CVP-Nationalräte reichen Beschwerde ein

Ein Bild im Luzerner Pfarreiblatt sorgt für rote Köpfe. Die Katholiken werben mit einem Kind, das sich eine Pistole in den Mund hält, für die Waffeninitiative. Jetzt reichen CVP-Politiker Beschwerde ein.

Drucken
Teilen
So warb das Pfarreiblatt für die Waffenschutzinitiative. (Bild: Ausschnitt Pfarreiblatt)

So warb das Pfarreiblatt für die Waffenschutzinitiative. (Bild: Ausschnitt Pfarreiblatt)

Die Luzerner CVP-Nationalräte Ida Glanzmann, Ruedi Lustenberger und Pius Segmüller verstehen die Welt nicht mehr. Ein Bild, das im jüngsten Pfarreiblatt des Kantons Luzern die Gläubigen aufruft, für die Waffeninitiative zu stimmen, wühlt die Gemüter nachhaltig auf. Gezeigt wird nämlich ein rund zehnjähriger Bube, der sich eine Pistole in den Mund führt und damit einen Selbstmordversuch andeutet.

Beschwerde beim Presserat

Die CVP-Nationalräte haben nun heute beim Schweizerischen Presserat Beschwerde gegen den massiven Missbrauch von Kindern für politische Zwecke eingereicht. Der Beitrag verletze in hohem Mass die Erklärung der Pflichten und Rechte der Journalisten. «Insbesondere ist die Menschenwürde und damit die publizistische Sorgfalt massiv verletzt worden», schreiben die CVP-Nationalräte in einem Communiqué.

Besorgt über Emotionalisierung

Die Nationalräte haben ihre Besorgnis auch dem Verein Luzerner Pfarreiblatt kundgetan. Zudem sind auch die Katholische Landeskirche des Kantons Luzern, der Synodalrat und der Regionaldekan Ruedi Heim informiert worden. Mit Besorgnis verfolgt die CVP die Mobilisierung über die Emotionen auf beiden Seiten im Abstimmungskampf.

Der zuständige Redaktor des Luzerner Pfarreiblattes, Lukas Niederberger, wehrt sich gegen die Kritik. Eine mögliche Reduktion der Zahl der Suizide sei das Hauptargument der Befürworter der Waffenschutzinitiative. Das werde mit dem Bild unterstrichen. Suizid komme überall vor. Zudem, so Niederberger gegenüber der «Zentralschweiz am Sonntag», zeige die Fotografie neben der «Macht der Bilder» auch, dass «Waffen eben keine Spielzeuge» seien.

adm/rem

Ihre Meinung ist gefragt: Geht das Bild zuweit oder ist es zulässig? Diskutieren Sie mit und geben Sie gleich unten Ihren Kommentar ab.