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DAGMERSELLEN: Das Geheimnis der «Häppere»

9000 Besucher säumten den Fasnachtsumzug. Im Mittelpunkt stand eine Kartoffel, die Rätsel aufgab.
Stephan Santschi
Sträggelebrätscher Strengelbach beim Fasnachtsumzug in Dagmersellen. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)

Sträggelebrätscher Strengelbach beim Fasnachtsumzug in Dagmersellen. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)

Um zirka 15.30 Uhr ist es so weit. Die beiden letzten Nummern des Fasnachtsumzugs in Dagmersellen bahnen sich ihren Weg entlang der Baselstrasse. Zuerst der Häpperebus, ordentlich bestückt mit ehemaligen Zunftmeisterpaaren. Und dann das Schlusslicht, der Wagen mit Zunftmeister Toni Kaufmann und weiteren Vertretern der Fasnachtsgesellschaft. Sie werfen Sugus, Schokolade und Gschwellti ins Publikum. Wie bitte? Gschwellti? Manch einer wird davon überrascht. Wie jener junge Mann, der das entgegenfliegende Objekt mit festem Griff fängt und dann feststellt, dass er nichts Süsses, sondern eine zermatschte Kartoffel in der Hand hält. «Härdöpfu?», bemerkt der eine oder andere Zaungast und blickt verwundert.

Ein Spruch ist schuld

Ja, Härdöpfu. Oder wie man in Dagmersellen sagt, Häppere. Sie ist der eigentliche Star der Veranstaltung und überall anzutreffen. Die lokale Fasnachtsgesellschaft nennt sich Häppereschweller, ebenso wie die Guuggenmusig. Die Party in der Chrüzmatthalle heisst Häppereball. Seit 1977, als die Fasnacht mit der Gründung der Häppereschweller neu lanciert wurde, ist der rüüdige Samschtig der Häppere-Samschtig. Doch weshalb ehrt die Gemeinde im Wiggertal während der närrischen Zeit die Knollenpflanze? Einer, der es wissen muss, ist Franz Jost, Obmann der Häpperezunft. «Häppere ist aus einem Spruch übernommen worden, der hier jedem Kind beigebracht wird», sagt er. Und der geht so: «Dagmerselle Häpperescheller, Beerebiisse Hoseschiisse.» Beerebiisser, so viel ist bekannt, heisst die andere Guuggenmusig des Dorfes. Weshalb nun aber ausgerechnet die Kartoffel? «Ich weiss es nicht», gesteht Jost.

Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
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8 Bilder

Fasnachtsumzug Dagmersellen

Benannt nach einer Kartoffel

Den rund 9000 Besuchern ist es egal. Sie geniessen die Sonnenstrahlen und die 41 Nummern des Umzuges, die jeweils durch eine Tafel angekündigt werden. Eine Tafel in der Form einer, na was wohl, Kartoffel. Eindrücklich ist die Riesenlasagne der St. Niklausgesellschaft Uffikon, die Baustelle der Fasnachtsclique Chnutu-Teret oder der grosse Drachen der Reider Fasnachtsgruppe S’Dorf. Zur Degustation lädt der Dagmerseller Whiskyclub ein, dem auch Zunftmeister Toni Kaufmann angehört.
Apropos Zunftmeister. Dieser leitet seinen offiziellen Namen jeweils von einer Kartoffel-Sorte ab. Toni Kaufmann nennt sich Moveius I., in Anlehnung an die Sorte «Move». Der Blick in die Chronik enthüllt weitere Zunftmeister mit klingenden Namen, wie Patronus I. (Kartoffelsorte Patrones) und Granolus I. (Granola). Oder Assius I., mit bürgerlichen Namen Josef Niffeler, Zunftmeister 1993 und zehn Jahre lang Präsident der Dagmerseller Fasnachtsgesellschaft. Er ist definitiv der richtige Mann, um die Hintergründe der Häppere aufzuzeigen. «Die Erde ist nicht rund, sie ist kartoffelförmig», verrät er. Nun gut, geholfen hat das nicht. Fest aber steht: Am Dienstag ist Uslumpete. Auch in Dagmersellen. Häppereverbrennung nennt sich das hier. Entzündet wird eine grosse Kartoffel. Warum? Egal…

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