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Dank einem «City-Manager» soll Luzern der Konkurrenz die Stirn bieten

Die Luzerner Innenstadt als ein einziges «Shoppingcenter» zu vermarkten: Dies ist bisher nicht gelungen. Jetzt bringt die Stadtpolitik neue Ideen - und bedient sich dabei einer bewährten Strategie von Einkaufszentren.
Robert Knobel
Leeres Schaufenster in der Altstadt von Luzern. Stadt und Geschäfte suchen nach Strategien, um den Standort Innenstadt zu stärken. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Leeres Schaufenster in der Altstadt von Luzern. Stadt und Geschäfte suchen nach Strategien, um den Standort Innenstadt zu stärken. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Die Eröffnung der Mall of Switzerland löste in den Geschäften der Luzerner Innenstadt grosse Ängste aus: Die Kunden, so die Befürchtung, würden künftig in Ebikon statt in der Altstadt zum Shoppen gehen. Tatsächlich haben die «Mall» und die übrigen Einkaufszentren der Region einen entscheidenden Vorteil gegenüber der Innenstadt: Sie verfügen über einen Center-Manager, welcher den Branchenmix orchestriert, Spezial-Events organisiert und die Läden unter einem gemeinsamen Markendach vereint. Im Stadtzentrum hingegen kämpft jeder für sich allein, getrieben von teils unterschiedlichen Interessen. Für das Modegeschäft liegt die Konzernzentrale oftmals näher als der Nachbarladen an der Strasse.

Das soll sich künftig ändern, finden die Luzerner Grossstadträte Albert Schwarzenbach (CVP) und Daniel Furrer (SP). Sie haben ein Postulat eingereicht, mit dem sie die Einführung eines «City-Managers» fordern. Damit soll die Innenstadt als Einkaufsstandort gestärkt werden - auf die Konkurrenz der Shoppingcenter soll mit deren eigenen Waffen reagiert werden. Der City-Manager soll Standortmarketing für die Läden betreiben, aber auch die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum im Fokus haben. Zu diesem Zweck bringt er die Anliegen von Gewerbe, Stadtverwaltung und Bevölkerung zusammen und ist idealerweise als Ansprechpartner auch physisch vor Ort, etwa in einem City-Büro in der Altstadt. «Es geht darum, die Identität der Innenstadt zu stärken», sagt Albert Schwarzenbach. Vorbild für den City-Manager sind deutsche Städte wie Erfurt oder Dresden, die ein solches Modell bereits kennen.

Es fehlt jemand, der Projekte initiiert und koordiniert

Die Bestrebungen, die Luzerner Innenstadt als attraktive Shoppingdestination zu vermarkten, sind nicht neu. Die City Vereinigung Luzern kümmert sich seit 1969 um die Anliegen der rund 230 beteiligten Geschäfte und Firmen in der Innenstadt. Dasselbe Ziel verfolgt seit 1997 der städtische ALI-Fonds für die Attraktivierung der Luzerner Innenstadt. Der Fonds wird mit rund 250'000 Franken pro Jahr aus den Einnahmen der Parkgebühren gespiesen. Das Geld wird jeweils für konkrete Projekte zur Attraktivierung der Innenstadt verwendet. Doch die Wirkung ist gemäss den beiden Vorstössern im Stadtparlament nicht zufriedenstellend. So würden die zur Verfügung stehenden Mittel des ALI-Fonds oftmals gar nicht ausgeschöpft, weil es schlicht an valablen Ideen für Projekte fehlt. Daher brauche es jemanden, der Projekte aktiv initiiert und koordiniert. Schwarzenbach und Furrer schlagen deshalb vor, dass der künftige City-Manager die ALI-Gelder verwalten und proaktiv für Attraktivierungs-Projekte einsetzen soll. Unterstützt werden soll der Manager durch einen Beirat, der sich aus Vertretern aller relevanten Player in der Innenstadt zusammensetzt.

Die Politik soll mehr mitreden

Der City-Manager soll an der Schnittstelle zwischen dem Gewerbe und der städtischen Politik agieren. Dadurch unterscheidet er sich auch vom rein privat organisierten Interessenverband City Vereinigung. Die Vorstösser schreiben denn auch: «Mit der neuen Struktur würde das Marketing für die Innenstadt näher auf die politischen Ziele ausgerichtet.» Albert Schwarzenbach nennt als Beispiel die Sanierung von Grendel und Löwengraben: Dies ist zwar ein Projekt von Politik und Stadtverwaltung, betrifft aber ganz direkt auch die Läden und die Altstadt-Bewohner. Ein City-Manager würde sich nun zum Beispiel mit der Frage befassen, welche Art von Nutzungen auf den frei werdenden Strassenflächen erwünscht sind.

Vorbild Luzern Tourismus?

Gemäss dem Postulat soll der Stadtrat ein Anforderungsprofil mitsamt Finanzierungsmodell für eine City-Management-Stelle ausarbeiten. Albert Schwarzenbach sagt dazu: «Die Stelle könnte als externes Mandat vergeben oder innerhalb der Stadtverwaltung geschaffen werden.» Letztere Variante kommt für André Bachmann, Vorstandsmitglied der City Vereinigung, allerdings nicht infrage: «Das City Management ist sicher keine Verwaltungsaufgabe.» Er schlägt vielmehr ein Modell analog zu Luzern Tourismus vor: «Die Marketingorganisation hat zwar einen klaren Leistungsauftrag der Stadt, wird aber von der Wirtschaft getragen.» Auch für Bachmann steht ausser Frage, dass es eine zentrale Stelle für Innenstadt-Angelegenheiten dringend bräuchte. Denn die bestehenden Organisationen wie City Vereinigung, Detaillistenverband oder Quartiervereine würden jeweils nur einen Teil der Betroffenen vertreten. Ein City-Manager könnte vermehrt übergeordnete Projekte anreissen wie beispielsweise die Neustadt-Shopping-App, welche der Quartierverein Hirschmatt-Neustadt kürzlich vorstellte.

Das Postulat im Wortlaut

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