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Das Hans-Erni-Museum will sich neu erfinden

Dieses Wochenende feiert das Hans-Erni-Museum im Luzerner Verkehrshaus sein 40-jähriges Bestehen. Die Schaffung des Museums war ein politisches Abenteuer. Jetzt stehen im Museum einige Neuerungen an.
Simon Mathis
Der damalige Bundespräsident Hans Hürlimann eröffnet das Museum, links von ihm steht der Künstler Hans Erni. Links daneben seine Frau Doris und Verkehrshausdirektor Alfred Waldis. (Bild: Archiv Verkehrshaus der Schweiz, Luzern, 15. September 1979)

Der damalige Bundespräsident Hans Hürlimann eröffnet das Museum, links von ihm steht der Künstler Hans Erni. Links daneben seine Frau Doris und Verkehrshausdirektor Alfred Waldis. (Bild: Archiv Verkehrshaus der Schweiz, Luzern, 15. September 1979)

Dieses Wochenende wird das Hans-Erni-Museum im Verkehrshaus 40 Jahre alt. Das Jubiläum ist Anlass für eine Feier mit geladenen Gästen und einen Tag der offenen Tür. Aber nicht nur feiern will das Museum: Auch in die Zukunft blickt es – mit einigen Sorgen. Denn das Interesse an Ernis Schaffen schwand in den vergangenen vier Jahrzehnten spürbar. Nach Ernis Tod 2015 sank die Aufmerksamkeit noch einmal markant, berichtet Karl Bühlmann, Stiftungspräsident der Hans-Erni-Stiftung.

«Viele reduzieren Erni auf seine letzten zwanzig Schaffensjahre», so Bühlmann. «Dabei geht vergessen, dass er in den 1930er- und 40er-Jahren ein visionärer Künstler war, der seinen ganz eigenen Zugang zum Kubismus und Surrealismus entwickelte.»

Einzeleintritte fürs Erni-Museum geplant

Heinz Stahlhut, seit Anfang Jahr der neue Leiter des Museums, will die Faszination Hans Erni beim Publikum wieder neu entfachen. «Das Museum soll nicht mehr nur sammeln, sondern vermehrt zum öffentlichen Ort werden», sagt Stahlhut. So sollen die Panta-Rhei-Vorträge im Auditorium wieder belebt werden, an denen Naturwissenschaftler und Techniker über diverse Themen sprachen. «Auch auf Social Media wollen wir präsenter werden», so Stahlhut. Zudem plane das Museum eine App, die als Audioguide durch die ausgestellten Werke führt.

Für Hans Erni gehörte das Museum fest zum Verkehrshaus. Zurzeit kommt man denn auch nur ins Museum, wenn man den Eintritt fürs Verkehrshaus zahlt. Dies wird sich in naher Zukunft ändern. Denn zurzeit verhandeln das Verkehrshaus und die Hans-Erni-Stiftung über eine Möglichkeit, betreuten Einzelgästen, geführten Gruppen und Gästen von öffentlichen Veranstaltungen den ausschliesslichen Besuch des Erni-Museums zu gewähren. Dazu sagt Martin Bütikofer, Direktor des Verkehrshauses:

«Ein genereller separater Zugang lässt sich aufgrund der örtlichen Gegebenheiten mit angemessenem technischen und personellen Aufwand nicht umsetzen.»

Grundsteinlegung des Hans Erni Museums durch den Künstler in Anwesenheit vom damaligen Bundespräsident Willi Ritschard. (Bild: Archiv Verkehrshaus der Schweiz, Luzern, 17. Juni 1978)

Grundsteinlegung des Hans Erni Museums durch den Künstler in Anwesenheit vom damaligen Bundespräsident Willi Ritschard. (Bild: Archiv Verkehrshaus der Schweiz, Luzern, 17. Juni 1978)

«Ein Kriminalfall der Luzerner Baugeschichte»

Der Eröffnung des Erni-Museums am 15.  September 1979 gingen abenteuerliche Umstände voraus. Die Planung des Museums war «fast ein kleiner Kriminalfall der Luzerner Baugeschichte», wie Karl Bühlmann sagt. Als es zu Beginn der 1970er-Jahren ganz so aussah, als werde am Genfersee ein Erni-Museum entstehen, schalteten sich zwei Männer ein. Die beiden setzten alles daran, Ernis Werke in Luzern auszustellen: der damalige Stadtpräsident Hans Rudolf Meyer (FDP) und der Verkehrshausdirektor Alfred Waldis.

Unter Geheimhaltung selbst vor dem Stadtparlament gleisten sie das neue Museum auf, getarnt unter dem Namen «Halle Sonderausstellung». Meyer und Waldis fürchteten eine negative Reaktion, da Erni aufgrund seiner marxistisch-kommunistischen Sympathien in bürgerlichen Kreisen auf Unverständnis stiess.

Als die Pläne dann 1977 enthüllt wurden, blieb der befürchtete Aufschrei aus, bei der Eröffnung durchtrennte Bundespräsident Hans Hürlimann (CVP) das Band – vor 500 geladenen Gästen. In seiner Ansprache betonte Hans Erni, dass das Verkehrshaus ein Raum der Bewunderung für den technischen Fortschritt sein dürfe. Das Erni-Museum solle aber auch einen Platz zum Nachdenken geben – etwa über die Frage, «wo sich die Technik in Harmonie oder im Widerspruch zu Natur bewegt.»

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