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«So geht man nicht mit Partnern um»: CVP-Kantonalpräsident Christian Ineichen entschuldigt sich bei FDP

Die Negativkampagne der CVP Schweiz sorgt für Unruhe bei den Kantonalparteien. In Luzern sieht man die gute Zusammenarbeit mit der FDP in Gefahr und fordert von der Parteileitung Anpassungen.
Doris Kleck/Kari Kälin
CVP-Kantonalpräsident Christian Ineichen (Bild: Eveline Beerkircher)

CVP-Kantonalpräsident Christian Ineichen (Bild: Eveline Beerkircher)

Die CVP erlebt gerade ihren «Würmli-Moment». Vor ein paar Wochen wurde die SVP Schweiz parteiintern für ihre Plakate kritisiert. Nun geht es der CVP Schweiz gleich. Denn die Onlinekampagne greift direkt Kandidaten an – selbst Verbündete. Wer bei Google nach Kandidierenden für das Bundesparlament sucht, dem erscheint ein von der CVP gekauftes Inserat. Wer auf die unscheinbare Anzeige klickt, kommt zu einer Seite der CVP, wo die Positionen der Kandidierenden aufgezeigt werden. Die Konkurrenz ist erbost. Sie sei unanständig, sagt etwa SP-Nationalrätin Jacqueline Badran. Der Luzerner FDP-Ständerat Damian Müller spricht von einer Schmutzkampagne. Und wertet sie als Angriff auf seine Person.

Besonders erbost über die CVP-Kampagne ist man bei der FDP. «Wenn sich SVP und CVP stilistisch nicht mehr unterscheiden: Weshalb sollen dann FDPler nicht die bürgerlichere der beiden Parteien wählen?», fragt der freisinnige Wahlkampfleiter Matthias Leitner. In Luzern würden die FDP-Wähler die Kampagne nicht goutieren:

«Wenn die CVP uns so angreift, dann wird SVP-Kandidat Franz Grüter zur Option»

In einigen Kantonen sind FDP und CVP enge Verbündete. In Luzern etwa sind sie eine Listenverbindung eingegangen. Und die Ständeratskandidaten Damian Müller und Andrea Gmür (CVP) machen gemeinsam Wahlkampf.

In Zug hat der FDP-Kandidat Matthias Michel das Konterfei von CVP-Ständerat Peter Hegglin mit auf dem Plakat.

Diese gute Zusammenarbeit wollen sich die Kantonalparteien nicht durch die nationale Kampagne zerstören lassen. Pirmin Jung, Wahlkampfleiter der CVP Luzern hat bei der nationalen Parteileitung interveniert: «Wir wurden von der CVP Schweiz schon etwas überrumpelt. Über die Kampagne kann man geteilter Meinung sein. Vielleicht ist sie an anderen Orten effizient, aber zu Luzern passt sie nicht. Wir sind in Kontakt mit der CVP Schweiz, dass die Kampagne für Luzern angepasst wird.» Die Luzerner CVP sei von der Kampagne überrumpelt worden. Das Generalsekretariat habe ihm bereits zugesichert, dass keine Inserate mehr mit Damian Müller geschaltet werden. Dies hat Jung in einem Email an alle Kandidierenden der FDP Luzern mitgeteilt. Darin betonte er auch: «Die Listenverbindung mit der FDP ist für uns extrem wichtig. Wir haben nur Erfolg, wenn wir im Wahlkampf gut zusammenarbeiten.»

Der Luzerner Kantonalpräsident Christian Ineichen entschuldigt sich derweil bei Damian Müller und der FDP. Er sagt:

«Sie ist im Kanton Luzern unbestritten unsere verbündete Partei. So geht man nicht mit Partnern um.»

Karin Stadelmann, Präsidentin der CVP Stadt Luzern, distanziert sich von dieser Kampagne, wie sie auf Twitter festhält. Das sei absolut nicht der Stil der CVP Kanton Luzern.

CVP-Generalsekretärin Gianna Luzio hatte am Morgen bestätigt, dass sie mit der CVP Luzern in Kontakt stehe.

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