Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Darum peilen Claudia Röösli und Oliver Imfeld in Horw ein Gemeinderats-Amt an

Im Gemeinderat werden zwei Sitze frei. Für die L20 soll Claudia Röösli antreten, für die SVP Oliver Imfeld. Obwohl sie politisch ganz anders ticken, gibt es Gemeinsamkeiten.
Roman Hodel
Sie wollen in den Horwer Gemeinderat: SVP-Einwohnerrat Oliver Imfeld und L20-Einwohnerrätin Claudia Röösli. (Bilder: PD)

Sie wollen in den Horwer Gemeinderat: SVP-Einwohnerrat Oliver Imfeld und L20-Einwohnerrätin Claudia Röösli. (Bilder: PD)

Es kommt Bewegung in den fünfköpfigen Horwer Gemeinderat: Mit Oskar Mathis (L20) und Robert Odermatt (SVP) treten per Ende September gleich zwei Mitglieder zurück. Die Leitungen der beiden betroffenen Parteien haben bereits zwei Wunschkandidaten definiert – Einwohnerrätin Claudia Röösli soll den Sitz von Mathis für die L20 verteidigen, Einwohnerrat Oliver Imfeld jenen der SVP. Über ihre Nomination müssen die jeweiligen Mitgliederversammlungen der Parteien erst noch entscheiden (wir berichteten).

Für Claudia Röösli wäre es bereits der zweite Anlauf Richtung Exekutive. Die 55-Jährige kandidierte bei den Gesamterneuerungswahlen 2016 ebenfalls für den Gemeinderat. Allerdings erzielte sie in beiden Wahlgängen am wenigsten Stimmen. «Mir war damals klar, dass es schwierig würde, einen zweiten Sitz für die L20 zu ergattern – es ging uns primär darum, wieder eine Frau im Gemeinderat zu haben», sagt Röösli. Und fügt an:

«Letzteres ist wiederum ein sehr wichtiger und motivierender Aspekt für meine erneute Kandidatur.»

Röösli würde am liebsten das Sozialdepartement von ihrem zurücktretenden Parteikollegen Mathis übernehmen: «Dafür bin ich prädestiniert mit Blick auf meine langjährige berufliche Tätigkeit.» Die ausgebildete Pflegefachfrau verfügt über einen Master in Wound Care und arbeitet seit 25 Jahren bei der Spitex Luzern – mittlerweile im Prozess- und Qualitätsmanagement als weisungsbefugte Mitarbeiterin in einem 60-Prozent-Pensum. Daneben ist sie in gleicher Funktion 20 Prozent bei der Spitex Nidwalden tätig und gibt zudem schweizweit Weiterbildungen für Erwachsene im Gesundheitswesen. Letztere führen sie mitunter auch ins Ausland. So hat Röösli in den letzten fünf Jahren im Rahmen eines Projekts bei einer Spitex-Organisation in Rumänien Wundexpertinnen ausgebildet. Bei einer Wahl würde Röösli beruflich kürzer treten – das Pensum von Mathis beträgt offiziell 70 Prozent.

Am Gemeinderats-Amt reizt die Mutter von drei erwachsenen Kindern das Neue, aber nicht nur: «Generell liegt mir das Geschehen in der Gemeinde am Herzen, ich wohne seit 23 Jahren in Horw, hier kann ich etwas bewirken», sagt die gebürtige Entlebucherin, die 2012 in den Einwohnerrat gewählt wurde, dort in der Geschäftsprüfungskommission sitzt und aktuell als Vizepräsidentin amtet. Zudem sei sie konsensfähig. «Man kann mich auch von einer anderen Meinung überzeugen.»

Als konsensfähig beschreibt sich auch Oliver Imfeld:

«Ich muss nicht
immer Recht haben.»

Der 50-Jährige Imfeld erbte während der Legislatur 2015 einen frei gewordenen SVP-Sitz im Einwohnerrat und stieg inzwischen zum Fraktionschef auf. Im selben Jahr erzielte er bei den Kantons- und Nationalratswahlen trotz Nichtwahl achtbare Resultate; zudem ernannten ihn die Mitglieder der kantonalen SVP zum Vizepräsidenten. Bis auf die verpasste Wahl zum Parteipräsidenten 2017 ging es für ihn in der Politik bislang immer aufwärts.

Imfeld gibt Management von DJ Bobo ab

Ein Exekutivamt sei für ihn nun der logische, nächste Schritt, sagt Imfeld. Zumal der Zeitpunkt perfekt wäre. Denn er hätte bald Kapazität dafür. Seit 30 Jahren arbeitet Imfeld als Manager von DJ Bobo – nun will er kürzer treten, sich per Ende Juni als Geschäftsführer von Yes Music zurückziehen. «Nicht weil es nicht mehr gut läuft», betont Imfeld. «Im Gegenteil, wir verzeichnen auf Bobos aktueller Tour KaleidoLuna Rekord-Zuschauerzahlen.» Aber: Er habe Lust auf eine Veränderung, obschon es zwischen den beiden Funktionen durchaus Parallelen gebe. «Bisher habe ich im Hintergrund eine grosse Marke weltweit vertreten – als Gemeinderat würde ich quasi im Hintergrund die Anliegen der Einwohner vertreten.»

Dabei soll ihm seine Führungserfahrung zu Gute kommen sowie seine Aus- und Weiterbildungen. So verfügt Imfeld etwa über einen Master of Business Administration. Und: Ähnlich wie Röösli sähe er sich am liebsten im Departement seines abtretenden Parteikollegen Robert Odermatt, also Sicherheit und Immobilien, mit einem Pensum von 60 Prozent. «Dort wäre ich nahe bei der Wirtschaft.» Auch Imfeld, der in der Nordwestschweiz aufgewachsen ist, seit 22 Jahren in Horw wohnt und verheiratet ist, liegt das Dorf am Herzen: «Wir stehen punkto Verkehr und Infrastruktur vor grossen Herausforderungen – gleichzeitig müssen wir dafür sorgen, das Horw zum Wohnen und Arbeiten attraktiv bleibt.»

CVP tritt nicht an, FDP erwägt Kandidatur

Sollten die Mitgliederversammlungen der L20 und SVP Claudia Röösli respektive Oliver Imfeld nominieren und bis am 1. April um 12 Uhr keine weiteren Vorschläge von Kandidaten bei der Gemeinde eingehen, wären die beiden still gewählt. Ob dies so eintrifft, hängt von der FDP ab. Diese überlegt sich eine Kandidatur, wie FDP-Präsident Stefan Maissen gegenüber unserer Zeitung bereits sagte. Sicher nicht antreten wird die CVP – sie fühlt sich mit zwei Gemeinderäten angemessen vertreten.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.