Damit die Schiffe weiterhin fahren können: Seegrund neben dem Luzerner Inseli wird abgesaugt

Neben dem Inseli in der Stadt Luzern müssen meterdicke Schichten des Seegrunds entfernt werden. Dies, weil das Wasser für die Schiffe nicht mehr tief genug ist. Die Arbeiten starten Anfang Juli.

Elena Oberholzer
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Vor den Schiffstegen zwischen Luzerner Inseli und Alpenquai hat sich über die vergangenen Jahrzehnte auf dem Seegrund viel Material angesammelt. So viel, dass die Schiffe der Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees (SGV) die dortigen Stege bald nicht mehr sicher anfahren können. Deshalb muss im Werftgelände auf einer Fläche von zirka 15'000 Quadratmetern der Seegrund abgesaugt werden. 

Martin Wicki, Delegierter für Sonderprojekte der SVG Holding AG, sagt auf Anfrage:

«Kosten wird das Ganze fast 3,5 Millionen Franken.»

Ob die SVG das alles selbst bezahlen muss, sei noch in Abklärung. Schon im März liefen diesbezüglich Verhandlungen mit dem Kanton (wir berichteten).

Von Juli bis September wird abgesaugt

Für die Arbeiten hat die Schifffahrtsgesellschaft die Firma Kibag beauftragt. Diese werde die meterdicken Sedimente nun im Rahmen eines umweltschonenden Verfahrens entfernen, wie die SGV am Montag mitteilte. Die Arbeiten starten am 1. Juli und werden den ganzen Sommer über bis etwa Ende September andauern, so die SGV. Gemäss Wicki ist der Zeitpunkt für die Bauarbeiten ideal gewählt. Dies, weil in den Sommermonaten tagsüber alle Schiffe auf dem See und nicht im Hafen sind.

Das Ponton vor dem Werftgelände: Zurzeit wird alles eingerichtet (Bild: PD)

Das Ponton vor dem Werftgelände: Zurzeit wird alles eingerichtet (Bild: PD)

Das Material auf dem Seegrund soll mit einem Schwimmbagger abgesaugt und auf das Ponton gepumpt werden. Dort wird der Seeschlamm entwässert. Das Wasser wiederum wird gefiltert, gereinigt und zurück in den See gegeben. Insgesamt sollen so etwa 25'000 Tonnen Substanz in einer Tiefe von bis zu 1,5 Metern entfernt werden. 

Das so gewonnene Material wird dann auf Nauen verladen und nach Rotzloch transportiert. Dort werde es entsprechend der Kategorie des Verschmutzungsgrades gesetzeskonform entsorgt, schreibt die SGV. 

Rücksicht auf die Natur

Für die durch das Absaugen auf dem Seegrund zerstörten Wasserpflanzen muss die SGV Ersatz- und Kompensationsleistung an den Kanton erbringen. So würden beispielsweise unter Wasser spezielle Einrichtungen für die Fische angebracht, damit sich diese im vom Sauger zerstörten Lebensraum schnell wieder wohl fühlen, erklärt Wicki. Zudem würden – als Kompensation für die zerstörte Flora – an anderen Stellen im See Wasserpflanzen eingesetzt.

Schlussendlich sei es aber auch für die Flora und Fauna der betroffenen Fläche besser, wenn das Wasser an der Stelle wieder tiefer ist. «Der Abstand zu unseren Schiffen wird ja damit wieder vergrössert», so Wicki. «Jetzt wühlen die Schiffe immer den ganzen Boden auf, wenn sie durchfahren.»

Die Ersatz- und Kompensationsleistungen müssen innerhalb von vier Jahren erbracht werden. Nach Ablauf der Zeit wird der Kanton kontrollieren, ob entsprechende Massnahmen umgesetzt wurden.

Gleiches Problem an anderen Stellen

Das Problem der Ablagerungen sei nicht neu, so Wicki. Überall, wo Flüsse in Seen münden, werde viel Material angeschwemmt, welches sich dann auf dem Grund des Sees ablagert. Folgen für die Schifffahrt hatte das beispielsweise auch im Hafen von Brunnen, wo vor zwei Jahren ähnliche Arbeiten durchgeführt werden mussten. Dort wurden Teile des Seegrundes aber mit dem Bagger entfernt. Das funktioniert in Luzern nicht, da es in der Nähe keine Stelle gibt, wo man das Material hinschaufeln könnte. Die Technik des Saugens werde in diesem Sommer in Luzern schweizweit zum ersten Mal eingesetzt.