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Wegen Adidas und Co.: Bürokomplex in Root lässt Steuererträge sprudeln

Der D4-Businesspark in Root lockt Unternehmen wie Adidas und Ipsos an. Dadurch steigt der Bekanntheitsgrad der Gemeinde – die Steuern könnten dagegen bald sinken.
Julian Spörri
Der im Bau befindliche Komplex «Square One» in Root. (Bild: Pius Amrein, 26. Juli 2019)

Der im Bau befindliche Komplex «Square One» in Root. (Bild: Pius Amrein, 26. Juli 2019)

Den Büro- und Wohnkomplex D4 Business Village Luzern in Root haben seit seiner Eröffnung im Jahr 2003 über 100 Unternehmen besiedelt – darunter auch grosse Namen. Anfang April hat Ipsos, die Schweizer Tochter des global tätigen Marktforschers, ein Büro für 20 Mitarbeiter bezogen. Einen Monat später kam die Zusage von Adidas: Der deutsche Sportartikelhersteller mietet rund 1700 Quadratmeter Bürofläche im Komplex «Square One», der sich zurzeit in Bau befindet. Das Unternehmen verlegt die Abwicklung des globalen Handels schrittweise bis Mitte 2020 von den Niederlanden nach Root. Ebenfalls wechseln die Angestellten der bestehenden Niederlassung in Cham in den Kanton Luzern. Insgesamt sollen über 100 Arbeitsplätze entstehen.

Andreas Zettel, Leiter Unternehmensentwicklung bei der Wirtschaftsförderung Luzern, spricht von einer Erfolgsstory:

«Wir sehen eine starke wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinde Root. Dabei sind nicht nur die Ansiedlungen zu erwähnen, sondern auch die gute Entwicklung der bereits ansässigen Firmen.»

Auch der Rooter Gemeindepräsident Heinz Schumacher (FDP) ist zufrieden: «Es war unser Ziel, dass sich weitere Unternehmen im D4 ansiedeln. Dieses Signal haben wir mit der Baubewilligung für die Erweiterung des Business-Village mit dem Komplex ‹Square One› ausgesendet. Darum freut es mich, dass unser Plan aufgeht.»

Gemeinde versucht Interessenten zu überzeugen

Gemeindepräsident Schumacher erklärt sich den Zuzug neuer Firmen nach Root folgendermassen:

«Das Areal D4 kann mit Bus, Bahn und Auto schnell erreicht werden. Zudem gibt es in der Nähe Erholungsgebiete wie den Hasliwald. Dort kann man sogar in der Mittagspause kurz joggen gehen.»

Mit diesen Standortfaktoren versucht die Gemeinde interessierte Unternehmen zu überzeugen. «Unser Engagement ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Die kantonale Wirtschaftsförderung und die Liegenschaftsbesitzerin Suva beziehen uns teilweise in den Prozess mit ein.» Beispielsweise würden Vertreter der Gemeinde eingeladen, um Interessenten den Standort vorzustellen.

Rund 2000 Beschäftigte in über 100 Unternehmen: Die Entwicklung des Business-Parks hat Auswirkungen auf die 5000-Personen-Gemeinde. «Früher war Root nur eine kleine Gemeinde im Rontal, doch mit dem Zuzug bekannter Firmen wie Adidas steigt unsere Reputation. Jetzt werden wir auch von aussen wahrgenommen», stellt Schumacher fest.

Markanter Einschnitt wegen Halbierung der Firmengewinnsteuern

Noch 2012 sah die Gemütslage bei der Rontaler Gemeinde anders aus. Grund dafür war die Halbierung der Firmengewinnsteuern im Kanton Luzern auf den schweizweit tiefsten Stand. Schumacher sagt, dies habe der Gemeinde Root extrem weh getan. «Schon 2012 war der Anteil an juristischen Personen hoch. Wir hatten grosse Unternehmen wie die Perlen Papier. Infolge der Reform gingen die Steuereinnahmen stark zurück.» Durch den Zuzug neuer Firmen in den letzten Jahren seien diese Bauchschmerzen aber verflogen:

«Die Steuereinnahmen von Unternehmen sind nun wieder auf dem Niveau, das wir bereits vor dem Jahr 2012 hatten. Die Reform hat sich letztlich positiv auf uns ausgewirkt.»

Auf das Jahr 2019 ging Root mit dem Steuerfuss von 1,95 auf 1,8 Einheiten herunter. Durch die Annahme der Aufgaben- und Finanzreform 18 sinkt der Steuerfuss ab 2020 nochmals um 0,1 Einheiten. Zum Vergleich: Vor der Jahrtausendwende lag dieser noch bei über 2,0 Einheiten. Setzt sich dieser Trend fort? «Wenn sich Firmen niederlassen und dadurch Mehreinnahmen generiert werden, soll dies auch Auswirkungen auf die Steuern haben», sagt Schumacher. «Zuerst müssen wir aber die Veranlagungen der Firmen anschauen. Wenn es unsere Finanzen zulassen, dann ist eine weitere Steuersenkung denkbar.»

Das Rontal ist eine führende Wirtschaftsregion

Gemäss Andreas Zettel wirke sich das Wachstum der Gemeinde Root auf das ganze Rontal aus. «Die anderen Gemeinden profitieren ebenfalls, da sich viele Arbeitnehmende in der Region niederlassen.» Das Rontal sei wirtschaftlich dynamisch und zu einer führenden Wirtschaftsregion der Zentralschweiz geworden, sagt Zettel. Für die Zukunft sieht er noch viele potenzielle Entwicklungsflächen: «Dabei nimmt das Zusammenspiel zwischen den Rontaler Gemeinden Root, Ebikon, Buchrain und Dierikon eine wichtige Rolle ein. Wichtig wird sein, die heute gute Verkehrslage zu bewahren und die Verkehrsinfrastruktur clever weiterzuentwickeln.»

Dass sich das Rontal weiter entfalten wird, zeigt sich im D4. Die Liegenschaftsbesitzerin Suva vermeldet, dass im Square One noch 5600 Quadratmeter freie Büromietflächen vorhanden sind. Und auch das D4 Business Village könnte wachsen: Die Suva besitzt weitere Bauzonen, die an das bestehende Areal anschliessen. Auf Anfrage teilt die Suva mit, dass voraussichtlich für 2020 ein Studienauftrag für einen Teil dieser Flächen geplant ist.

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