Das grosse Fasnachtstheater ist zu teuer

Der Verein «Luzerner Fasnachtstheater» hat die Notbremse gezogen. Die Kosten für das geplante Spektakel sind explodiert.

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Dem Projekt «Fasnachtstheater» ging - vorerst - die finanzielle Luft aus.

Dem Projekt «Fasnachtstheater» ging - vorerst - die finanzielle Luft aus.

Es wurde diesen April gross angekündigt - und ist nun abgeblasen worden: Das erste Luzerner Fasnachtstheater beim Inseli. Geplant waren 14 Vorstellungen während der kommenden Fasnacht, 100 Personen sollten auf der Bühne stehen, 600 im Zuschauerraum sitzen. Doch daraus wird vorerst nichts. «Wir mussten die Notbremse ziehen und das Theater absagen», bestätigt Beat Felder, OK-Mitglied und JoDuFäscht-2008-Initiant, eine Meldung im «De rüüdig Fasnachtsfüerer 2011».

Teure Zeltmiete

Der Hauptgrund für den Entscheid sei die Kostenexplosion gewesen. «Für die Infrastruktur, vor allem für die Zeltmiete, wäre rund eine Viertelmillion Franken nötig gewesen. Wir mussten einsehen, dass wir in der kurzen Zeit nicht so viel Geld generieren können», sagt Felder. Denn auf der anderen Seite habe sich das Sponsoring nicht so entwickelt wie erhofft. «Es hätte einiges gefehlt. Deshalb haben wir uns im Organisationskomitee dazu entschieden, das Fasnachtstheater 2011 nicht durchzuführen.»

Bewilligung lag schon vor

Organisatorisch wäre schon einiges bereit gewesen. Die Bewilligung der Stadt Luzern für das Zelt auf dem Carparkplatz beim Inseli lag bereits vor, Lisa Bachmann konnte als Regisseurin gewonnen werden. Zudem hatten sich bereits rund 100 Laiendarsteller für die Aufführung gemeldet. «Die Enttäuschung war natürlich gross, als wir sie über unseren Entscheid informieren mussten», sagt Felder. «Doch wir wollten das Projekt rechtzeitig stoppen, bevor viel Arbeitseinsatz geleistet wird und Leute verheizt werden.»

Vom Tisch ist die Idee eines Luzerner Fasnachtstheaters aber nicht. «Wir wollen das Projekt unbedingt umsetzen. Wir suchen nun nach einer kleineren, feineren Lösung, die sich auch mit weniger Geld realisieren lässt», sagt Felder. Für diese und auch die nächste Fasnacht reiche es aber wohl nicht mehr. «Wir sind nicht mehr so blauäugig wie zu Beginn.»

Über den Inhalt des Stücks will Felder noch nichts verraten, «damit niemand die Idee klaut». Nur so viel lässt er durchblicken: Es geht um Leute, die in der Stadt wohnen, und es wird Guuggenmusik gespielt.

Barbara Inglin/Neue LZ