Coronavirus
Kanton Luzern baut Kapazitäten aus: 5600 Tests pro Woche an «Covid-Testpoints» möglich

Nachdem das Testangebot in Luzern zurückgebaut wurde, lanciert der Kanton nun ein neues Angebot. An Standorten auf der Allmend und in Emmenbrücke sollen sich pro Woche 5600 Personen testen lassen können.

Sandro Renggli
Merken
Drucken
Teilen
Beim Drive-in-Testen auf der Allmend.

Beim Drive-in-Testen auf der Allmend.

Nadia Schärli (Luzern 26. März 2020)

Der Kanton Luzern baut sein Coronatest-Angebot aus. In Zusammenarbeit mit Zurich Versicherungen und Synlab bietet er neu Schnelltests im «Covid Test Point» in Emmenbrücke an. Zudem wird am kommenden Montag ein zusätzlicher «Test Point» in der Messe Luzern eröffnet.

Wie der Kanton mitteilt, habe die Nachfrage insbesondere im Hinblick auf Ostern und wegen der Testoffensive des Bundes wieder stark zugenommen. Im Vergleich zur Vorwoche sei diese um 14 Prozent gestiegen. Das Bedürfnis nach Schnelltests sei gar 43 Prozent höher, nachdem man den Betrieb im Drive-in-Testzentrum in Luzern wegen sinkender Nachfrage per 26. März sistiert hatte. Die Drive-in-Testzentren in Nottwil und Entlebuch wurden zwischenzeitlich zurückgebaut.

«Mit der ausgeweiteten Teststrategie des Bundes sollen Infektionen möglichst rasch entdeckt, Ausbrüche verhindert und die Virusausbreitung unterbrochen werden», wird Regierungsrat Guido Graf, Gesundheits- und Sozialdirektor des Kantons Luzern, in der Mitteilung zitiert. «Mit dem Um- und Ausbau der Testmöglichkeiten im Kanton Luzern setzen wir diese Teststrategie um und schaffen Angebote, welche den Bedürfnissen der Luzerner Bevölkerung bestmöglich entsprechen.»

Test Points sollen besser funktionieren als «Drive-in»-Zentrum

Dass das «Drive-in»-Testzentrum auf der Allmend geschlossen wird und scheinbar im gleichen Zug eine neue Testoffensive lanciert wird, wirft Fragen auf. «Das ist verständlich», meint David Dürr, Leiter Dienststelle Gesundheit und Sport des Kantons Luzern. «Es ist aber so, dass die Nachfrage für Tests bis vor kurzem massiv abgenommen hat – von Neujahr bis Ende Februar um rund 85 Prozent.» Man habe deshalb entschlossen, das «Drive-in»-Testzentrum zu sistieren. «Der weitere Betrieb war einfach nicht mehr gerechtfertigt», erklärt Dürr. Dieser habe konstant Arbeit und Personal des Zivilschutzes, der Spitex, des Schweizerischen Roten Kreuzes und anderer Partnerorganisationen gefordert. «Wenn die Testkapazitäten nicht genutzt werden, macht das keinen Sinn.» Zumal es hier auch um Steuergelder gehe und man damals noch nicht von der Testoffensive des Bundes gewusst habe.

«Die neuen Test Points sind aber ohnehin in jeder Hinsicht besser als das ‹Drive-in›-Zentrum», so Dürr. «Beim Drive-in konnte man nur mit dem Auto oder dem Velo kommen. Zu den neuen Test Points kann jeder, auch ohne Voranmeldung, erscheinen. Zudem bieten sie das volle Spektrum an Tests.»

5600 Tests pro Woche möglich

An beiden Standorten werden kostenlose Nasen-Rachen-PCR-Tests, Mundspülung-PCR-Tests und Schnelltests für Erwachsene und Kinder (ohne Mindestalter) angeboten. Der PCR-Bestätigungstest nach einem positiven Wunsch-Schnelltest kann zudem sofort im Anschluss an den ersten Test erfolgen. Auch PCR-Tests für Reisezertifikate (Selbstkosten: 133.50 Franken) werden angeboten. Die Kapazität beläuft sich pro Standort auf rund 400 Tests am Tag, also insgesamt 800 pro Tag. Pro Woche können sich somit 5600 Personen testen lassen.

«Zudem bieten Apotheken und Spitäler ja auch Tests an», betont Dürr. Ein weiteres Testzentrum wird am 30. März im Kulturzentrum Braui in Hochdorf eröffnet. Das bestehende Testangebot der Vitaluce Apotheke wird dort bis nach Ostern übertragen. Auch auf dem Vorplatz des Schweizer Paraplegiker-Zentrums in Nottwil ist seit Freitag ein Testzentrum in Betrieb. Weiter sei bei einem Alters- und Pflegeheim in Ebikon (in Zusammenarbeit mit einem Drittanbieter) eines angedacht.

Präventives Testen an zwei Pilotschulen

Das Bildungs- und Kulturdepartement des Kantons Luzern prüft, nach den Frühlingsferien an den Luzerner Schulen ab der 7. Klasse präventive Tests durchzuführen. So sollen asymptomatische Fälle ermittelt und grossflächige Quarantäne-Anordnungen für Lernende und Lehrpersonen vermieden werden. Die Kantonsschule Beromünster und die Sekundarschule Meggen stellen sich als Pilotschulen für freiwillige Tests bereits kommende Woche zur Verfügung. Es braucht bei allen Personen, die sich testen lassen, eine Einverständniserklärung; die minderjährigen Schülerinnen und Schüler müssen eine elterliche Einwilligung einholen.

Bei den präventiven, repetitiven Tests kommen PCR-Speicheltests zur Anwendung, die jeweils im Labor in Gruppen gepoolt und analysiert werden. Ergibt sich bei der Analyse, dass die gepoolte Speichelprobe positiv ist, so werden die einzelnen Proben dieser Gruppe mittels individuellen PCR-Tests ein weiteres Mal getestet. Bis die Resultate vorliegen, müssen sich die Personen dieser Gruppe in Selbstisolation begeben. Bereits seit dieser Woche läuft das Pilotprojekt mit präventiven, repetitiven Tests in sieben Luzerner Betrieben. (sre)

Die «Covid Test Points» in Emmenbrücke und Luzern sind täglich geöffnet; Montag bis Freitag von 12 bis 19 Uhr und Samstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr. An beiden Standorten sind Tests mit Voranmeldung oder ohne Voranmeldung möglich. Wer sich testen lassen will, muss einen Pass oder eine Identitätskarte wie auch eine Krankenversichertenkarte mitbringen.

Die Test Points im Kanton Luzern

  • Covid Test Point in Emmenbrücke: Gerliswilstrasse 16, 6020 Emmenbrücke
  • Covid Test Point in der Messe Luzern: Horwerstrasse 87, 6005 Luzern
  • Covid Test Point im Kulturzentrum Braui in Hochdorf: Die Anmeldung erfolgt über die Vitaluce Apotheke in Hochdorf. Anmeldungen für Termine bis zum Samstag 03.04.2021 sind unter Telefon 041 910 66 60 möglich. Für Termine, die ab dem 06.04.2021 wahrgenommen werden möchten, wird eine Onlineanmeldung eingerichtet: Der Link befindet sich unter https://www.apotheke.ch/vitaluce.
  • Covid Testzentrum Schweizer Paraplegiker-Zentrums in Nottwil: Anmeldung via Coronatest24. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag: 08:.0–18.30 Uhr, Samstag und Sonntag: 08.30–16.30 Uhr