Dank Hergiswiler Gastronom können Zentralschweizer jetzt Spargeln online bestellen

Wegen der Coronakrise befürchten Bauern, dass sie auf ihren Spargeln sitzen bleiben. Der Hergiswiler Gastronom Christoph Aebersold will diese deshalb mit einer Online-Plattform an die Konsumenten bringen.

Pascal Linder
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Agron Tunprenkaj und Christoph Aebersold

Agron Tunprenkaj und Christoph Aebersold

Bild: pd

Im April spriessen in der Schweiz die ersten Spargeln. Doch aufgrund der anhaltenden Coronakrise befürchten viele Bauern und Lieferanten, dass sie auf ihren Spargeln sitzen bleiben. Der Hergiswiler Koch und Gastronom Christoph Aebersold hat darum zusammen mit dem Food-Scout Jürg Kappeler von Sense of Delight eine Onlineplattform ins Leben gerufen, auf der sie seit vergangenem Mittwoch verschiedene hausgemachte Spargelprodukte anbieten.

Aebersold führt mit seinem Geschäftspartner Agron Tunprenkaj das Gasthaus St. Wendelin in Wauwil sowie das exklusive Chef’s Table-Restaurant «Uniquisine» in Stansstad. Weil er in seinen beiden Restaurants zurzeit keine Spargelgerichte servieren kann, suchte er nach neuen Ideen. Ein Fernsehbeitrag vom SRF hatte ihn angespornt, das neue Projekt zu lancieren. Der Beitrag zeigte, wie die Spargelbauern Mühe haben, ihre Spargeln verkaufen zu können. Aebersold sagt:

«Spargel ist ein Luxusgemüse. Es wäre schade, wenn man es wegwerfen müsste.»

Bis jetzt sei das Problem noch nicht akut, denn die Haupternte starte erst noch. Mit der Onlineplattform wollen sie auf die bevorstehende Haupternte vorbeugen.

Haltbarkeit dank Sous-Vide Methode

Aus diesem Grund spannt er mit zwei seiner Lieferanten zusammen und entwickelte innerhalb einer Woche die App «Spargel-Genuss». Die App steht auf www.uniquisine.ch zum Download bereit. Auf dieser Verkaufsplattform können die Kunden bequem von zu Hause aus Spargeln und Beilagen bestellen. «Wir schälen den weissen Spargel, geben ihn in einen Vakuumbeutel und kochen ihn im Sous-Vide-Verfahren», erklärt Aebersold. Nach dem Kochen kühlt er die Spargeln im Eiswasser. Somit seien die Spargeln eine Art pasteurisiert. Durch dieses Verfahren seien Spargeln rund zwei Wochen haltbar. Die Kunden müssen das Gemüse zu Hause nur noch erwärmen – et voilà, fertig ist das Gericht.

Nebst den vorgegarten Spargeln beinhaltet das Angebot auch Spargelsuppe, diverse hausgemachte Saucen sowie Beilagen in Form von Schinken oder Bratkartoffeln. Das Angebot wird durch Dessertspezialitäten des Emmentaler Konditorweltmeisters Rolf Mürner ergänzt.

Die Bestellungen können entweder im «Uniquisine» in Stansstad abgeholt werden oder das Team liefert mit einem Aufpreis von zehn Franken in den Kantonen Luzern und Nidwalden gleich selbst aus. «Uns ist es wichtig, die beste Qualität anzubieten», sagt Aebersold.

«Wir verarbeiten vorzugsweise frischgestochenen Schweizer Spargel, sofern es genügend auf dem Markt gibt.»

Frische Spargeln würden quietschen, wenn man sie aneinander reibt. Zudem würden sie Flüssigkeit verlieren, wenn man sie unten an den Enden auspresst, erklärt er.

«Andere können sich uns anschliessen»

Vom Spargelangebot sollen nicht nur Zentralschweizer profitieren können, auch der Versand von Spargeln per Post in die ganze Schweiz ist möglich. Derzeit gibt es nebst dem «Uniquisine» in Stansstad zwei weitere Abholmöglichkeiten bei Aebersolds Lieferanten im Kanton Zürich. Aebersold ist offen, das Angebot zu erweitern: «Wenn dies andere Gastronomen, kleine Feinkostläden oder Metzgereien lesen und sich uns anschliessen wollen, so sind sie herzlich willkommen, sich bei uns zu melden.»