Kommentar

Das Ja zur Spangen-Nord-Initiative ist ein deutliches Signal an die Luzerner Regierung

Erstmals hat zum Thema Spange Nord eine Volksabstimmung stattgefunden. Das Resultat muss der Luzerner Kantonsregierung zu denken geben.

Robert Knobel
Drucken
Teilen
Robert Knobel, Ressortleiter Stadt/Region.

Robert Knobel, Ressortleiter Stadt/Region.

Dominik Wunderli

Derart einig war man sich in der Stadt Luzern schon lange nicht mehr: 22 von 23 Wahlkreisen sagen sehr deutlich Ja zur Volksinitiative gegen die Spange Nord – im Schnitt beträgt die Zustimmung 73 Prozent. Das ist wenig überraschend. Im Abstimmungskampf wurde so gut wie gar nicht über die Ziele der Initiative gestritten, sondern lediglich über die Frage, ob das Volksbegehren überhaupt noch nötig ist oder nicht. Das Resultat spricht nun eine klare Sprache: Lediglich 4 Prozent folgten der Empfehlung von CVP und FDP und legten aus Protest einen leeren Stimmzettel ein. Von den übrigen 96 Prozent sagte eine grosse Mehrheit Ja zur Initiative.

Am stärksten war die Zustimmung erwartungsgemäss in den Quartieren Maihof und Friedberg. Dort sass wohl noch die Vorstellung einer vierspurigen Strasse mitten durch die Wohnquartiere im Nacken – auch wenn diese Pläne längst vom Tisch sind.
Überraschend ist hingegen das deutliche Ja in Littau und Reussbühl. Zumindest die dortigen Autofahrer würden nämlich von einer Reussportbrücke mit direktem Autobahnanschluss profitieren. Doch dieser Vorteil wiegt offenbar den baulichen Eingriff und die Kosten nicht auf.

Generell ist es dem Kanton bisher nicht gelungen aufzuzeigen, welchen konkreten Nutzen die neue Brücke für die Region Luzern als Ganzes hätte. So gesehen war die gestrige Abstimmung in der Stadt auch ein wichtiger Stimmungstest für einen allfälligen kantonalen Urnengang. Es gibt im Moment keinen Grund zur Annahme, dass das kantonale Stimmvolk grundsätzlich anders entscheiden würde als die Stadt. Die Regierung muss sich deshalb gut überlegen, ob sie das Projekt noch weiter verfolgen will.

Mehr zum Thema