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DAGMERSELLEN: Widerstand gegen Bauprojekt

In der Nähe des Bahnhofs sollen acht Mehr­familienhäuser mit hundert Wohnungen gebaut werden. Anwohner wehren sich. Der Gemeinderat kontert.
So könnte die Überbauung Lindenpark in Dagmersellen dereinst aussehen. (Bild: Visualisierung PD)

So könnte die Überbauung Lindenpark in Dagmersellen dereinst aussehen. (Bild: Visualisierung PD)

Matthias Stadler

Die Wiese der Lindezälgmatte in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs von Dagmersellen ist rund 16 000 Quadratmeter gross. Schon bald sollen hier, auf einer Fläche von etwa zwei Fussballfeldern, die Bagger auffahren. Rund die Hälfte der Lindezälgmatte wird, wenn alles nach Plan läuft, mit acht Mehrfamilienhäusern überbaut und zum «Lindenpark» werden. Das Baugesuch liegt seit Freitag zur öffentlichen Einsicht auf. Es sieht 100 Wohnungen und eine Gewerbefläche von rund 560 Quadratmetern vor.

Doch es kündigt sich Widerstand an. Zwei Anwohner kämpfen gegen das Projekt beziehungsweise dessen Verkehrsanbindung. Unter anderem Peter Amrein. Er fürchtet Mehrverkehr an der Werkstrasse, welche in der Nähe der Bauzone liegt. Er erhob deswegen schon beim Gestaltungsplan, welcher im August letzten Jahres auflag (wir berichteten), Einsprache. Diese wurde allerdings vom Gemeinderat abgewiesen. Nun wird Amrein gemäss eigenen Aussagen erneut Einsprache erheben, dieses Mal beim Baugesuch, das noch bis am 4. März aufliegt.

Problem der Verkehrsbelastung

Peter Amrein betont gegenüber unserer Zeitung, dass die Werkstrasse schon heute unter einer sehr grossen Verkehrsbelastung stehe. Mit der neuen Überbauung würde der Verkehr weiter zunehmen. Er kritisiert, dass der Gemeinderat den Verkehr nicht über die Bahnhofstrasse leiten würde. «Von einer gerechten Verteilung des Verkehrs kann absolut nicht gesprochen werden», sagt er. Zudem sei die Bahnhofstrasse breiter, sicherer und übersichtlicher, Mehrverkehr sei dort möglich, auf der Werkstrasse nicht. Dies hätten Verkehrszählungen aufgezeigt.

Der Dagmerseller Gemeinderat Martin Luternauer (CVP) weist diese Kritikpunkte zurück. Die Bahnhofstrasse habe bereits heute gleich viel Verkehr wie die Werkstrasse, wie Messungen aufgezeigt hätten. Der Vorsteher des Ressorts Bau bestätigt zwar, dass die Überbauung zu mehr Verkehr führen würde, jedoch würde dieser auf beide Strassen aufgeteilt. Luternauer sagt: «Ich sehe einer Einsprache deswegen gelassen entgegen.» Er lobt zudem das zuständige Bauunternehmen, die Eberli Entwicklung AG mit Sitz in Sarnen, das von Beginn an aktiv und transparent kommuniziert habe. Der Gemeinderat unterstütze dieses Projekt, es sei ein grosses Volumen für die Gemeinde.

Bezugsbereit im Jahr 2017

Die Überbauung von acht Mehrfamilienhäusern sieht laut Auskunft der Baufirma Eberli Entwicklung AG etwa 65 Mietwohnungen und 35 Eigentumswohnungen vor. Die Zimmergrössen bewegen sich von 2 1/2 bis 5 1/2 Zimmern mit einer Wohnfläche zwischen 66 und 155 Quadratmetern. Die Preise bewegen sich zwischen rund 950 Franken für eine 2 1/2 -Zimmer-Wohnung und 2350 Franken für eine 5 1/2 -Zimmer-Wohnung. Eigentumswohnungen sind ab ungefähr 290 000 Franken zu haben. Diese Angaben sind gemäss dem Anbieter ohne Gewähr, da sie sich noch ändern könnten. Die Wohnungen sollen Mitte bis Ende 2017 bezugsbereit sein. Das Projekt kostet rund 60 Millionen Franken.

Gemeinderat Martin Luternauer erklärt, dass Dagmersellen nach diesem Projekt nur noch wenig eingezontes Bauland zur Verfügung stehe. Deswegen würde auch das Wachstum zurückgehen, denn Dagmersellen ist in den letzten Jahren kräftig gewachsen. Hatte die Gemeinde 2003 gemäss der Bevölkerungsstatistik von Lustat Statistik Luzern 4308 Einwohner, waren es 2013 bereits 5103 Einwohner. Nach Plänen des kantonalen Richtplans wird das Bevölkerungswachstum in Zukunft noch maximal 0,52 Prozent pro Jahr betragen dürfen. Dies würde ein Wachstum von etwa 27 Personen pro Jahr bedeuten. Der Richtplan wird jedoch derzeit nach harter Kritik in der Vernehmlassung noch einmal überarbeitet.

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