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CSS-Versicherung lanciert neues Produkt: Sparen mit ärztlicher Hilfe aus dem Internet

Mit neuen Modellen straffen einige Krankenkassen die Abläufe. Kunden profitieren von einem tieferen Selbstbehalt und einem höheren Rabatt.
Rainer Rickenbach

Wer von einem Arzt zum nächsten geschickt wird, braucht Nerven, viel Zeit und verursacht hohe Gesundheitskosten. Verschiedene Krankenkassen haben darum Modelle entwickelt, um diese oft wenig ergiebigen Abstecher von Praxis zu Praxis einzudämmen. Ein neues, durch Digitaltechnologie unterstütztes Modell bietet ab kommendem Jahr die Krankenkasse CSS in verschiedenen Kantonen an. Es trägt die Bezeichnung «Multimed» und schaltet Doppelspurigkeiten weitgehend aus – was sich auf den Prämientarif und den Selbstbehalt niederschlägt.

«Für ‹Multimed› stellen wir ein effizientes Netzwerk mit Profis bereit», sagt Sanjay Singh, Leiter CSS-Konzernbereich Leistungen und Produkte. «Die verschiedenen Ärzte sprechen sich zuerst untereinander ab. Mit der Behandlung lassen sich oft auch Notfälle abwenden.» Erste Anlaufstelle für die Patienten sind die Hausärzte, Gruppenpraxen oder Telemediziner. Diese Fachleute bemühen sich herauszufinden, ob ein Arztbesuch notwendig ist und stellen, wenn nötig, den Kontakt her. Arzneimittel mit Dauerrezepten gibt es bei «Multimed» direkt von den Versandapotheken.

Patienten verfügen über medizinischen Datenspeicher

Die Abläufe werden digital unterstützt. Über das Kundenportal erhalten die Versicherten Einblick in die einzelnen Konsultationen, Behandlungsempfehlungen und Notfälle. Zusätzlich verfügt der Kunde über einen medizinischen Datenspeicher, auf den nur er Zugriff hat. «Der Patient kann freiwillig darüber hinaus weitere Daten oder Bilder dem Arzt zukommen lassen. Der bekommt aber nur jene Daten zu sehen, die ihm der Versicherte zum Einblick freigegeben hat», sagt Singh. Aus datenschützerischen Gründen ist der Einblick in ganze Patientendossiers den Medizinern verwehrt.

Mit der neuen Plattform lassen sich Kosten sparen – davon profitieren auch die «Multimed»-Versicherten: Der Selbstbehalt beträgt pro Jahr 400 statt der sonst üblichen 700 Franken und der Prämienrabatt kann sich auf bis zu 15 Prozent belaufen. Die CSS bietet das neue Modell ab dem kommenden Jahr vorerst in den Kantonen Luzern, Bern, Basel-Stadt und Basel-Land an. «Mittelfristig strebt die CSS eine schweizweite Abdeckung an», so Singh.

Concordia geht einen anderen Weg

Ob andere Krankenkassen nachziehen, wird sich zeigen. Bei der zweiten grossen Kasse mit Sitz in Luzern, der Concordia, hält man indes wenig davon, die Kunden sensible Gesundheitsdaten sammeln zu lassen, die sie dann der Krankenkasse zur Verfügung stellen müssen. «Gesundheitsdaten sind besonders schützenswert und gehören den Patienten. Wir wollen nur die Angaben unserer Versicherten, die wir für unsere Arbeit als Krankenversicherer brauchen. Auf das Sammeln von anderen Daten verzichten wir bewusst», sagt Astrid Brändlin, Leiterin Unternehmenskommunikation. Die Concordia biete andere Sparmöglichkeiten. Brändlin: «Unsere Hausarztversicherung my Doc und Gesundheitsversicherung HMO bieten in der Grundversicherung gute Sparmöglichkeiten.»

Doch auch die Concordia ist mit einem neuen Produkt im Internet; mit dem Gesundheitskompass. Es handelt sich um eine Plattform für die persönliche Beratung zu Zweitmeinungen, Krankheitsbilder, Betreuung bei chronischen Krankheiten und zur Spitalwahl.

CSS lagert Daten extern

Vor einem Monat erhielten mehr als 10 000 CSS-Versicherte falsche Rechnungen und bekamen so Einblick in fremde Patienteninformationen. Schon zuvor gab es Einzelfälle mit Briefen, die bei den falschen Versicherten landeten.

Kann die CSS sicherstellen, dass mit dem neuen Produkt «Multimed» nicht Daten in falsche Hände geraten? «Diese Pannen haben nichts mit der Datensicherheit im Rahmen von ‹Multimed› zu tun. Denn es handelt sich um zwei verschiedene Plattformen», sagt CSS-Sprecherin Christina Wettstein. Die Patientendaten in «Multimed» würden nur von den beteiligten Leistungserbringern – dem Telemedizinzentrum oder dem Hausarzt – hochgeladen und seien auch nur für sie und die Kunden einsehbar. «Die CSS selbst wird weder Patienten- oder Kundendaten einspeisen, noch hat sie Zugang dazu. Die Daten befinden sich auf einer externen Plattform bei einem auf Datensicherheit spezialisierten Schweizer Unternehmen», so Christina Wettstein.

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