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Dank gutem Jahresabschluss: Pädagogische Hochschule Luzern erhält eine Finanzspritze

Der Hilferuf der defizitären Pädagogischen Hochschule Luzern zeigt Wirkung: Die Regierung erhöht ihren Beitrag ab 2020 um über zwei Millionen Franken. Zugleich fordert der neue Bildungsdirektor eiserne Disziplin.
Evelyne Fischer
Hans-Rudolf Schärer, Rektor der PH Luzern, freut sich über die Erhöhung des Trägerbeitrags. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 11. Juni 2019)

Hans-Rudolf Schärer, Rektor der PH Luzern, freut sich über die Erhöhung des Trägerbeitrags. (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 11. Juni 2019)

Die Hiobsbotschaft erfolgte vor drei Wochen: Die Pädagogische Hochschule (PH) Luzern weist für das letzte Jahr ein Defizit von 2,3 Millionen Franken aus. Rote Zahlen, erneut: Schon 2017 lag das Minus bei 1,9 Millionen Franken, dies bei einem Gesamtaufwand von gegen 70 Millionen Franken (Artikel vom 11. Juni).

Zum Defizit führten unter anderem reduzierte jährliche Pro-Kopf-Beiträge der Vereinbarung über die Fachhochschulen für die Lehrerausbildung. Zum anderen hat der Kanton als Träger seinen Beitrag gekürzt, von 5,3 Millionen Franken im 2017 auf 4,4 Millionen im 2018 und 2019. Zum Vergleich: 2014 beteiligte sich Luzern noch mit 8,1 Millionen Franken. PH-Rektor Hans-Rudolf Schärer verhehlte damals nicht:

«Wenn wir weiterhin mit einem Trägerschaftsbeitrag von 4,4 Millionen Franken wirtschaften müssen, dann sind weitere Sparmassnahmen nicht zu vermeiden. Die Qualität der Ausbildung würde damit nicht mehr nur tangiert, sondern beschädigt.»

Fürs Jahr 2020 winken 6,4 statt 5,1 Millionen

Die gute Nachricht: Der Regierungsrat wird den Trägerbeitrag ab 2020 erhöhen. Das hat er am Dienstag mitgeteilt. Die schlechte: Trotzdem wirds weitere Sparmassnahmen brauchen.

Für 2020 sollen neu 6,4 Millionen Franken zur Verfügung stehen, danach bis 2023 7,3 Millionen. Im Aufgaben- und Finanzplan 2019 – 2022 waren fürs Jahr 2020 noch 5,1 Millionen vorgesehen. Die Korrektur nach oben ist dem letzten Jahresabschluss zu verdanken – die Rechnung 2018 fiel bekanntlich um 119 Millionen Franken besser aus als budgetiert. «Wir verfügen beim Budget 2020 über einen gewissen Gestaltungsspielraum. Damit konnten wir für die kommenden Jahre einen etwas höheren Trägerbeitrag vorsehen», sagt Bildungs- und Kulturdirektor Marcel Schwerzmann (parteilos) auf Anfrage.

«Parallel dazu erwarten wir von der PH aber, weitere Sanierungsmassnahmen zu entwickeln, um ihr Budget einhalten zu können.»

Sein Departement werde zudem zusammen mit dem PH-Rat «die Finanzen der pädagogischen Hochschule genau durchleuchten und anschliessend über allfällige Massnahmen beraten», sagt Schwerzmann. Als Bildungsdirektor sei er «an einer guten Ausbildung der künftigen Lehrpersonen interessiert», so Schwerzmann. «Diese hängt aber bestimmt nicht einfach nur von einer Erhöhung der Finanzen ab. Die geplante Analyse wird zeigen, ob der Trägerbeitrag weiter erhöht werden soll.»

PH: «Zusätzliche Mittel tragen zur Gesundung bei»

Dass der Kanton die Bitte der pädagogischen Hochschule um eine stärkere finanzielle Beteiligung erhört, freut PH-Rektor Hans-Rudolf Schärer. Er sagt:

«Offenbar konnte der Regierungsrat die von uns dargelegten Gründe für die strukturelle Unterfinanzierung nachvollziehen.»

Die zusätzlichen Mittel würden – nebst bereits eingeleiteten Massnahmen – zur Gesundung der Finanzen beitragen. Zur Erinnerung: Mit einer Arbeitszeiterhöhung, grösseren Lerngruppen und der Kürzung der praktischen Ausbildung um eine Woche konnte im letzten Jahr eine Million Franken eingespart werden. Zurücklehnen könne sich die PH deswegen nicht. Schärer sagt: «Ein ausgeglichenes Rechnungsergebnis für 2019 ist trotz zusätzlicher Sparbemühungen wenig realistisch. Und wie sich die Erhöhung des Trägerbeitrags ab 2020 im Detail auf unsere Finanzen auswirkt, müssen wir erst analysieren.»

Hans-Rudolf Schärer betont erneut, die PH Luzern sei bereits heute die kostengünstigste aller 16 Schweizer pädagogischen Hochschulen. Im Schnitt betragen die Kosten bei den Institutionen, die Lehrerinnen und Lehrer ausbilden, jährlich über 44'000 Franken pro Student. An der PH Luzern sind es im Schnitt 36'000 Franken. Schärer sagt:

«Grundsätzlich ist es für uns also eine grosse Herausforderung, Sparmassnahmen ohne Auswirkungen auf die Qualität umzusetzen.»

Die PH sei sich bewusst, dass auch sie ihren Beitrag leisten müsse. Eine Studienplanreform soll Einsparungen von zwei Millionen Franken bringen, um die Ausfälle bei den Beiträgen aus der Vereinbarung über die Fachhochschulen zu kompensieren. «Damit kommen wir dem Auftrag der Regierung nach.»

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