Kommentar

Dank Velobahnen wären Velofahrer in der Stadt Luzern sicherer unterwegs

Die Forderung einer Pro-Velo-Initiative nach einem Velobahnnetz in der Stadt Luzern ist gerade aus Sicherheitsgründen zu begrüssen. Doch die Umsetzung könnte delikat werden.

Roman Hodel
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Roman Hodel.

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Ein mindestens 20 Kilometer langes Netz aus sogenannten Velobahnen soll in Luzern entstehen. So zumindest verlangt es eine Volksinitiative von Pro Velo. Die Forderung ist grundsätzlich gut. Denn obwohl der Stadtrat die Veloförderung seit Jahren hochhält – die Autolobby kann davon ein Lied singen – existiert bis heute kein sicheres Velowegnetz, sondern bloss ein Fragment davon. Gerade neuralgische Punkte wie der Bahnhofplatz oder der Luzernerhof sind selbst für geübte Velofahrer ein Ärgernis und je nach Verkehrsaufkommen gefährlich.

Mit Blick auf die velofreundlich eingestellte Stadtbevölkerung dürfte die Initiative gute Chancen haben, durchzukommen. Die Umsetzung könnte jedoch zur Knacknuss werden. Denn nur selten bietet sich eine Gelegenheit wie beim Freigleis, das auf dem ehemaligen Trassee der Zentralbahn entstehen konnte. Viel mehr müsste das Velobahnnetz mehrheitlich in der eng bebauten Innenstadt realisiert werden.

Damit ist klar, dass die Velobahnen letztlich nur auf Kosten anderer Verkehrsträger, sprich des Autos, realisiert werden könnten. Im Fall von Kantonsstrassen ist dies illusorisch. Mehr Chancen hätten da Quartierstrassen. Fragt sich allerdings, ob solche Achsen genug attraktiv wären. Und: Vielleicht wäre da und dort keine reine Velobahn möglich, sondern «nur» eine Velostrasse – also eine Achse, auf der Autos ebenfalls zugelassen sind. Das wäre aber immer noch besser als gar nichts.

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