Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Sinfonieorchester Luzern gewinnt Tourismus Award 2018: Dank ihnen spielt die Musik in Luzern

Das Luzerner Sinfonieorchester wird für seine Verdienste für den Tourismussektor ausgezeichnet. Der Intendant ist geehrt. Und er sieht in der Geschichte der Region ein noch viel grösseres Potenzial für die Zukunft schlummern.
Interview: Ismail Osman
Spass muss sein: Mitglieder des Luzerner Sinfonieorchesters beim Dreh eines Werbefilms. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern 18. April 2018))

Spass muss sein: Mitglieder des Luzerner Sinfonieorchesters beim Dreh eines Werbefilms. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern 18. April 2018))

Rund 450 Gäste aus Politik, Tourismus, Kultur und Gesellschaft haben sich am Samstag im KKL Luzern eingefunden. Geladen wurde zur Verleihung der Tourismus Awards. Heuer wurden gleich drei Preisträger geehrt. Es sind dies das Bürgenstock Resort, das Luzerner Sinfonieorchester und Hotelier Fritz Erni (Art Deco Hotel Montana). Letzterer wurde mit einem «Lifetime Award» ausgezeichnet (siehe Box unten).

Mit der Würdigung des Luzerner Sinfonieorchesters wurde insbesondere auch die Leistung des Intendanten Numa Bischof Ullmann hervorgehoben. In den 15 Jahren seines Wirkens habe er das Orchester aus der Regional- in die internationale Spitzenliga gehievt und das Luzerner Sinfonieorchester zu einer «Visitenkarte hiesigen Kunstschaffens» entwickelt. So sei das Sinfonieorchester auch ein wichtiger Botschafter für den Tourismus. Intendant Numa Bischof Ullmann über das Geheimnis des Erfolgs.

Numa Bischof. (Bild: rog)

Numa Bischof. (Bild: rog)

Numa Bischof, ist das Luzerner Sinfonieorchester jetzt eine Tourismusattraktion?

Unser Engagement der letzten Jahre trägt sicher dazu bei, dass die Ausstrahlung des Luzerner Sinfonieorchesters stetig wächst. Das wiederum fördert den Tourismus – und die damit verbundene Wirtschaft und auch den Kulturplatz Luzern.

Sie sprechen die in Luzern oftmals hinterfragte «Wertschöpfung» aus dem Tourismus an.

Die Zahlen sind deutlich: Wir registrieren laufend mehr Besucher, die aus der ganzen Schweiz und dem Ausland anreisen. Das sind Hotelübernachtungen und Restaurantreservationen, vielleicht auch noch Ausflüge in der Region.

Das Orchester hat demnach eine Leuchtturmfunktion für die hiesige Tourismusbranche?

Ich denke, das darf man heute durchaus sagen. Aber diese Funktion geht über den Tourismus hinaus.

Inwiefern?

Dass Luzern als Musikstadt mit einem starken Orchester wahrgenommen wird, nützt auch anderen Zweigen der Wirtschaft. Ein kleines Beispiel: Wenn man etwa Ärzte für die Kliniken und Spitäler der Region rekrutieren will, ist das Kulturangebot oftmals ein Entscheidungsfaktor.

Das Kulturangebot, gerade im Bereich Klassik, ist in Luzern ja durchaus gegeben. Manche sehen ob all den verschiedenen Festivals gar eine Tendenz zum wenig verankerten Eventtourismus.

Hier muss ganz klar dagegenhalten werden, dass das Luzerner Sinfonieorchester kein Eventorchester ist. Ausstrahlung und Qualität schliessen sich übrigens nicht aus – im Gegenteil! Ich zähle uns aber zu den regionalen Grundversorgern.

Ein interessanter Vergleich. Was verstehen Sie darunter?

Wir haben einen für uns enorm wichtigen Kulturbildungsauftrag, den wir erfüllen wollen. Dazu gehört unsere Musikvermittlung, welche wir als erstes Orchester der Schweiz professionalisiert haben. Da ist etwa unser Musikwagen, mit dem wir die Musik bis in die entlegensten Winkel der Region zu tragen versuchen. Ich denke aber auch an unser Engagement im Bereich Inklusion, wenn wir Konzerte für Menschen mit Demenz spielen oder Projekte an Heilpädagogischen Schulen realisieren.

Das Orchester hat sich in Ihrer Zeit als Intendant enorm entwickelt und professionalisiert. Kann man so gesehen überhaupt noch von einem «Luzerner Orchester» sprechen?

Keine Frage. Klar ist es so, dass die Musiker heute teilweise von weit her kommen. Tatsache ist aber auch, dass diese Musiker und ihre Familien danach hier leben, unterrichten, sich bei den genannten Aktivitäten engagieren oder auch aus eigener Initiative Projekte lancieren.

Zurück zur Entwicklung: Was haben Sie vorgefunden, als Sie vor rund 15 Jahren nach Luzern kamen?

Ich sah das fantastische Potenzial, das da war. Schon rein geografisch: in der Mitte der Schweiz, im Zentrum Europas. Ich spürte auch eine echte Musikbegeisterung – und die Freude diese auch zu zelebrieren. Da herrscht eine deutlich andere Atmosphäre als etwa im von calvinistischer Strenge geprägten Genf.

Ihre Aufgabe war es, dieses Potenzial auszuschöpfen. Ist das gelungen?

Möglich machte das eine Mischung aus Leidenschaft, Unternehmertum, Initiativfreudigkeit, aber auch der Hartnäckigkeit Ideen durchzuziehen. Und natürlich das Engagement der öffentlichen Hand ebenso wie jenes zahlreicher Sponsoren, Gönner und Mäzene.

Weshalb funktionierts in Luzern?

Das Luzerner Sinfonieorchester ist mit dem Gründungsjahr 1805 ja eigentlich das älteste der Schweiz. Es ist aber von einem noch sehr jungen Geist geprägt und tief mit der Eröffnung des KKL von 1998 verbunden. Man hat damals verstanden, dass ein solch ausserordentliches Haus ein ihm würdiges Orchester beheimaten muss. Da war ein klares Ziel, das wir konsequent verfolgten.

Sind Sie also am Ziel angekommen?

Nun, es ist eine Reise. Und diese haben es so an sich, dass, sobald der erste Gipfel erreicht wurde, der nächst grössere sichtbar wird.

Wohin soll die Reise weiterführen?

Musikalisch sind wir auf bestem Weg und nähern uns der Topklasse an. Wo aber noch ein irrsinniges Potenzial liegt, ist beim Standort selbst.

Das da wäre?

Wie eingangs erwähnt, wird Luzern – auch dank des Sinfonieorchesters, aber natürlich auch dank dem weltweit bekannten Lucerne Festival – in der Fachwelt als Musikstadt wahrgenommen. Es gibt hier aber ein historisches Vermächtnis, dass noch kaum genutzt wird. Noch immer realisieren wenige, dass zeitlose Legenden der Musikgeschichte hier wirkten: Arturo Toscanini dirigierte hier in der Gründungszeit des Lucerne Festivals, Wagner und Rachmaninov lebten gar hier. Da besteht also eine Aura und ein Mythos einer Musikstadt Luzern.

Die musikalische Geschichte der Region soll stärker betont werden?

Dieser Mythos wird heute noch zu wenig gelebt. Ziel müsste doch sein: Wer nach Luzern kommt, der besucht mindestens ein Konzert.

Und wie erreicht man dies?

Es braucht einen gemeinsamen Effort aller Beteiligten wie dem Tourismussektor und Institutionen wie unserer. Ich bin überzeugt, dass wir in diesem Sinne hier einen Rohdiamanten vor uns haben. Jetzt wird es Zeit diesen zu schleifen.

Hinweis: Numa Bischof Ullmann (48), ursprünglich aus Basel, ist seit 15 Jahren Intendant des Luzerner Sinfonieorchesters. Er ist zudem Gründer und Leiter des Festivals Zaubersee – Tage Russischer Musik.

Drei Gewinner wurden geehrt

Die Tourismus-Awards des Tourismus-Forums Luzern sind gestern Abend im KKL Luzern verliehen worden. Drei Preisträger wurden dabei geehrt: Das Luzerner Sinfonieorchester wurde «für die Positionierung des Orchesters in der internationalen Spitzenliga und für die regionale Beliebtheit ausgezeichnet», wie Jury- und Tourismus-Forum-Ehrenpräsident Walter Schmid erklärte. «Mit seinen Auftritten in über 25 Ländern auf vier Kontinenten und in 77 Städten ist es ein erstklassiger Botschafter für die gesamte Region», sagte Schmid. Nebst den rund 50 000 Konzertbesuchern in der Region würde zudem eine Wertschöpfung für die Hotellerie und das lokale Gewerbe im zweistelligen Millionenbetrag generiert.

Mit der Auszeichnung des Bürgenstock Resort wurde auch dessen General Manager Bruno Schöpfer geehrt. «Er hat den nötigen Drive und auch den Durchhaltewillen bewiesen, um diesem Grossprojekt zum Erfolg zu verhelfen», so Schmid. «Risikobereite Investoren und Bruno Schöpfer haben diesen wunderschönen Ort aus einem viel zu langen Dornröschenschlaf geholt.»

Fritz Erni, der Hotelier des Jahres 2017 und Direktor des «Hotels des Jahres 2018/2019» (Art-déco-Hotel Montana), wurde für sein Lebenswerk geehrt. «Fritz Erni hat sich in vielfältiger Art und Weise für die Hotellerie, die Gastronomie und den Tourismus eingesetzt. Er bleibt als perfekter, innovativer Gastgeber Vorbild für junge Hoteliers und Gastronomen.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.