Dagmersellen
Uffikon und Buchs erhalten bessere ÖV-Verbindungen – doch eine Lücke bleibt bestehen

Der Gemeinderat hat die Verlängerung der Buslinie 82 bis an den Bahnhof Dagmersellen bekanntgegeben. Damit erfüllt er eine Forderung einer Petition. Ein weiteres Anliegen bleibt vorerst unerfüllt.

Reto Bieri
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Seit Jahren kämpfen die Dagmerseller Ortsteile Uffikon und Buchs für einen besseren ÖV-Anschluss. Nun dürfen sie sich über eine gute Nachricht freuen: Ab dem kommenden Fahrplanwechsel soll die Buslinie 82, die von Sursee über St.Erhard, Knutwil, Buchs und Uffikon nach Dagmersellen führt, verlängert werden. Bisher war in Dagmersellen beim Kreisel im Dorf Endstation. Neu fährt der von Postauto betriebene 82er bis zum Bahnhof, das ist rund ein Kilometer weiter.

Ab Dezember gibt es bessere ÖV-Anschlüsse für Uffikon und Buchs. Im Bild die Haltestelle Kantonsstrasse in Uffikon.

Ab Dezember gibt es bessere ÖV-Anschlüsse für Uffikon und Buchs. Im Bild die Haltestelle Kantonsstrasse in Uffikon.

Bild: Nadia Schärli (26. Mai 2021)

Die Nachricht freut insbesondere Kurt Burtolf. Der 75-jährige Uffiker hat im vergangenen Herbst eine Petition eingereicht (wir berichteten). Er fordert, Uffikon und Buchs mit dem ÖV besser an die Zentrumsgemeinde Dagmersellen anzubinden. Rund 340 Unterschriften kamen zusammen, was seine Erwartungen deutlich übertraf. Kurt Burtolf sagt:

«Ich bin dankbar und glücklich, dass nun etwas geht und die Linie verlängert wird.»

Gleichzeitig ist er aber enttäuscht. Grund: Der Bus fährt erst ab Mittag im Stundentakt, dies bis 20 Uhr. Am Morgen gibt es zwar drei frühe Verbindungen, doch zwischen etwa 8 und 12 Uhr fährt kein Bus. «Eine solche Lücke darf es in der heutigen Zeit mitten in der Schweiz nicht geben», findet Kurt Burtolf. In Uffikon existiere keine Infrastruktur mehr wie Post oder Einkaufsläden. Gerade ältere Menschen seien aber auf einen guten ÖV angewiesen, um in Dagmersellen einzukaufen, zur Coiffeuse oder zum Arzt zu gehen. «In Uffikon leben immerhin rund 800 Menschen, Tendenz steigend», sagt Burtolf.

Doch warum besteht am Vormittag eine ÖV-Lücke? Die Antwort liefert der Verkehrsverbund Luzern (VVL), der das ÖV-Angebot im Kanton Luzern plant und finanziert. «Die finanziellen Möglichkeiten sind aufgrund der Coronapandemie auch beim öffentlichen Verkehr angespannt, weshalb der VVL derzeit bei allen Angebotsausbauten zurückhaltend ist», sagt Mediensprecher Romeo Degiacomi. Der VVL baue das Angebot der Linie 82 deshalb schrittweise und in mehreren Etappen aus. Mit der Verlängerung verkürze sich die Reisezeit erheblich, beispielsweise von Knutwil nach Olten von 52 Minuten auf 36 Minuten. «Die Reisezeit ist bei diesem Beispiel 16 Minuten kürzer, also ein Drittel», so Degiacomi.

Laut Gemeinderätin Astrid Meier (CVP), zuständig fürs Ressort Bau, ist es mittelfristig das Ziel, die Angebotslücke vor dem Mittag bei der Linie 82 zu schliessen. Der Stundentakt am Nachmittag, der seit Dezember 2020 gilt, habe die Situation bereits massiv verbessert. Keine Option war für die Gemeinde ein Ortsbus. Eine Schätzung des VVL habe ergeben, dass mit jährlichen Kosten von mindestens 150'000 Franken für Fahrzeug und Chauffeur zu rechnen wäre, so Meier weiter. Den Betrag müsste die Gemeinde selber stemmen. Dies im Gegensatz zum öffentlichen Verkehr, wo die Kosten hälftig zwischen Gemeinden und Kanton aufgeteilt werden. Dagmersellen bezahlt aktuell rund 500'000 Franken für den ÖV.

Drei Haltestellen werden nur noch zeitweise angefahren

Damit der 82er trotz Verlängerung an den Bahnhof Dagmersellen zeitlich die Anschlüsse einhalten kann, können die Bushaltestellen Buchs Wendeplatz, St.Erhard Galerie und St.Erhard Wiberg nur noch zeitweise angefahren werden. «Die Haltestelle Buchs Wendeplatz mitten im Dorf wird in Richtung Dagmersellen am Morgen nicht angefahren, dafür jedoch am Nachmittag», erklärt Gemeinderätin Astrid Meier. In Richtung Sursee wird Buchs Wendeplatz hingegen am Morgen angefahren und am Nachmittag nicht. «Die Überlegung ist: Wenn jemand in Buchs wohnt und nach Sursee zur Arbeit oder in die Schule muss, kann man am Morgen den Bus nehmen und kommt am Abend wieder damit retour», sagt Meier.

Wer hingegen am Morgen von Buchs nach Dagmersellen will, muss sich zur etwa 800 Meter entfernten Haltestelle Eintracht an der Kantonsstrasse begeben. Diesen Kompromiss sei man eingegangen, sagt Astrid Meier, damit der Bus dafür neu bis zum Bahnhof Dagmersellen fahren kann. Auch Kurt Burtolf findet diese Lösung vertretbar. «In Uffikon fährt der Bus ja auch nicht ins Dorf, ich muss mit dem Velo zur Haltestelle an der Kantonsstrasse.» Allerdings müssen laut Astrid Meier bei der Haltestelle Buchs Eintracht Parkiermöglichkeiten geschaffen werden. Man sei daran, Lösungen zu erarbeiten.