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Der Bund will den Bypass notfalls auch ohne Spange Nord realisieren

Der Bypass soll mit dem umstrittenen Zubringer Spange Nord die Luzerner Innenstadt vom Verkehr entlasten. Doch was passiert, wenn letztgenanntes Projekt scheitert? Erstmals redet der Bund Klartext.
Simon Mathis

Das Bundesamt für Strassen (Astra) hält am Zeitplan und an der Projektstruktur für den Bau des Bypass Luzern fest – und zwar unabhängig davon, wann und wie der Autobahnzubringer Spange Nord realisiert wird. Der Bypass sei «aufwärtskompatibel» konstruiert, sagte Astra-Direktor Jürg Röthlisberger am Donnerstagabend an einer Pressekonferenz im Le Théâtre Emmen. «Die Projektstruktur, die wir jetzt haben, ist tauglich.» Das heisst: Die Planung ermögliche eine zeitgleiche wie auch eine spätere Realisierung der Spange Nord.

Bislang hatte sich der Bund nur vage zur Frage geäussert, was ein Bypass ohne Spange bedeuten würde. Am Donnerstag sagte Jürg Röthlisberger: «Das Astra geht davon aus, dass für Spange Nord eine Lösung gefunden und diese in irgendeiner Form realisiert wird.» Weiter fügte er an:

«Ich persönlich kann nur hoffen, dass die Spange Nord zum Fliegen kommt.»

Bypass und Spange sollen verkehrstechnisch ein Gesamtsystem bilden. Erstgenanntes Projekt wird vom Bund, letztgenanntes vom Kanton Luzern realisiert. Der Spange Nord stehen noch politische Bewährungsproben bevor. In der Stadt Luzern ist der Autobahnzubringer sehr umstritten, die SP hat die Lancierung einer Gegeninitiative beschlossen (wir berichteten). Der Kanton prüft derweil sechs bauliche Varianten. Hat man sich für eine entschieden, wird letztendlich das Stimmvolk über den Projektkredit befinden.

Bund warnt vor Überlastungen

Was, wenn die Spange Nord vor dem Stimmvolk scheitert? «Aus verkehrstechnischer Sicht würde ich dies ausserordentlich bedauern», sagte Jürg Röthlisberger. Der Druck auf die Anschlüsse werde ohne Spange zunehmen, erläuterte Thomas Kloth, Projektleiter beim Astra. Dies vor allem während den Spitzenzeiten bei den Anschlüssen Luzern-Zentrum und Luzern-Kriens. «Die Wirkung des Bypasses wäre vermindert, aber nicht verloren», betonte Röthlisberger. «Bei einem Nein für die Spange Nord müssten wir den Kopf schräg stellen und uns vertiefte Gedanken machen», ergänzte Thomas Kloth. Ein Bypass ohne Spange? Dazu sagte Röthlisberger:

«Das ist eine Möglichkeit, wenn
auch nicht wünschenswert.»

Anders als bei der Spange sind die Planungen beim Bypass, der 1,7 Milliarden Franken kosten soll, weit fortgeschritten. Innerhalb des Strategischen Entwicklungsprogramms Strassen geniesst das Projekt die höchstmögliche Priorität. Die öffentliche Auflage soll im Frühjahr 2020 erfolgen.

Ziel des Bypass ist, den Engpass im Nationalstrassennetz zu beseitigen. Er soll die Erreichbarkeit der Luzerner Agglomeration für den motorisierten Individualverkehr und den ÖV verbessern. Diese Ziele liessen sich nur vollumfänglich verwirklichen, wenn die Spange Nord gleichzeitig mit dem Bypass in Betrieb genommen werden kann, sagte Röthlisberger. Dafür sei das Zeitfenster gross genug: Wenn alles nach Plan läuft, beginnen die ersten Arbeiten 2024, 2035 soll der Bau abgeschlossen sein. Genug Zeit also, auch die Spange Nord abzuschliessen. Deren Bauzeit soll je nach Lösung drei bis fünf Jahre dauern. Röthlisberger erläuterte weiter, dass es in jedem nationalen Verkehrsprojekt auch einen kantonalen Teil gebe. Dass die beiden Teile nicht immer synchron verlaufen, sei normal.

Wie geht es mit der Spange Nord weiter? Im Auftrag des Kantonsrats hat die Luzerner Regierung extern mögliche Varianten für den Autobahnzubringer prüfen lassen. In die engere Auswahl geschafft haben es – wie bereits erwähnt – sechs Varianten (mehr dazu hier). Deren Überprüfung könne im Herbst 2019 abgeschlossen werden, sagte Baudirektor Robert Küng (FDP). Dann werde die Spange dem Rat zur Neubeurteilung vorgelegt. Danach kommt es zur entscheidenden Volksabstimmung.

So sehen die Teilprojekte aus:

Die geplante Linienführung von Bypass und Spange Nord sehen sie in der Grafik unten. Violett eingezeichnet ist die Spange, hier abgebildet ist die ursprüngliche Variante mit Friedental-Tunnel. Der Bypass ist rot eingezeichnet. Es handelt sich um einen neuen Autobahntunnel, der die bestehende A2 entlasten soll.

Der Bypass Luzern umfasst mehrere Teilprojekte: unter anderem neue Tunnels, Spurerweiterungen und Anpassungen der Verflechtungen. Das Portal des Sonnenbergtunnels in Kriens soll bekannterweise neu gestaltet und überdacht werden:

Visualisierungen: PD

Visualisierungen: PD

Auch beim Tunnel Rathausen sind Änderungen geplant. Vorgesehen ist eine dritte Röhre, um Platz für eine dritte Spur in beide Fahrtrichtungen zu schaffen. Das Eingangsportal des Tunnels soll nach Fertigstellung so aussehen:

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