Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

«Das beste Modell»: Horw spricht sich klar für die getrennte Sek aus

Während die Stadt Luzern auf Integrativen Unterricht schwört, kommt man in Horw zu einem ganz anderen Schluss. Das zeigt ein Gutachten über die Sekundarschul-Modelle.
Robert Knobel

2016 sorgte die Stadt Luzern für eine Premiere: Als erste der fünf grössten Gemeinden des Kantons führte sie die «Integrierte Sekundarschule» ein. Bei diesem Modell sind die Schulklassen nicht mehr nach Leistungsniveau (A, B und C) getrennt. Vielmehr sitzen in einer Klasse jeweils Schülerinnen und Schüler sämtlicher Niveaus. Sie werden je nach Fach teils gemeinsam, teils getrennt unterrichtet. Bisher waren es vor allem kleine Gemeinden, die sich für das Integrierte Modell entschieden – aus pragmatischen Gründen, weil es zu wenig Schüler gab, um drei Niveaus getrennt zu führen. Einzige Ausnahme waren die mittelgrossen Gemeinden Rothenburg und Meggen, die das Modell ebenfalls eingeführt hatten. In der Stadt Luzern war es aber nicht der Schülermangel, der zur Einführung der Integrierten Sek führte, sondern pädagogische Gründe. Die Stadt ist von ihrem System überzeugt und hat es nach einer Probephase definitiv eingeführt – trotz Kritik und Bedenken, dass sich dies negativ auf die Leistungsbilanz der Schüler auswirken könnte.

Ganz anders in Horw: Bildungskommission, Schulleitungen und Lehrpersonen haben im Auftrag des Gemeinderats die einzelnen Sek-Modelle miteinander verglichen und kommen zu einem glasklaren Schluss: Das bisherige getrennte Modell ist mit Abstand das beste und soll weiter geführt werden. Im Planungsbericht, der Mitte September dem Horwer Einwohnerrat vorgelegt wird, werden die Gründe aufgeführt:

  • Eine möglichst enge Schüler-Lehrer-Beziehung ist für den Lernerfolg entscheidend. Und diese sei mit getrennten Niveaus am besten gewährleistet.
  • Die Horwer sind überdurchschnittlich gute Sekschüler. Das würden jährliche Vergleichstests mit anderen Luzerner Gemeinden zeigen. Und dabei sind die 30 Prozent der Horwer Schüler, die das Gymnasium besuchen, nicht einmal eingerechnet. Das zeige, dass das getrennte Modell «das am besten geeignete» sei.
  • Gemäss Umfragen sind Lehrpersonen, Schüler und Eltern sehr zufrieden mit der jetzigen Situation.

Getrenntes Unterrichten ist teurer

Im Horwer Bericht wird gleichzeitig eingeräumt, dass das aktuelle Modell etwas höhere Kosten verursacht: Da die Klassen strikte nach Niveau getrennt sind, können die maximalen Klassengrössen nicht immer ausgeschöpft werden. Würde man das Integrierte Modell einführen, könnte eine der aktuell fünf Sek-Klassen eingespart werden. Der Kanton hat in jüngster Zeit denn auch Druck auf die Gemeinden gemacht, damit sie vom getrennten Modell abkehren. So führen im aktuellen Schuljahr nur noch acht Gemeinden eine getrennte Sek (Emmen, Kriens, Horw, Malters, Neuenkirch, Willisau, Hitzkirch, Triengen), während 22 das Integrierte Modell anwenden (wir berichteten). Immer häufiger wird zudem das «Kooperative Modell» gewählt, eine Mischform zwischen getrennt und integrativ. Seit diesem Schuljahr sind auch Ebikon und Root auf dieses Modell umgestiegen.

Die höheren Kosten sind für die Verfasser des Horwer Berichts aber kein Argument gegen das getrennte Modell – erst recht im Hinblick auf die steigenden Schülerzahlen in den kommenden Jahren. Dadurch können die Klassenkapazitäten künftig wieder effizienter ausgenützt werden.

Aufgrund der klaren Resultate hat auch der Horwer Gemeinderat entschieden, das bestehende Sek-Modell weiterzuführen. Dies bedeutet aber nicht, dass er sich einem Modellwechsel für alle Zeiten verschliesst: 2022 soll das Sekundarschulsystem erneut unter die Lupe genommen werden.

Die Sek-Modelle im Kanton Luzern

Auf Sekstufe werden Luzerner Schüler drei Niveaus zugeteilt: A (höhere Anforderungen), B (erweiterte Anforderungen) und C (grundlegende Anforderungen). Luzern kennt auf der Sek drei Modelle:

Getrenntes Modell: Die Niveaus A, B und C werden in separaten Klassen unterrichtet. Für das Modell sind mindestens 70 Schüler pro Jahrgang nötig.

Kooperatives Modell: Die Niveaus A/B werden gemeinsam und Niveau C in einer separaten Klasse geführt. Die Niveaufächer Deutsch, Englisch, Französisch und Mathematik werden in klassenübergreifenden Niveaugruppen unterrichtet. Mindestens 40 Schüler pro Jahrgang nötig.

Integriertes Modell: Alle Schüler werden in einer Klasse unterrichtet. In den Niveaufächern werden die Schüler in klassenübergreifenden Niveaugruppen unterrichtet, mindestens 15 Schüler pro Jahrgang. (fi)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.