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DAGMERSELLEN: Dank der Kultur in Dagmersellen verankert

Seit 35 Jahren engagiert sich Margrit Peter für die Kultur. Selbst Morddrohungen konnten sie nicht aufhalten.
Roseline Troxler
Margrit Peter (70) durchstöbert in ihrem Wohnzimmer alte Theaterplakate. (Bild Pius Amrein)

Margrit Peter (70) durchstöbert in ihrem Wohnzimmer alte Theaterplakate. (Bild Pius Amrein)

«Der Kulturbatzen hat mich sehr überrascht. Er ist eine Anerkennung für viele Stunden Arbeit», sagt Margrit Peter (70). Die Freude über den Preis ist ihr anzusehen. «Er ist auch eine Motivation für weiteres kulturelles Schaffen, und dies nach einem schwierigen Jahr», sagt Margrit Peter, deren Mann vor einem halben Jahr verstorben ist. «Ruedi hätte wohl am meisten Freude über den Kulturbatzen gehabt.»

Lange Zeit habe sie nicht geglaubt, wieder Kraft für ein Theater zu finden. Nun sucht sie für Herbst 2014 doch wieder ein passendes Stück für die Theaterlüüt Dagmersellen – ihr 20. Theater.

Mitgründerin der Häppereschweller

«Ich fühle mich heute als Dagmersellerin.» Das habe sie 1968 nicht gedacht, als sie mit ihrem Mann, der als Betriebsleiter in einer Milchverwertungsstelle gearbeitet hat, und ihren drei Kindern in die Luzerner Gemeinde zog. «Am Anfang war es nicht leicht als Zürcherin.» Nun sei sie gut verwurzelt. «Es ist schön, ins Dorf zu gehen und Gratulationen zum Kulturbatzen zu erhalten.»

Margrit Peter begann früh, sich in der Gemeinde zu engagieren. «Ich mache alles, was ich tue, gern.» Sie war Mitbegründerin der Guuggenmusig Häppereschweller. «Gereizt hat mich nicht nur die Musik, sondern das Entwerfen von Kleidern.» Später kreierte sie die Dorfdekoration für die Fasnacht. Die Lehre hat sie in einer Gemeindekanzlei absolviert. «Aber ich hatte eine gute Handarbeitslehrerin.» 1989 war für die Peters ein intensives Jahr. «Mein Mann war OK-Präsident des Zentralschweizerischen Jodlerfests. Ich unterstützte ihn.»

«Das Lustigste sind die Pannen»

Zwei Jahre später wurde sie angefragt, die Regie bei den Theaterlüüt Dagmersellen zu übernehmen. «Ich habe spontan zugesagt und leite die Theaterlüüt bis heute – ohne je einen Regiekurs zu besuchen.» Die Regie führe sie ein bisschen diktatorisch: «Ich mache meine Sachen gerne so, wie ich sie mir vorstelle, und mag es, zu organisieren.» Gespielt werde Lustiges oder Krimi. Die Stücke wählt sie nach den Schauspielern aus. «Dies ist das Anspruchsvollste.»

Als die Theatergruppe 2002 das Stück «Out Of Order» aufführte und damit die SVP auf die Schippe nahm, hatte dies Konsequenzen: «Unser Hauptdarsteller und das Restaurant erhielten Morddrohungen, dafür hatten wir mehr Zuschauer, und gar im ‹Blick› wurde über uns berichtet.» Ein anderes Erlebnis, das in Erinnerung blieb, war, als auf der Bühne das Sofa zusammenkrachte. «Das Lustigste am Theater sind die Pannen.» Margrit Peter reizt die Arbeit mit Menschen und das Echo vom Publikum. Selber möchte sie nicht mehr auf der Bühne stehen. «Ich bevorzuge die Arbeit hinter der Bühne.» Im Januar aber wird sie im Mittelpunkt stehen, wenn der Kulturbatzen – heuer mit 2013 Franken dotiert – verliehen wird. «Es kommt mir seltsam vor, das Programm nicht selber zu bestimmen.» Peter ist auch in der reformierten Kirche aktiv. Sie organisiert den Sigristdienst, Apéros nach Gottesdiensten und Weihnachtsfeiern. Zudem hat sie einen Mittagstisch für Senioren eingeführt. «Ich bin in verschiedenen Bereichen tätig, die Summe macht ein interessantes Leben aus.» Das kulturelle Leben auf dem Land ist ihr wichtig. «Es wird ja in Dagmersellen viel gebaut. Ich hoffe, dass die Kultur vielen Neuzuzügern die Integration erleichtert.»

Hinweis

Der Preis wird am Sonntag, 12. Januar 2014, um 17 Uhr im Pfarrei- und Gemeindezentrum Arche in Dagmersellen verliehen.

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