Crowdfunding gestartet
Pfadi Horw braucht 100'000 Franken für Pfadiheim-Bau und sucht Sponsoren

Ob Bargeld, Sachspenden wie Bodenbeläge oder Zeitspenden wie Malerarbeiten: Die Pfadi Horw startet für ihr neues Zuhause ein Crowdfunding. Zumindest das Fundament ist schon da.

Roman Hodel
Merken
Drucken
Teilen

#SteinumSteinfürsPfadiheim: Unter diesem Hashtag beginnt am Samstag die Crowdfunding-Aktion der Pfadi Horw für ihr neues Pfadiheim auf der Autobahnüberdeckung beim Schulhaus Spitz. Über 100'000 Franken will sie hierfür bis zum 9. Juli sammeln. Das ist ziemlich sportlich, wie Lukas Niederberger vom Heimverein der Pfadi Horw eingesteht: «Zumal uns klar ist, dass wegen Corona der Geldbeutel bei vielen gerade nicht so locker sitzt. Deshalb darf man uns auch gerne mit Sach- oder Zeitspenden helfen.» Als Beispiele nennt Niederberger eine Firma, die etwa den Bodenbelag für den Pavillon spenden könnte, oder eine Firma, die einen Kleinbagger inklusive dem nötigen Maschinenführer zur Verfügung stellt.

So soll das Pfadiheim auf der Autobahnüberdeckung künftig aussehen, rechts der Abluftkamin des A2-Tunnels.

So soll das Pfadiheim auf der Autobahnüberdeckung künftig aussehen, rechts der Abluftkamin des A2-Tunnels.

Visualisierung: PD/Pfadi Horw

Die Sammelaktion läuft über das Crowdfunding-Portal Lokalhelden der Raiffeisenbank. Als Finanzierungsschwelle, also Mindestbetrag, hat die Pfadi 30'000 Franken definiert. Insgesamt kostet das Projekt rund 400'000 Franken. Über die Hälfte davon übernehmen die Gemeinde Horw, die Katholische Kirchgemeinde Horw, die Raiffeisenbank Horw, Stiftungen und einige Unternehmen. Bei der Sammlung zählt Niederberger nicht zuletzt auf die zahlreichen Altpfaderinnen und Altpfader – sie werden selbstverständlich alle angeschrieben.

Das Projekt neues Pfadiheim läuft bereits seit drei Jahren. Im Juni 2018 hatte die Pfadi von der Gemeinde Horw den Zuschlag für den ehemaligen Kindergarten-Pavillon von Kastanienbaum erhalten. Ein Gratis-Geschenk.

Der Kindergarten-Pavillon neben dem Schulhaus Mattli in Kastanienbaum kurz vor der Demontage.

Der Kindergarten-Pavillon neben dem Schulhaus Mattli in Kastanienbaum kurz vor der Demontage.

Bild: Manuela Jans-Koch (Horw, 22. Juni 2018)

Die Pfadi musste den Pavillon damals innert drei Tagen auf eigene Kosten und mit eigenen Kräften abbauen und einlagern. Seither harren die Gebäudeteile bei der CKW-Unterstation Buhölzli der Dinge, die da kommen sollen. «Wir hätten eigentlich schon lange bauen wollen», sagt Niederberger. Doch lange war nicht klar, was die Gemeinde am künftigen Standort über der Autobahn alles an Vereinsinfrastruktur unterbringen will. Hinzu kamen Auflagen etwa des Kantons bezüglich energetischer Isolation des Pavillons. «Dies hat das Projekt merklich verteuert», so Niederberger.

Bei der Pfadi seien alle froh, dass es nun vorwärtsgeht, denn das Pfadiheim befindet sich seit einiger Zeit provisorisch in der Zivilschutzanlage Kirchfeld. Zuvor war es in einem alten SBB-Wärterhäuschen beim Steinibachweg untergebracht. Doch das Holzgebäude war marode und der Standort mit Blick auf die Entwicklung im Raum Pilatusmarkt und Ziegeleipark zunehmend ungünstig geworden.

Im Herbst soll das Pfadiheim bezugsbereit sein

Das Fundament für den Pavillon über der Autobahn wurde bereits gelegt:

Bild: PD/Pfadi Horw

In den nächsten Tagen montieren Freiwillige das aus Holzelementen bestehende, eingeschossige Gebäude inklusive Dach. Der Ausbau plus die Isolierung soll – genügend Spendengelder vorausgesetzt – bis zu den Herbstschulferien fertig sein. Dabei zählt die Pfadi wiederum auf Manpower aus den eigenen Reihen. Die Eröffnung wäre somit im Herbst. Niederberger ist guter Dinge, das Spendenziel zu erreichen, denn er sagt:

«Junge Menschen, Kinder und Jugendliche sollen einen Ort haben, an dem sie mit Freunden spielen, toben, Neues lernen können.»