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Jetzt soll's der Luzerner Billettsteuer an den Kragen gehen

Die Luzerner Billettsteuer sei veraltet und aufwendig, zudem bringe sie wenig Nutzen. Deshalb verlangt der FDP-Kantonsrat Damian Hunkeler per Motion die Abschaffung.
Simon Mathis
FDP-Kantonsrat Damian Hunkeler.

FDP-Kantonsrat Damian Hunkeler.

Gemeinden im Kanton Luzern sollen nicht mehr die Möglichkeit haben, eine Billettsteuer zu erheben. Das fordert Kantonsrat Damian Hunkeler (FDP) in einer Motion. Die Billettsteuer verpflichtet Veranstalter von sportlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Anlässen, zehn Prozent der Eintrittseinnahmen an die Behörden abzuliefern. Die Steuer betrifft Veranstaltungen in der Stadt Luzern, in der Stadt Kriens und in den Gemeinden Ebikon, Willisau, Malters sowie Emmen.

Die gesetzliche Grundlage für diese Steuer sei veraltet, schreibt Hunkeler in der Motion. Mittlerweile sei die Billettsteuer ein «reines Umverteilungsvehikel», das bei Gemeinden und Veranstaltern für erheblichen bürokratischen Aufwand sorge, aber kaum Nutzen bringe. Die öffentliche Hand unterstütze Kultur, Sport und Gesellschaft mit anderen Mitteln. Die im Jahr 1919 als «Lustbarkeitssteuer» eingeführte Abgabe sei heute hinfällig.

Billettsteuer generiert 5,7 Millionen Franken

Nachdem er sein Anliegen öffentlich geäussert habe, habe er viele Rückmeldungen von Veranstaltern erhalten, sagt Hunkeler auf Anfrage. «Diese sind allesamt positiv ausgefallen», so der Kantonsrat. Auch von diversen Parlamentariern habe er bereits Zustimmung erhalten.

Die Billettsteuer generierte im letzten Jahr 5,7 Millionen Franken. Verwendet werden die Mittel für Kultur- und Sportförderung, die Verwaltung kostet knapp 200'000 Franken. Den Vorwurf der Linken, dass eine Abschaffung der Billettsteuer den Kulturplatz Luzern gefährdet, bestreitet Hunkeler entschieden.

«Wenn nur schon die Hälfte der Veranstalter ein Nullsummenspiel haben, also gleich viel Billettsteuer bezahlen wie sie Subventionen erhalten, dann ist der Betrag, der effektiv zusätzlich in die Kultur fliesst, nicht mehr so wahnsinnig hoch.»

Der Ausfall, der dann noch übrig bliebe, könne über die übliche Kulturförderung, also über die Steuergelder kompensiert werden.

Anstoss für die Diskussion um die Billettsteuer sind unter anderem die finanziellen Sorgen des Blue Balls. Das Musikfestival zahlt der Stadt jährlich 125'000 Franken Billettsteuer und wird im Gegenzug mit 130'000 Franken subventioniert.

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