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Das alles hat der Ebikoner Gemeinderat Ruedi Mazenauer mit seinem «Löwen» vor

Der Ebikoner Sozialvorsteher Ruedi Mazenauer schafft im ehemaligen Hotel «Löwen» etwa Platz für Musiker, ein Stunt-Duo – und lässt die Bar wieder aufleben. Für die Realisation des Projekts hat seine Stellung als FDP-Gemeinderat nicht nur Vorteile.
Ines Häfliger
Gemeinderat Ruedi Mazenauer vor dem ehemaligen Gasthof «Löwen» in Ebikon. (Bild: Nadia Schärli (Ebikon, 17. Dezember 2018))

Gemeinderat Ruedi Mazenauer vor dem ehemaligen Gasthof «Löwen» in Ebikon. (Bild: Nadia Schärli (Ebikon, 17. Dezember 2018))

Ruedi Mazenauer will den «Löwen» wieder zum Leben erwecken. Dafür benötigt er weder Wunderkräfte noch tierärztliches Know-how, sondern lediglich eine grosse Prise Unternehmergeist. Denn es handelt sich nicht etwa um ein Raubtier aus der afrikanischen Savanne, sondern um das ehemalige Ebikoner Restaurant und Hotel «Löwen».

2014 stellte der «Löwen» seinen regulären Restaurationsbetrieb ein. Danach diente er als provisorische Asylunterkunft. Aufgrund sinkender Zahlen von Asylsuchenden wurde diese anfangs Dezember geschlossen. Das freigewordene Gebäude rief den Ebikoner FDP-Gemeinderat und Unternehmer Ruedi Mazenauer auf den Plan. Kurzerhand entschied er sich, das Gebäude zu pachten und unterzuvermieten.

Eine Ebikoner Firma hat sich bereits neun der insgesamt 20 Hotelzimmer für ihre Monteure gesichert. Auch die drei Wohnungen sind schon vergeben. Derzeit seien noch Verhandlungen im Gange, wie das Restaurant und der dazugehörige Saal künftig genützt werden sollen, so Ruedi Mazenauer. Ein Gastronom wolle den Saal als Veranstaltungsort nutzen. Zudem interessiere sich ein Unternehmen aus der Region für die Räumlichkeiten. Auch der Gebäudeumschwung will genutzt sein: Hinter dem «Löwen» soll das Stunt-Duo «Crazy Nock Brothers» Platz für sein Winterlager finden, das zwei Wohnwagen umfasst.

Künstler und Musiker in früheren Personalzimmern

Ruedi Mazenauer hat die Zwischennutzung des «Löwen» kostendeckend durchdacht. Doch er will nicht nur schwarze Zahlen schreiben, sondern auch einen kulturellen Beitrag zu Ebikon beisteuern. Die Zimmer im ehemaligen Personalhaus werden kostenlos an lokale Vereine, Künstler und Musiker zur Verfügung gestellt. Die Nachfrage sei gross: «Acht der zwölf Zimmer sind bereits vergeben.»

Diese Zimmer sind auch die einzigen, die nicht saniert werden. Im restlichen Teil des Hauses stehen vor der offiziellen Inbetriebnahme noch diverse Renovierungsmassnahmen an. «Auch die Handwerker sind ein wenig im Weihnachtstress», meint Ruedi Mazenauer schmunzelnd. Doch der Barbetrieb könne auf jeden Fall plangemäss aufgenommen werden. Der neue Pub soll eine «aufgefrischte Version» der alten «Löwen»-Bar sein – ganz ohne Spezialeffekte: «Wir wollen ein breites Publikum ansprechen.» In der Anfangsphase wird die Trinkstätte von Donnerstagabend bis Samstagabend geöffnet sein. Danach schaue man weiter – es sei ein wenig ein «Ausprobieren».

Auch die alte «Löwen»-Bar geht wieder auf - als Pub. (Bild: Nadia Schärli (Ebikon, 17. Dezember 2018))

Auch die alte «Löwen»-Bar geht wieder auf - als Pub. (Bild: Nadia Schärli (Ebikon, 17. Dezember 2018))

Das Wirtepatent hat Ruedi Mazenauer bereits in der Tasche. Aufgewachsen in einem Sarganser Hotelbetrieb, spielte er lange mit dem Gedanken, selbst in die Gastronomiebranche einzusteigen. Schliesslich landete er aber in der Privatwirtschaft. Heute ist er Inhaber eines Unternehmens, das Firmen unter anderem bei administrativen Angelegenheiten unterstützt. Der «Löwen» erinnert Ruedi Mazenauer an den St. Galler Elternbetrieb. Doch letztlich sei es nicht die Nostalgie gewesen, die ihn zu der Investition bewegt hätte, sondern seine Verbundenheit mit der Gemeinde: «Für mich ist Ebikon eine Herzensangelegenheit. Das Gasthaus Löwen› liegt mitten im Dorfzentrum – es soll leben.»

«Ich würde mich quasi vom Sozialamt bezahlen lassen»

Über das Projekt spricht Ruedi Mazenauer leidenschaftlich. Mit seiner Ressortverantwortlichkeit für Gesellschaft und Soziales habe diese Begeisterung aber nichts zu tun: «Ich hätte das Projekt ohnehin realisiert.» Profitieren würde er von seiner Rolle als Gemeinderat sowieso nicht – auch wenn ihm das oft unterstellt werde. Im Gegenteil: Aufgrund seiner Position seien ihm manchmal die Hände gebunden: «Einen Sozialfall könnte ich beispielsweise im ‹Löwen› nicht aufnehmen. Ich würde mich quasi vom Sozialamt bezahlen lassen.»

Noch weniger Entscheidungsbefugnis als bei der Auswahl der Mietparteien hat Ruedi Mazenauer bei der langfristigen Nutzung des «Löwen». Der Pachtvertrag mit der Eigentümerin Baloise Wohnbauten AG läuft bis September 2020. Was nachher komme, sei noch ungewiss. «Hauptsache ist, dass die Eigentümerschaft eine nachhaltige Lösung findet. Ob ich in dieser vorkomme, spielt mir letztendlich keine Rolle.»

Hinweis: Die offizielle Bar-Eröffnung findet am Montag, 31. Dezember, von 14 bis 17 Uhr statt.

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