Darum führt die Regierung eine Umfrage durch

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Luzern Das Nein der Stimmbürger im Kanton Luzern zu einem höheren Steuerfuss beschäftigt den Regierungsrat. So liess er am Mittwoch via Staatskanzlei mitteilen: «Der Entscheid fiel mit 54 Prozent Nein-Stimmen-Anteil auch für den Regierungsrat überraschend deutlich aus. Um ein differenziertes Bild von den Beweggründen der Stimmenden zu erhalten, lässt der Regierungsrat die Resultate per Bevölkerungsbefragung analysieren.» Wir haben bei Regierungspräsident und Finanzdirektor Marcel Schwerzmann (parteilos) nachgefragt.

Marcel Schwerzmann, nach der Abstimmung sagten Sie, dass das Verdikt der Stimmbürger klar sei: Man will sparen. Warum braucht es trotzdem eine Bevölkerungsumfrage?

Anlässlich der Abstimmung zum Steuerfuss konnten die Stimmenden nur Ja oder Nein sagen. Wir wollen die Beweggründe für die Antwort genau erfahren.

Also zum Beispiel, wo die Bevölkerung jeweils sparen würde?

Das ist eine mögliche Frage. Wir werden die Details zur Befragung voraussichtlich am kommenden Dienstag verabschieden und beauftragen. Dann wissen wir mehr über den Inhalt, den Zeitbedarf und das Vorgehen.

Stichwort Zeit: Schon in der Juni-Session werden finanzpolitische Weichen gestellt. Ab wann soll das Umfrageergebnis in die weiteren Überlegungen einfliessen?

In der Juni-Session sind drei Geschäfte traktandiert, die für die finanzpolitische Weichenstellung wichtig sind: das Finanzleitbild, die Anpassung der Schuldenbremse und die Anpassung des Steuerfussreferendums. Die Resultate der Bevölkerungsbefragung sind sehr wichtig für das Budget 2019 und die folgenden Voranschläge, allenfalls bereits für das Budget 2018.

Wie wird die Umfrage durchgeführt?

Wir werden ein externes Unternehmen beauftragen, das ist eine Frage der Unabhängigkeit. Dieses wird auch die Methodik vorschlagen. (avd)