Coronavirus
Mai statt März: Impfwillige im Kanton Luzern müssen sich noch länger gedulden

Der Kanton Luzern hat den Fahrplan für die Impfung angepasst. Die nächsten Gruppen kommen frühestens im Mai dran. Eine Kategorie fällt ganz weg. Grund ist der knappe Impfstoff.

Dominik Weingartner
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Der Kanton Luzern hat am Mittwoch den Fahrplan für die Impfungen angepasst. Dies hat er aber nicht etwa offensiv kommuniziert, sondern lediglich die Termine auf seiner Impfseite im Internet angepasst. «Das Gesundheits- und Sozialdepartement hat stets und von Anfang an darauf hingewiesen, dass die Termine bezüglich dem Impfen auf der kantonalen Website laufend aktualisiert werden. Dies wurde mehrfach so kommuniziert», sagt dazu David Dürr, Leiter der Dienststelle Gesundheit und Sport auf Anfrage.

Was ändert sich konkret? Das lässt sich für die Bevölkerung auf der Website nicht mehr transparent nachvollziehen. Zur Erinnerung: Ursprünglich sollten ab März Personen zwischen 65 und 74 Jahren, Personen unter 65 Jahren mit chronischen Krankheiten sowie das Gesundheitspersonal mit Patientenkontakt und Betreuungspersonal von besonders gefährdeten Personen an der Reihe sein.

Chronisch Kranke unter 65 gehören jetzt zur «übrigen Bevölkerung»

Wer sich aus diesen Gruppen auf einen baldigen Impftermin gefreut hat, wird enttäuscht. Neu werden die über 65-Jährigen sowie das Gesundheits- und Betreuungspersonal «frühestens Mai/Juni 2021» geimpft, wie es auf der Website heisst. Die Gruppe der chronisch Kranken unter 65 Jahren fällt gänzlich weg. David Dürr: «Die Kategorie ‹Personen unter 65 Jahren mit chronischen Krankheiten, die noch nicht geimpft wurden› wurde gelöscht und zusammengelegt mit der Kategorie ‹übrige Bevölkerung›.» Und: «Mit dieser Umgruppierung orientiert sich das Gesundheits- und Sozialdepartement an den Vorgaben des Bundesamts für Gesundheit.» Dürr weist weiter darauf hin, dass der Bund die Kriterien für die «chronisch kranken Personen mit höchstem Risiko», die bereits jetzt impfberechtigt sind, angepasst hat. Eine Konsultation der entsprechenden Dokumente auf der Website des Bundes zeigt zum Beispiel, dass eine Asthma-Erkrankung nun nicht mehr für eine vorzeitige Impfung reicht. «Medikamentös gut eingestelltes Asthma gehört nicht zu diesen Hochrisiko-Erkrankungen», heisst es da. Die «übrige Bevölkerung soll zudem laut Kanton wie bisher «voraussichtlich» im Juni geimpft werden.

Zur Verzögerung sagt David Dürr: «Das Gesundheits- und Sozialdepartement hat stets und von Anfang an darauf hingewiesen, dass es sich beim Impffahrplan um eine rollende Planung handelt, die bei genügend Impfstoff beschleunigt werden, bei Lieferengpässen aber auch Verzögerungen erfahren kann.» Und der Impfstoff ist Mangelware: «Der Grund für die Verzögerung liegt bei der geringen Anzahl an Impfdosen, die dem Kanton Luzern aktuell zur Verfügung steht.» Zudem würden sich immer noch viele über 75-Jährige und Hochrisikopatienten für eine Impfung anmelden. «Verimpft werden kann nur, was wir an Impfstoffen zur Verfügung haben», sagt Dürr. Eine Randnotiz: Noch vor drei Wochen gab Luzern 3000 Impfdosen an andere Kantone ab.

Nachschub soll bald kommen. «Wir erwarten nächste Woche rund 11'800 Moderna-Impfstoff-Dosen und Mitte März sollten es dann nochmals 14'000 Impfdosen des Moderna-Impfstoffes sein», sagt Dürr. Dabei handle es sich aber lediglich um Planmengen. «Der Bund bestätigt die Angaben jeweils erst sehr kurz vor der effektiven Lieferung.» Laut Dürr erwartet der Kanton zudem im März eine Lieferung des Pfizer-Impfstoffs von rund 13'500 Dosen.