CVP des Kantons Luzern sagt Nein zur Wohnrauminitiative

Der Parolenfassung am Donnerstagabend in Kriens ging ein Rededuell voraus, dessen Ankündigung durch den CVP-Präsidenten für Kopfschütteln sorgte.

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(avd) Ein von Anstand geprägtes Pro und Kontra wäre am Donnerstagabend beinahe gekippt, als die CVP Kanton Luzern im Stadthaus von Kriens ihre Delegiertenversammlung abhielt. Für die Parolenfassung zur nationalen Initiative «Mehr bezahlbare Wohnungen» wurde der Krienser Grüne-Nationalrat Michael Töngi als Pro-Redner eingeladen.

Doch noch vor der Debatte schoss CVP-Präsident Christian Ineichen scharf gegen die Initiative des Mieterverbands, in dessen Vorstand Töngi sitzt. Die geforderte Quote von 10 Prozent gemeinnützigen Wohnungsbaus sei zu stur, polterte Ineichen. Zudem gehe günstig und umweltfreundlich nicht zusammen. Die Aussagen verleiteten Töngi beinahe dazu, die Versammlung vorzeitig zu verlassen.

Respektvolles Duell nach «spezieller Begrüssung»

Töngi blieb trotz «spezieller Begrüssung» und lieferte sich ein von Respekt geprägtes Duell mit der Altishofer CVP-Nationalrätin Ida Glanzmann, die im Gegenkomitee ist. Die Delegierten fassten schliesslich bei nur 29 Ja-Stimmen die Nein-Parole. Der Parteivorstand hat bereits zur Erweiterung der Rassismusstrafnorm die Ja-Parole beschlossen. Ausserdem gratulierten die 233 Delegierten Ständerätin Andrea Gmür zur Wahl als Fraktionspräsidentin. Am Schluss wurde der zurückgetretene Krienser Ständerat Konrad Graber von Regierungsrat Reto Wyss mit einer Laudatio geehrt und von den Delegierten mit einer Standing Ovation verabschiedet.