Das Blindenheim in Horw erhält ein neues Gesicht

Der Blinden-Fürsorge-Verein Innerschweiz (BFVI) präsentiert seine Pläne für eine Erneuerung des Pflegeheims; die Räume sollen grosszügiger und einladender werden.

Simon Mathis
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Der Blinden-Fürsorge-Verein Innerschweiz (BFVI) will sein Wohnheim zwischen der Allmend und dem nördlichen Eingang von Horw umbauen und umnutzen. Am 12. Oktober hat der Verein das Siegerprojekt präsentiert, das von den Jäger Egli AG in Emmenbrücke gestaltet wurde. Der Neubau sieht vier erkerartige Glasfronten vor, die gegen die Kantonsstrasse hin auskragen:

Visualisierung: PD

Die Glaserker sind Nischen in den Gängen des zukünftigen Pflegeheims. Dort können Besucher und Bewohner verweilen. «Es war uns ein Anliegen, einen Bezug zur Aussenwelt zu schaffen», sagt BFVI-Direktorin Doris Amrhein auf Anfrage. Bis anhin sei das Pflegeheim eher nach innen gekehrt gewesen, zwei Mauern trennten Kantonsstrasse und Gebäude.

Vorgesehen ist ein Wechsel der Räumlichkeiten. Im geplanten Neubau werden 56 Einzelzimmer des heutigen Pflegeheims untergebracht. Die drei oberen Stockwerke des Pflegeheimtraktes werden dadurch frei für Wohnheimzimmer. Im ersten Stock bleiben 14 Pflegezimmer, die bereits modernisiert wurden. Das alte Wohnheim der BFVI weicht dem neuen Pflegeheim. Das Ursprungsgebäude von 1935 wird also zurückgebaut. So sah es vor beinahe 90 Jahren aus:

Heute präsentiert sich das alte Wohnheim so:

Bild. PD

«Um im Pflegeheim weiterhin ein zeitgemässes Pflegekonzept umsetzen zu können, sind bauliche Anpassungen nötig», sagt Walter Bachmann, Präsident des BFVI. «Diese lassen sich aber innerhalb der bestehenden Bauhüllen nicht zufriedenstellend realisieren.» Auch die Farbe des Gebäudes wird sich ändern. Auf Grau-Gelb-Weiss folgt Rot:

«Der neue Trakt ist grosszügig und für die Ansprüche des zukünftigen Pflegestandards angepasst», sagt Doris Amrhein. Das Erdgeschoss soll viel Fläche für den Austausch bieten; dort ist ein multifunktionaler Raum geplant, der unter anderem als Raum der Stille genutzt werden kann. «Wir wollen, dass die Räume freundlich und einladend wirken», so Amrhein. Dazu gehöre, dass der Eingang nicht mehr so versteckt sein werde wie heute.

Atmosphäre soll herzlich und familiär bleiben

Eine Expansion hingegen ist der Neubau nicht: Die Zahl der Betten bleibt gleich. «Der BFVI verfolgt seit jeher eine Philosophie der Bescheidenheit; schlicht und funktional, aber herzlich und familiär», so Doris Amrhein. «Das wird sich auch durch den Neubau nicht ändern.» Genauere Angaben über den Zeitplan und das Investitionsvolumen folgen, sobald das Vorprojekt vorliegt.

Neben einem Wohn- und Pflegeheim betreibt der BFVI auf dem Areal auch eine Blindenwerkstatt, die 85 geschützte Arbeits- und Ausbildungsplätze anbietet. Obwohl das Pflegeheim als «Blindenheim» bekannt ist, wohnen darin auch Menschen, die nicht blind oder sehbehindert sind.

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