Das Blue Balls Festival gibt es auch 2020 wieder

Wie der Verein Luzerner Blues Session mitteilt, wird es auch im nächsten Jahr wieder eine Ausgabe des Festivals am Luzerner Seebecken geben. Die Stadt Luzern und der Verein wollen zusammenarbeiten.

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Keb Mo spielt anlässlich des diesjährigen Blue Balls Festivals im Konzertsaal des KKL Luzern. (Bild: Philipp Schmidli, Luzern, 21. Juli 2019)

Keb Mo spielt anlässlich des diesjährigen Blue Balls Festivals im Konzertsaal des KKL Luzern. (Bild: Philipp Schmidli, Luzern, 21. Juli 2019)

Das Blue Balls Festival soll «in seiner Art in Luzern erhalten bleiben». Das teilte der Verein Luzerner Blues Session am Freitag mit. Zudem soll eine Blue Balls Foundation gegründet werden. Die Stadt Luzern habe dem Verein ein Angebot gemacht, «um rasch möglichst gemeinsam und mit anderen Partnern eine nachhaltige Zukunftsperspektive zu entwickeln». Der Verein Luzerner Blues Session nehme das Angebot an, heisst es in der Medienmitteilung weiter. Der Verein und die Stadt würden «zu gegebener Zeit wieder darüber berichten». Das Blue Balls Festival 2020 findet vom 17. bis 25. Juli statt – wie gewohnt im KKL, im Pavillon am Nationalquai und im Hotel Schweizerhof.

Simon Rimle, Leiter Kommunikation der Stadt Luzern, sagte am Freitag auf Anfrage:

«Wir freuen uns sehr, dass das Blue Balls auch 2020 stattfinden wird.»

Rimle bestätigte, dass die Stadt Luzern den Verantwortlichen des Blue Balls Festivals angeboten habe, «zusammen Gespräche zu führen und mit anderen Partnern nachhaltige Lösungen für die zukünftige Ausrichtung des Blue Balls zu suchen».

Näheres könne die Stadt zurzeit noch nicht sagen, so Rimle: «Sobald die Zeit reif ist, werden wir darüber informieren.» Auch von den Verantwortlichen des Blue Balls Festivals war  nicht mehr zu erfahren. Wer die möglichen Partner sind, mit denen die Stadt und der Verein Luzerner Blues Session das Gespräch suchen, wurde nicht bekannt gegeben.

Festival braucht eine Million Franken

Festivaldirektor Urs Leierer hatte in den vergangenen Monaten mehrfach auf die schwierige finanzielle Situation des Festivals hingewiesen. In den letzten drei Jahren habe das Blue Balls jeweils rund 400000 Franken Verlust gemacht, sagte Leierer an der Abschluss-Medienkonferenz des diesjährigen Festivals. Es sei deshalb ungewiss, ob es das Festival in seiner bisherigen Form weiter geben werde oder ob man «die Bremse zieht».

Er wollte bis Ende August dieses Jahres eine Stiftung (Foundation) gründen, welche die operative Leitung des Blue Balls übernimmt, hatte der Festivalchef weiter bekanntgegeben. Dazu brauche es Institutionen und private Gönner, die eine Summe von insgesamt einer Million Franken beisteuern. Damit solle sichergestellt werden, «dass es das Festival auch in 20 Jahren noch gibt». Später verlängerte Leierer die Frist um einen Monat. Wie viel Geld inzwischen zugesagt wurde, ist ebenfalls unbekannt.

Falls die Stiftung nicht zu Stande komme, müsse er sich überlegen, auf die Konzerte im KKL mit den grossen Namen zu verzichten, sagte Leierer damals – denn diese seien nicht kostendeckend. Das Blue Balls findet seit 1992 jährlich in Luzern statt. Es bietet neben Konzerten auch Anlässe im Bereich Fotografie, Kunst, Video, Film und Talk an.

Noch ist ungewiss, ob es ein nächstes Blue Balls gibt

Die nächste Ausgabe des Blue Balls «werde vom 17. bis 25. Juli 2020 geplant», heisst es in der Abschlussmitteilung. Zugleich ist von der Möglichkeit die Rede, dass das Festival «in seiner Art nicht mehr stattfinden kann und die Stars im Sommer in Luzern ausbleiben».
Michael Graber

Luzerner Blue Balls Festival steht vor einem Umbruch

Bis Ende August will Blue-Balls-Chef Urs Leierer eine Stiftung gründen, die ihn von der Last des finanziellen Risikos befreit. Dafür braucht er eine Million Franken. Sonst findet das Festival am Luzerner Seebecken diesen Sommer zum letzten Mal in dieser Grösse statt.

Blue Balls Festival: «Die Stadt zahlt uns zu wenig»

Der Leiter des Blue Balls Festivals, Urs Leierer, kritisiert die Behörden für ihre Unterstützung des Festivals. Denn die ganze Region profitiere stark vom Anlass. Doch dieser Imagegewinn werde massiv unterschätzt.
Hugo Bischof

Bangen um das Blue Balls

Die Stadt Luzern, das KKL und der Schweizerhof würden es bedauern, wenn das Blue Balls kürzertreten müsste. Von der Stadt kommen daher jährlich Hilfeleistungen von bis zu einer Million Franken.
Fabienne Mühlemann / Hugo Bischof