Coronavirus
Spucktests müssen weiter im Schrank bleiben: Horwer Heimleiter ist enttäuscht – häufiger getestet wird trotzdem

Das Horwer Alterszentrum Kirchfeld kann die beschafften Schnelltests noch immer nicht anwenden. Für Besucher und Mitarbeitende werden nun regelmässig Schnelltests angeboten. Doch das reiche nicht, sagt Geschäftsführer Marco Müller.

Christian Glaus
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Blick auf das Alterszentrum Kirchfeld (grosses rot-weisses Gebäude oben).

Blick auf das Alterszentrum Kirchfeld (grosses rot-weisses Gebäude oben).

Bild: Pius Amrein (Horw, 22. November 2020)

Vor dem Besuch im Alterszentrum ins Röhrchen spucken und Gewissheit haben: Das war die Absicht von Marco Müller, Geschäftsführer des Zentrums Kirchfelds in Horw. Er hat zum Schutz der Bewohnerinnen und Bewohner Speichel-Schnelltests beschafft, obwohl die erst in der EU zugelassen sind, aber noch nicht in der Schweiz. Prompt darf er sie nicht anwenden, wie der Kanton ihm vor etwas mehr als einem Monat eröffnet hat (wir berichteten).

Marco Müller, Leiter des Alterszentrums Kirchfeld Horw.

Marco Müller, Leiter des Alterszentrums Kirchfeld Horw.

Bild: Pius Amrein

«Die Spucktests sind leider nach wie vor nicht zugelassen und müssen bei mir im Schrank eingesperrt bleiben», erklärt Müller nun auf Anfrage. Er ist enttäuscht, hat nun aber eine Lösung gefunden, um die Tests auszuweiten. Das Kirchfeld hat sich für die vom Kanton organisierten Tests in Betrieben angemeldet. So werden die Mitarbeitenden einmal pro Woche mit sogenannten Spuck-Pooling-Tests (Gruppentests) auf das Coronavirus untersucht. Es handelt sich dabei um PCR-Tests, die im Labor ausgewertet werden. Allerdings liegen die Ergebnisse erst nach ein bis zwei Tagen vor. Zusätzlich werden bei den Mitarbeitenden einmal pro Woche Schnelltests mittels Abstrich durchgeführt. Auch die Besucherinnen und Besucher können einmal pro Woche direkt im Alterszentrum einen solchen Schnelltest machen.

Selbsttests aus den Apotheken reichen für Besucher nicht aus

«Die Situation bei den Mitarbeitenden ist dank der verschiedenen Testmöglichkeiten sehr gut», sagt Müller. Die Lösung für die Besucher hingegen könnte noch optimiert werden. «Hier ist das Risiko am grössten, dass sie das Virus ins Haus bringen. Dennoch fehlt weiterhin eine praktikable Lösung, mit der sich alle Besuchenden vor dem Betreten des Alterszentrums rasch selber testen können.» Insbesondere mit Blick auf die aktuellen Öffnungsschritte wäre das wertvoll, findet Marco Müller. Denn gerade für regelmässige Besucher stünden auch mit den Gratis-Selbsttests, die nun in den Apotheken abgegeben werden, zu wenige Testmöglichkeiten zur Verfügung. Fünf Tests pro Monat seien nicht ausreichend, wenn man zweimal pro Woche Angehörige besucht.

Müller ist zuversichtlich, dass er die beschafften Spuck-Schnelltests früher oder später einsetzen kann und das Geld für deren Beschaffung also nicht verschwendet ist. Allerdings priorisiere das Bundesamt für Gesundheit Schnelltests mittels Abstrich in der Nase.