Coronavirus
Kommunikation zur Impfung: Der Kanton Luzern steht in der Bringschuld

Der Impfstoff ist knapp, der Prozess kommt nur schleppend voran. Umso wichtiger wäre es darum, dass der Kanton offensiv kommuniziert, denn das Informationsbedürfnis der Bevölkerung ist riesig.

Dominik Weingartner
Dominik Weingartner
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Gross waren die Hoffnungen, als der Kanton Luzern Ende 2020 die erste Person der Schweiz gegen Corona geimpft hat. Mittlerweile ist die Euphorie verflogen. Der Impfstoff ist knapp, der Prozess kommt darum nur schleppend voran, die Ungeduld in der Bevölkerung wächst. Zudem hat die Datenpanne bei der Anmeldung und die unglückliche Kommunikation zu deren Folgen das Vertrauen der Bevölkerung in das Gelingen der Impfaktion geschmälert. Diese Woche änderte der Kanton zudem den Fahrplan für die Impfungen. Es kommt zu Verzögerungen. Auf die Frage, warum er dies nicht offensiv kommuniziert, antwortet der Kanton, es stehe ja auf der Website. Dass es auch anders gehen würde, zeigte zum Beispiel der Kanton Zürich, der offen informierte.

Klar: Der Kanton kann nichts dafür, wenn zu wenig Impfstoff vorhanden ist. Hier steht der Bund in der Pflicht, der die Bestellungen organisiert. Der Kanton sollte dennoch offener kommunizieren, denn für die Bevölkerung ist er der Ansprechpartner. Und das Informationsbedürfnis in Sachen Impfung ist riesig. Da reicht es nicht, seine Website zu aktualisieren.

Für den Kanton steht der Bürger in der Holschuld. Das ist ein seltsames Verständnis von bürgerfreundlicher Kommunikation. Vor allem, da der Kanton weiss, wie sehnsüchtig Risikogruppen auf eine Impfung warten. Der Kanton steht beim Impfen in der kommunikativen Bringschuld.