Das alte Gemeindehaus von Malters wird zu einem Studentenheim

Der Abriss ist abgewendet. Private Investoren wollen im Gebäude elf Studentenzimmer, eine Wohnung und vier Gewerbelokale realisieren. Schon nächstes Jahr ist die Eröffnung geplant.

Stefan Dähler
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Das ehemalige Gemeindehaus von Malters an der Bahnhofstrasse.

Das ehemalige Gemeindehaus von Malters an der Bahnhofstrasse.

Bild: Pius Amrein (14. November 2015)

Seit dem Umzug der Verwaltung in die neue Überbauung Weihermatte steht das alte Gemeindehaus von Malters leer. Nachdem mehrere Anläufe für eine Zwischennutzung erfolglos waren, sollte das Gebäude an der Bahnhofstrasse abgerissen werden. Doch dazu kommt es nicht, wie die Gemeinde am Donnerstag mitteilte. Stattdessen wird es während 15 Jahren an lokale Investoren vermietet, die darin elf Studentenzimmer, eine 4,5-Zimmer-Wohnung sowie vier weitere Lokale, etwa für stilles Gewerbe oder Hobbyräume, realisieren wollen. Der Mietzins wird nicht kommuniziert, sei aber moderat.

Hinter dem Projekt namens «Lodge6102» stehen die Malterser Gewerbler Peter Fry, Paul Weibel und Ivan Wigger, die sich dafür zur Bestroom AG zusammenschliessen. Ausschlaggebend für ihre Initiative sei die hervorragende Lage direkt am Bahnhof gewesen, die Uni Luzern erreiche man mit dem Zug innerhalb weniger Minuten. «Ausserdem liegt uns der Erhalt des alten Gemeindehauses am Herzen», sagt Peter Fry, der die Geschäftsführung übernimmt.

Investition von rund 0,5 Millionen Franken

Derzeit werde das Baubewilligungsverfahren vorbereitet. Für die Umnutzung soll das Gebäude bis Ende Jahr für rund 0,5 Millionen Franken umgebaut werden, die Eröffnung ist auf das nächste Jahr hin geplant. Die Finanzierung erfolgt privat. Die Studentenzimmer sollen für durchschnittlich 700 Franken pro Monat vermietet werden. Dafür seien diese grosszügig ausgestattet – mit Dusche und WC, möbliert und je 25 bis 35 Quadratmeter gross. «Wir sprechen damit Leute an, die sich etwas mehr Raum und Ruhe wünschen als in einer WG», sagt Fry. Im Hochparterre ist eine Gemeinschaftsküche geplant. Dienstleistungen wie Reinigung oder Wäscheservice können zusätzlich bezogen werden. Die Wohnung wolle man idealerweise an jemanden vermieten, der diese Dienstleistungen ausführt.

Zur besseren Auslastung sollen die Zimmer während der Semesterferien tageweise vermietet werden, so Fry. Etwa an Reisende, dafür könnten auch zusätzliche Betten in die Zimmer gestellt werden. Das Angebot wäre dann mit einer Jugendherberge vergleichbar.

Zweites Projekt war zu langfristig

Neben dem Projekt «Lodge6102» wurde bei der Gemeinde noch ein zweites eingereicht, ebenfalls für Studentenwohnungen, wie es in der Mitteilung heisst. «Letzteres sah eine höhere Investition und eine minimale Nutzungsdauer von 30 Jahren vor», sagt Gemeindeammann Marcel Lotter (CVP). «Wir wollen aber nicht so lange gebunden sein. Es ist ein sehr zentral gelegenes Grundstück, daher ist es möglich, dass dort mittelfristig ein anderes Bauprojekt realisiert wird.»

Mit der Bestroom AG sei nach 15 Jahren eine Vertragsverlängerung nicht ausgeschlossen, sofern die Gemeinde keinen anderen Bedarf hat, so Lotter. «Das kann dann die nächste Generation entscheiden.» Er ist überzeugt von der Lösung. Es entstehe für die Gemeinde, die Investoren und die künftigen Nutzer eine «Win-win-win-Situation».

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