich kommuniziert, erklärt Graf. Der Kanton warte noch auf detaillierte Angaben zur Impfempfehlung. Zugelassen für die Auffrischung sind besonders gefährdete Personen ab 65 Jahren. «Es ist davon auszugehen, dass deren Interesse gross ist», sagt der Regierungsrat.

Gemäss Christian Arnold von Curaviva Luzern ist bereits klar, wie der Impfstoff in die Heime kommt. Die Bestellung und Verteilung werde durch Curaviva koordiniert.

«Die Mitarbeitenden in den Heimen sind geschult und können die Injektionen selber durchführen.»

Grundsätzlich können die Bestellungen sofort koordiniert und verteilt werden. Möglich sei dies einerseits, weil ohnehin regelmässige Termine für die Impfung von neuen Bewohnerinnen und Bewohnern bestehen. Andererseits sei aufgrund der Erfahrungen die Zulassung so angepasst worden, dass der Impfstoff von Pfizer/Biontech bis zu vier Wochen aufbewahrt werden dürfe. «Das vereinfacht die Lagerung und den Lieferprozess enorm», sagt Arnold. Denn ursprünglich musste dieser Impfstoff innerhalb von fünf Tagen verabreicht werden. Bis die ersten Auffrischungsimpfungen gespritzt werden, dürfte es gemäss Arnold «ein paar Tage dauern». Die Bewohnerinnen und Bewohner sowie deren Angehörige werden zuvor informiert und die Impfbereitschaft seriös abgeklärt.

Für eine dritte Impfung kämen in den Alters- und Pflegeheimen rund 3000 bis 4000 Bewohnende in Frage, sagt Arnold. So viele waren zum Start der Impfoffensive vor fast einem Jahr geimpft worden. Sie alle erhielten den Impfstoff von Pfizer/Biontech. Von diesem ist für die Auffrischung nun wieder eine volle Dosis nötig. Der Hersteller war im Frühling wegen Lieferproblemen aufgefallen. Steht nun genügend Impfstoff zur Verfügung? Diesbezüglich gibt Regierungsrat Guido Graf Entwarnung. Der Kanton habe vorgesorgt:

«Es gibt genügend Impfstoff. Wir haben letzte Woche zudem noch eine Extrabestellung vorgenommen.»

Trotz der Zulassung der Auffrischungsimpfung bleibt für Christian Arnold, der auch Betriebsleiter der Pflegewohngruppe Buttisholz ist, ein Wermutstropfen. Denn die Impfdurchbrüche betreffen inzwischen auch seine Institution – obwohl sämtliche Bewohnenden und 95 Prozent der Mitarbeitenden geimpft sind. Betroffen sind neun Bewohnerinnen und Bewohner sowie vier Mitarbeitende. Arnold sagt: «Die Impfung hat mehrheitlich gröbere Krankheitsverläufe verhindert. Wir sind froh, mit der Auffrischung den Impfschutz nun verstärken zu können.»

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