CVP und SVP kämpfen in Römerswil um zwei Gemeinderatssitze

In Römerswil will die SVP einen zweiten Sitz in der Exekutive. Die CVP ihrerseits tritt mit zwei Kandidaten an – und will beim aktuellen «Männerrat» auch mit einer Frau punkten.

Ernesto Piazza
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In Römerswil kommt es zu Kampfwahlen um zwei Gemeinderatssitze. (Bild: Roger Grütter)

In Römerswil kommt es zu Kampfwahlen um zwei Gemeinderatssitze. (Bild: Roger Grütter)


Weil Gemeindepräsidentin Ruth Spielhofer (CVP) und Thomas Steenaerts (parteilos) zurückgetreten sind, braucht Römerswil zwei neue Exekutivmitglieder. Für die beiden freien Sitze bewerben sich drei Kandidaten. Während die CVP mit Horst Beck und Bernadette Hochuli die beiden Mandate sichern will, steigt die SVP mit Pascal Wettstein ins Rennen. «Als wählerstärkste Partei in Römerswil erheben wir Anspruch auf einen zweiten Sitz», schreibt sie in einer Mitteilung.

Die SVP ist bereits mit Andreas Spiess in der Exekutive vertreten. Hubert Bösch nimmt für die FDP Platz im Rat und die CVP stellt mit Urs Schryber den Gemeindepräsidenten.

SVP: «Haben Urs Schryber als Präsident unterstützt»

Am 23. September muss das Volk also entscheiden, wie sich die Exekutive in Römerswil künftig zusammensetzt. SVP-Parteipräsident Josef Stöckli sagt dazu: «Wir haben die CVP-Kandidatur von Urs Schryber zum Gemeindepräsidenten unterstützt.» Dieser war Anfang August in stiller Wahl ins Amt gehoben worden. Im Gegenzug pocht die SVP aber – wie erwähnt – auf einen zweiten Exekutivsitz. Das habe man der CVP so mitgeteilt.

Das bestätigt auch deren Präsident Daniel Feer. Er erklärt aber auch, dass die CVP bereits bei der ersten Aussprache mit den drei Ortsparteien im April klar kommuniziert habe, für den zurückgetretenen, parteilosen Gemeinderat Thomas Steenaerts nach einer geeigneten Kandidatin Ausschau zu halten. Damals informierte die CVP auch, «dass wir neben dem als Gemeindepräsidenten nominierten Urs Schryber bereits einen weiteren Exekutivkandidaten gefunden haben», so Feer.

CVP-Kandidat Horst Beck. (Bild: PD)

CVP-Kandidat Horst Beck. (Bild: PD)

Und so steigt für die Mittepartei der 51-jährige Unternehmer Horst Beck ins Rennen. Er sei es sich gewohnt, langfristig und umsichtig zu planen und auch für schwierige Themen Lösungen zu finden, betont Beck. Als CEO und Inhaber der Brainsize GmbH will er die Erfahrung aus der Wirtschaft in die Gemeindearbeit einbringen. «Das kann Römerswil einen Mehrwert bringen.» Denn eine Gemeinde sei wie ein kleines KMU zu führen.

Zudem verfüge er als Zuzüger über eine Aussensicht. Politisch hat er sich bisher noch nicht engagiert. Darin sieht er aber den Vorteil, «frisch, spritzig und unverbraucht» ans Werk zu gehen. Und Beck bricht auch für Menschen in sozial schwierigen Situationen eine Lanze. «Wir müssen uns in Römerswil ebenfalls um Schwächere kümmern: Jede Person soll sich – unabhängig von Status und Einkommen – hier gut umsorgt und integriert fühlen.»

CVP-Frau möchte Sozialvorsteherin werden

CVP-Kandidatin Bernadette Hochuli. (Bild: PD)

CVP-Kandidatin Bernadette Hochuli. (Bild: PD)

Weiter will CVP-Frau Bernadette Hochuli in den Römerswiler Gemeinderat. Sie arbeitet mit einem Teilpensum als Fachlehrerin Hauswirtschaft. Da die beiden Kinder erwachsen sind, sei sie bereit, sich für die Gemeinde zu engagieren. Wobei die 58-Jährige bereits acht Jahre Mitglied der Schulpflege – davon sieben als deren Präsidentin – war. Mit Blick auf den Gemeinderat macht Hochuli keinen Hehl daraus: Ihr Interesse gilt dem Amt der Sozialvorsteherin. In dem Zusammenhang weiss sie, wo sie auf jeden Fall ansetzen würde. «In der Gemeinde gibt es zwar ein betreutes Wohnen, doch das Angebot wird noch nicht wirklich genutzt.»

Zudem betont Hochuli, dass sie sich für alle in Römerswil lebenden Personen einsetzen möchte. Weiter zeigt sie sich offen, wenn es um das Nützen von Synergien mit andern Gemeinden geht. «Daran kommen wir nicht vorbei.» Sie packe auch gerne an und setze um. Für die Familienfrau gebe es kein Schwarz-weiss-Denken. «Teamgedanke» und «lösungsorientiertes Arbeiten» hätten einen hohen Stellenwert.

SVP-Kandidat will Finanzen im Gleichgewicht halten

SVP-Pascal Wettstein (Bild: PD)

SVP-Pascal Wettstein (Bild: PD)

Der in Herlisberg wohnhafte Pascal Wettstein (SVP, 50) sagt: «Ich möchte bei der Entwicklung der Gemeinde die Ortsteile stärker einbinden, sie im Sinne der Bevölkerung mitgestalten.» Mit dem Motto «Nicht nur reden – sondern handeln» will er sich «aktiv in der Gemeinde einbringen». Wichtig ist für ihn auch, dass Römerswil den Finanzhaushalt im Gleichgewicht hält. Weiter will er vermeiden, dass «auf Kosten von Bildung und Sicherheit gespart wird». Ein starkes Gewerbe liegt ihm ebenfalls am Herzen. Das Wachstum der Gemeinde sollte «massvoll und vernünftig» sein.

Auf eine breite politische Erfahrung kann der verheiratete Wettstein (ein Sohn, 13) noch nicht greifen. Seit zwei Jahren sitzt er in der Einbürgerungskommission. Als grosse Pluspunkte sieht der selbständige Unternehmer seine Sozialkompetenz und Kommunikation. Letztere habe in jüngster Vergangenheit etwas gefehlt, glaubt er. Auf ein Ressort will er sich nicht festlegen. «Ich bin gut vorbereitet.»