Coronavirus
Nun dürfen auch Luzerner Apotheken Impfungen durchführen – eine weicht dafür in die Peterskapelle aus

Im Kanton Luzern kommen weitere Standorte, an denen geimpft wird, dazu. Weil der Platz in den Apotheken teils begrenzt ist, sind ungewöhnliche Lösungen gefragt.

Stefan Dähler
Merken
Drucken
Teilen

Ab Donnerstag dürfen im Kanton Luzern auch Apotheken Impfungen durchführen. Das machen sie nicht immer in den eigenen Räumlichkeiten. Die «Dr. Schmid’s See-Apotheke Luzern» nutzt dafür die benachbarte Peterskapelle, wie die Katholische Kirche Stadt Luzern mitteilt. Da der Platz neben dem Tagesgeschäft und den Coronatests nicht ausreiche, habe die Apotheke via Stadt Luzern Kontakt mit der Kirchgemeinde aufgenommen.

Impfen und Kirche, passt das zusammen? «Es geht um das Leben von Menschen; darum, dass es ihnen gut geht. Dafür setzen wir uns als Christinnen und Christen ein, daher passt das sehr gut», sagt Florian Flohr, Leiter Team Peterskapelle.

Er verweist auf ein historisches Vorbild: Im Hotel-Dieu in Beaune in Frankreich gebe es einen Krankensaal, der zugleich eine Kapelle beinhaltet. Gottesdienste sind in der Peterskapelle weiterhin möglich, der für die Impfungen beanspruchte Platz sei nur sehr begrenzt. Geimpft wird an drei Halbtagen pro Woche, die Kapazität beträgt rund 60 Personen pro Woche, sagt Stefanie Lettieri von der Dr. Schmid’s See-Apotheke.

Stefanie Lettieri von der Dr. Schmid’s See-Apotheke mit Florian Flohr, Leiter Team Peterskapelle, bei der Impfkammer innerhalb der Kapelle.

Stefanie Lettieri von der Dr. Schmid’s See-Apotheke mit Florian Flohr, Leiter Team Peterskapelle, bei der Impfkammer innerhalb der Kapelle.

Bild: PD

Welche weiteren Apotheken Impfungen durchführen, ist auf www.apoluzern.ch ersichtlich. Der Luzerner Apothekerverein hatte die Impfapotheken vorgängig informiert, schreibt der Kanton auf Anfrage. Daraufhin konnten sich jene, die interessiert sind, melden.

Anmeldungen erfolgen nicht via Kanton

Die Anmeldung für die Impfungen erfolgt nicht zentral via Website des Kantons, sondern bei den einzelnen Apotheken. Es sind darum Mehrfachanmeldungen möglich, so Lettieri:

«Wir bitten daher Leute, die sich mehrfach angemeldet haben, sich an den jeweiligen anderen Orten abzumelden, sobald sie einen Termin haben, um Kollisionen zu vermeiden.»

Warum hat der Kanton die Impfanmeldungen nicht vereinheitlicht? «Die Software, die beim Anmeldeprozess in den kantonalen Impfzentren zum Einsatz kommt, erlaubt keine Integration der Daten von weiteren Impfinstanzen wie beispielsweise den Hausärzten oder von Apotheken», schreibt David Dürr, Leiter der Dienststelle Gesundheit und Sport, auf Anfrage. Auch er ruft dazu auf, dass angemeldete Personen «sich ordentlich abmelden und ihre Impftermine für andere freigeben, wenn sie ihre Impfungen bereits andernorts erhalten haben».