Luzern

So sieht das Corona-Impfzentrum auf der Allmend aus

Der Kanton Luzern hat sein Impfzentrum vorgestellt. Bis Ende Juni sollen rund 200'000 Luzerner gegen das Coronavirus geimpft werden. Die Infrastruktur steht, der Impfstoff ist da. Für die breite Bevölkerung ist das Impfzentrum auf der Allmend aber wohl erst im Frühling zugänglich.

Sandro Renggli
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«Dies ist ein wichtiger Schritt – endlich – in Richtung Normalität», erklärt Regierungsrat und Departementsvorsteher des Gesundheits- und Sozialdepartements Guido Graf gegenüber den anwesenden Medienschaffenden. Graf und der Kanton Luzern haben am Mittwoch zur Besichtigung des neuen Impfzentrums in den Messehallen auf der Allmend eingeladen. Er und der Chef des kantonalen Führungsstabes, Vinzenz Graf, stellten die Einrichtung vor.

Plötzlich war es in Luzern schnell gegangen mit der Corona-Impfung. Am Dienstag sei der Impfstoff angekommen, so Guido Graf. Und noch bevor die Medienschaffenden durch die zum Impfzentrum umfunktionierte Halle 4 der Messe Luzern geführt werden, bestätigt der Regierungsrat: Um 10.10 Uhr sei die erste Person in der Schweiz gegen Corona geimpft worden – eine 90-jährige Luzernerin.

Halle 4 der Messe Luzern als Impfzentrum

Dann beginnt die Führung. Vinzenz Graf erklärt, wie das Impfzentrum aufgebaut ist und wie ein Besuch ablaufen soll.

Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 23. Dezember 2020)

Im Eingangsbereich werden zunächst die Personalien der zu Impfenden geprüft.

Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 23. Dezember 2020)

Dort gibt es auch einen Warteraum, denn die Menschen werden via Tropfensystem durch die Anlage geschleust: Ein rot-grünes Ampelsystem zeigt an, ob man weiter darf oder nicht.

Bild: Ennio Leanza / Keystone (23. Dezember 2020)

Weiter geht es über die Treppe runter in die grosse Halle 4, wo man sich zunächst beim Check-in anmelden muss.

Bild: Ennio Leanza / Keystone (23. Dezember 2020)

Bild: Ennio Leanza / Keystone (23. Dezember 2020)

Danach wird man in einer von acht Kabinen geimpft. «Wir gehen davon aus, dass wir in einer Stunde vier bis fünf Personen pro Kabine impfen können», meint Vinzenz Graf. Zudem besteht Platz für weitere acht Impfkabinen – insgesamt wären es dann 16 Stück. Sicherheitshalber sind im Impfbereich auch noch zwei Arztkabinen aufgestellt.

Bild: Ennio Leanza / Keystone (23. Dezember 2020)

Nach der Impfung muss man 15 Minuten warten. Dazu wurde ein Wartebereich eingerichtet. «Wahrscheinlich gibt es für die Wartenden dann auch ein Getränk», so Vinzenz Graf.

Bild: Ennio Leanza / Keystone (23. Dezember 2020)

Danach gehe man selbstständig zum Check-out, wo einem der Impfnachweis ausgestellt wird und der Termin für die zweite Impfung vereinbart werde. Hinaus geht es dann nicht über die Treppe, sondern über eine Rampe. «So stellen wir sicher, dass sich der Weg nie kreuzt», erklärt Graf.

Bis Ende Juni sollen 200'000 Luzerner geimpft werden

Der Hauptschauplatz für die Corona-Impfung in Luzern steht also – auch der Impfstoff ist schon da. Er wird von der Firma Galliker angeliefert und in der Apotheke des Impfzentrums täglich vorbereitet.

Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 23. Dezember 2020)

Zunächst wird der Impfstoff jedoch an die Alters- und Pflegeheime verteilt und dort verabreicht. «Wir haben bei den Altersheimen angefragt, wie viele Menschen dort die Impfung wollen», bestätigt Guido Graf. Auch wenn nicht alle Risikopatienten geimpft werden wollen, sei dort die Impfbereitschaft generell da. «So wie ich es im Moment einschätzen kann, ist man gegenüber der Impfung positiv gesinnt», meint Graf. Bei der jüngeren Bevölkerung sei dies noch mehr der Fall. «Ich nehme wahr, dass sehr viele junge Leute ihre Verantwortung wahrnehmen und sich impfen lassen wollen.»

Die Jungen müssen sich aber noch etwas gedulden: Der Kanton Luzern hat am Dienstag 5000 Impfdosen erhalten – bis zur dritten Kalenderwoche 2021 sollen es noch etwa 12'000 mehr werden. Es könne jedoch März oder April werden, bis das Impfzentrum für die allgemeine Bevölkerung zugänglich sei. Und dennoch: Bis Ende Juni 2021 sollen rund 200'000 Personen im Kanton Luzern geimpft werden. Mindestens so lange soll das Impfzentrum auch in Betrieb sein. Die grosse Impfaktion werde aber wohl bis ins dritte Quartal 2021 hinein dauern.

Trotz Impfstoff – Regeln sind wichtiger denn je

Dass es im Kanton Luzern mit der Impfung nun so schnell gegangen sei, liege daran, dass man bereits im Sommer schon verschiedene Szenarien ausgearbeitet habe, erklärt Guido Graf. Zudem betont er:

«Es ist kein Wettrennen.»

Die Impfaktion sei unter den Zentralschweizer Kantonen koordiniert, auch mit anderen Kantonen spreche man sich ab. «Es ist ein Erfolg der Schweiz.» Bei der Präsentation des Impfzentrums schwingen Gefühle der Erleichterung und des Triumphs mit. Endlich können wir das Virus bekämpfen, scheint die neue Infrastruktur zu sagen. «Man darf sich freuen», meint auch Guido Graf. «Es soll ein Zeichen sein: Der Impfstoff ist da und es geht weiter. Aber die Vorsicht muss bleiben.» Maskenpflicht, Abstandsregeln und Hygienevorschriften seien weiterhin unumgänglich. «Wir brauchen noch einige Zeit, bis wir das Virus im Griff haben.»

Die virtuelle Führung durch das neue Impfzentrum

Regierungsrat Guido Graf in der Halle 4 der Messe Luzern. Hier werden Luzerner künftig gegen das Coronavirus geimpft.
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Zunächst müssen Besucher sich im Check-In-Bereich anmelden.
Der Chef des kantonalen Führungsstabes Vinzenz Graf präsentiert die Infrastruktur.
Danach werden Besucher in einer der acht Impfkabinen geimpft (links). Auf der rechten Seite besteht Platz für weitere acht Kabinen.
Vinzenz Graf im Inneren einer Impfkabine. Der Impfstoff kommt jeweils aus der Apotheke von hinten.
Die Firma Galliker liefert den Impfstoff an – im Bild transportieren Zivilschützer diesen zur Apotheke.
In der Apotheke wird der Impfstoff von Pfizer/Biontech dann gleich wieder gekühlt.
Nach der Impfung müssen Besucher zunächst 15 Minuten warten.
Dazu gibt es einen Wartebereich. Nach diesem geht es noch zum Check-Out, danach kann man die Halle über eine Rampe verlassen.

Regierungsrat Guido Graf in der Halle 4 der Messe Luzern. Hier werden Luzerner künftig gegen das Coronavirus geimpft.

Dominik Wunderli (Luzern, 23. Dezember 2020)