Wie geht's weiter mit den Erntehelfern? Luzerner Bauern sind verunsichert

Luzerner Bauern machen sich Gedanken, ob sie dieses Jahr wegen der Massnahmen gegen das Coronavirus genügend Arbeitskräfte für die Ernte haben.

Pascal Linder
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Ein Arbeiter bei der Salaternte in der Magadino-Ebene, aufgenommen am Mittwoch, 1. November 2017. (KEYSTONE/Ti-Press/Francesca Agosta)

Ein Arbeiter bei der Salaternte in der Magadino-Ebene, aufgenommen am Mittwoch, 1. November 2017. (KEYSTONE/Ti-Press/Francesca Agosta)

Francesca Agosta / KEYSTONE/TI-PRESS

Aufgrund der anhaltenden Coronakrise gerät auch die Landwirtschaft zunehmend in Schwierigkeiten. Viele Schweizer Bauern sind in der Erntesaison auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen. Die Schweizer Grenzen sind zurzeit alle geschlossen.

Bis letzten Donnerstag galt für die Landwirtschaft eine Sonderbewilligung. Diese sah vor, dass Arbeiter mit einem gültigen Arbeitsvertrag noch bis am Donnerstag einreisen konnten. Seit Freitag, 27. März 2020, ist zusätzlich eine Aufenthaltsbewilligung oder eine Meldebestätigung nötig, wie es in einer Mitteilung des Schweizer Bauernverbands heisst. Werner Hüsler, Personaldienstleister beim Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverband, sagt auf Anfrage: «In die Schweiz einzureisen, ist nicht das Problem, dies lässt sich organisieren.» Vielmehr sei die Durchreise durch andere europäische Länder problematisch.

Hüsler empfiehlt den Bauern, möglichst schnell ihre Verträge abzuschliessen. Er weist auch darauf hin, dass neu eingereiste Arbeitskräfte bezüglich Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz gut zu instruieren sind.

«Wir wissen nicht, wo das hinführt»

Schweizweit werden auf zwei Internetseiten diejenigen Betriebe aufgeführt, welche Arbeiter suchen. Auf agrarjobs.ch werden zurzeit offene Stellen kostenlos vermittelt. Eine weitere Möglichkeit ist die Seite agrix.ch. Interessierte Arbeitnehmer können sich auch direkt unter personal@luzernerbauern.ch melden.

Viele ausländische Arbeiter würden freiwillig auf ihren Einsatz in der Schweiz verzichten. In welchem Ausmass die Arbeitskräfte tatsächlich bei der Ernte fehlen werden, weiss Hüsler zurzeit noch nicht: «Aktuell, können wir noch nicht sagen, wo das Ganze hinführt.»

Momentan sei die Situation noch nicht akut, aber es sei eine gewisse Verunsicherung bei den Bauern zu spüren. Er weist die Bauern darauf hin, dass sie sich in ihrem Umfeld und ihrer Gemeinde umschauen sollen. «Denn viele Personen können aufgrund der aktuellen Situation nicht arbeiten und würden gerne bei der Ernte helfen.»

Hofläden dürfen weiterhin geöffnet haben

Bäuerinnen und Bauern dürfen weiterhin Lebensmittel im Hofladen verkaufen, heisst es in einer Mitteilung vom Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverband. Wichtig ist, dass die Empfehlungen des Bundesamts für Gesundheit eingehalten werden. So soll beispielsweise in bedienten Läden wenn nötig die Anzahl Kunden, die gleichzeitig im Laden sind, reduziert werden. Somit kann genügend Abstand sichergestellt werden. Zudem sei es von Vorteil, wenn der Ladenbetreiber eine bargeldlose Bezahlmöglichkeit anbieten kann.

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