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Dank einem Hund stiess sie auf Mord und Totschlag am Sempachersee: Katharina Huter veröffentlicht den dritten Krimi

Weil sie nicht immer Leichen im Seetal herbeischreiben kann, spielt der dritte Krimi der Hitzkircherin Katharina Huter zwischen Sempach und Nottwil. In einem fiktiven Dorf, mit erschreckend realen Intrigen.
Robert Bossart
Katharina Huter (71) mit Hund Juna auf dem täglichen Spaziergang. (Bild: Nadia Schärli, Hitzkirch, 16. April 2019)

Katharina Huter (71) mit Hund Juna auf dem täglichen Spaziergang. (Bild: Nadia Schärli, Hitzkirch, 16. April 2019)

Krimis im lokalen, ländlichen Milieu, geschrieben von Menschen, die vor Ort wohnen und leben: Das hat zurzeit Hochkonjunktur. Kaum ein Landstrich in der Schweiz, wo nicht ein Einheimischer ein Buch von Mordfällen veröffentlicht, die quasi vor der Haustür passiert sind. Katharina Huter aus Hitzkirch hat damit begonnen, bevor es ein Hype war. Ihr erster Krimi erschien 2004, der zweite 2007. Nun ist ein weiteres Werk fertig: Eisige Spuren.

Darin geht es zunächst um einen Gemeindeammann, der verdächtigt wird, einen Mann aus dem Fenster gestossen zu haben. Dies nach einer Reihe mysteriöser Vandalenakte im alten Dorfkern, die die Bevölkerung aufschrecken und Angst und Misstrauen säen. Und dann wird der Politiker vermisst. Wie schon in den vorangegangenen Büchern ermitteln Christina Lauber und ihr Team von der Fachgruppe Leib und Leben der Luzerner Polizei. Kompliziert wird der Fall durch das Verschwinden einer Kantonsrätin und den Überfall auf einen Tankstellenshop. Hängen alle Vorfälle zusammen?

Tatort Kapferswil

Der Krimi spielt in Kapferswil, einer Ortschaft zwischen Sempach und Nottwil. Warum verlegt die Seetalerin ihre Handlung an den Sempachersee – und weshalb in ein Dorf, das es gar nicht gibt? Die 71-Jährige schmunzelt und sagt:

«Ich kann nicht lauter Leichen im Seetal herbeischreiben.»

Das fiktive Dorf hat die pensionierte Tierärztin erschaffen, weil sie nicht möchte, dass eine bestehende Gemeinde mit Mord und Totschlag in Verbindung gebracht wird. «Ich bin mit dem Auto umhergefahren und habe nach der passenden Örtlichkeit gesucht. Auch der Name ist durchdacht: «Kapf» kommt vom Wort «Gaffen».

Die Ermittler in Katharina Huters Krimis sind keine extravaganten Charaktere, was schon kritisiert wurde. Sie schüttelt den Kopf. Sie möchte keine Kommissare, die saufen oder drogensüchtige Kinder haben. «Die Geschichte sollte im Vordergrund stehen, nicht die Neurosen der Ermittler.»

Idee und grobe Geschichte passen auf A4-Seite

Wie schreibt man einen Krimi? Huter sagt: «Zuerst müssen die Idee und die grobe Geschichte da sein, das hat auf einer A4-Seite Platz.» Dieses Gerüst füllt sie beim Schreiben nach und nach aus. Es müssen falsche Fährten gelegt werden, der Mörder darf nicht erst am Schluss des Buches auftreten, die Leser sollen aber nicht bereits in der Mitte des Buches erraten, wer es ist.

«Es ist wie ein Kreuzworträtsel, das man selbst erstellt. Am Schluss muss alles aufgehen.»

Die Idee für ihr neues Buch hatte sie bereits vor mehreren Jahren, bei einem Spaziergang mit ihrem damaligen Hund. Sie begann zu schreiben. Dann sei ihr das Leben dazwischengekommen, sagt sie. Katharina Huters Mann ist gestorben, sie verkaufte ihre Liegenschaft in Hämikon und zog ins Zentrum von Hitzkirch. Zudem hat sie ihre Tierarztpraxis aufgegeben und liess sich pensionieren. Schliesslich schrieb sie weiter. Etwas Angefangenes mache man auch fertig, findet sie.

Unruhiger Ruhestand

Mehr als drei Stunden pro Tag arbeitet sie nicht. «Es fehlt einfach die Zeit.» Sie hätte nie gedacht, dass man im Ruhestand so viel zu tun habe. Katharina Huter ist jeden Tag mehrere Stunden mit ihrer Hündin Juna draussen und trainiert mit ihr unter anderem Kunststücke mit Frisbees. Einmal wöchentlich ist sie als «Seniorin im Klassenzimmer» in einem Kindergarten anzutreffen, zudem betreut sie bei 60aktiv die Rubrik «Senioren helfen Senioren». Und, und, und.

Was treibt Huter immer noch an, zu schreiben? Angefangen hat sie 1991 mit einem Buch über ihren damaligen Hund «Schnäuzli», das auf Anhieb zum Erfolg wurde. Die Krimi-Leidenschaft hat sie von ihren Eltern geerbt. «Eine tausendseitige Familiensage schreiben kann ich nicht. Aber Kriminalgeschichten erfinden, das mache ich gerne.»

Hinweis: Kriminalroman «Eisige Spuren», Verlag Pro Libro Luzern, 279 Seiten, 29 Franken, ISBN 978-3-905927-61-0. Vernissage: Samstag, 4. Mai, 14 Uhr, Landgasthof Linde, Müswangen.

Diese Bücher von Katharina Huter gibt es bereits:

  • 1991: Schnäuzli, die Geschichte einer Dackeldame, Eigenverlag
  • 2004: Todesengel im Luzernischen (Kriminalroman), Orte Verlag.
  • 2007: Spuren ins Seetal (Kriminalroman), Orte Verlag.
  • 2009: Mord in der Villa. Wahre Kriminalfälle aus Luzern, Verlag Pro Libro.
  • 2010: Molly, Zacco und Amata: Aus der Praxis einer Tierärztin, Verlag Pro Libro.

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