Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Das Kleinfeldstadion in Kriens blendet die Sternwarte

Seit Jahren beklagt die Astronomische Gesellschaft Luzern die zunehmende Lichtverschmutzung. Nun hat das Kleinfeldstadion in Kriens das Problem weiter verschärft.
Christian Tschümperlin
Das Flutlicht des Stadion Kleinfeld ist abends weit herum sichtbar – hier der Blick vom Sonnenberg. (Bild: Dominik Wunderli, Kriens, 3. Mai 2019)

Das Flutlicht des Stadion Kleinfeld ist abends weit herum sichtbar – hier der Blick vom Sonnenberg. (Bild: Dominik Wunderli, Kriens, 3. Mai 2019)

Seit vergangenem Herbst kann der SC Kriens im neuen Kleinfeldstadion spielen. Darauf ist man beim Fussballclub besonders stolz. Bei der astronomischen Gesellschaft Luzern ist die Freude aber weniger gross. Sie betreibt seit vierzig Jahren die Sternwarte Hubelmatt auf dem Dach des Schulhauses Hubelmatt West. Von dem neuen Stadion wird sie direkt geblendet.

Zwar beklagt man bei der astronomischen Sternwarte schon seit Jahren die zunehmende Lichtverschmutzung in Luzern. Das neue Stadion Kleinfeld stelle aber ein neuer Tiefpunkt dieser Verschmutzung dar, heisst es bei der Gesellschaft, denn sie stört die Sternengucker noch mehr als die Swissporarena. «Beide Stadien leuchten etwa gleich hell, aber das Kleinfeldstadion strahlt direkt zu uns hinauf», sagt Marc Eichenberger, Präsident der Astronomischen Gesellschaft. Im Kleinfeldstadion würde zudem häufiger gespielt. «Gerade wenn der Spieltermin mit dem öffentlichen Abend der Sternwarte zusammenfällt, das ist der Dienstagabend, dann können wir den Gästen die Sterne nicht mehr zeigen», sagt er.

Schuld ist die zu starke Lichtstreuung

Im Vereinsblättchen der astronomischen Gesellschaft vermutet Redaktor Beat Bühlmann, dass die Stadionbetreiber wohl stolz darauf seien, wenn die Anlage weitherum sichtbar sei. «Das helle Erscheinen mag auch einen gewissen Werbeeffekt haben.» Was ihn aber etwas unglücklich zurücklässt: «Die Flutlichtanlage wirft ihr Licht nicht nur aufs Spielfeld, sondern streut es auch in der weiten Umgebung.»

Zum Beweis präsentiert die astronomische Gesellschaft zwei Bilder, die jeweils während und nach einem Spiel entstanden sind: Nach dem Löschen der Scheinwerfer sind mehr Sterne am Himmel sichtbar. Dunkle Nächte erleben die Astronomen in Luzern aber auch nach dem Lichterlöschen beim Kleinfeldstadion nicht, wie Eichenberger berichtet:

«Ganz selten, ein- bis zweimal im Jahr, wenn die Flutlichtanlage auch bei der Leichtathletik-Anlage in der Allmend abgeschaltet ist, kann man das feine Band der Milchstrasse sehen.»

Ansonsten beschränke sich die Beobachtung auf die hellsten Sterne der Sternenbilder, den Mond und die Planeten.

Eichenberger steht nun in Kontakt mit der Stadtverwaltung Kriens, um eine Lösung für das Problem der Lichtverschmutzung durch das Kleinfeldstadion zu finden. «Für die astronomische Gesellschaft stellt sich die Frage, ob allenfalls mit Sichtblenden in unmittelbarer Nähe zu den Lichtquellen die Beeinträchtigung der Umgebung vermindert werden könnte», sagt er.

Bei der Stadtverwaltung zeigt man sich gesprächsbereit. «An einer Einwohnerratssitzung kam das Thema bereits bei einer Fragestunde zur Sprache, nachdem sich Einwohner wegen dem Scheinwerfer-Licht gemeldet hatten», sagt Franco Faé (CVP), Finanzvorsteher von Kriens. Es seien aber bereits Massnahmen ergriffen worden. «Es wurden zusätzliche Blenden montiert» sagt Faé. Bei den Scheinwerfern handle es sich zudem um die erste LED-Beleuchtungsanlage in einem Schweizer Fussball-Stadion. Bei deren Planung wurde auch ein Lichtplaner beigezogen. Dieser hat die Anlage so konzipiert, dass drei Schaltstufen möglich sind: Für den Trainingsbetrieb (bis 80 Lux), den Spielbetrieb Amateurliga sowie die Challenge League und TV-Übertragungen (bis 120 Lux). Marc Eichenberger hofft nun, dass die Dimmstufen oder Blenden noch etwas optimiert werden könnten.

Schattenberg und Himmelrich sind betroffen

Bei den Quartiervereinen ist die Lichtverschmutzung durch das Kleinfeldstadion nur teils ein Thema. So sagt etwa Leo Sigg, Präsident des Quartiervereins Schattenberg/Himmelrich:

«Wir haben noch keine offiziellen Reklamationen von Mitgliedern bekommen, aber mir ist auch schon zu Ohren gekommen, dass es ein Thema ist»,

Indirekt habe er von den Leuten gehört, dass es sehr hell sei. Das in Hanglage gelegene Quartier Schattenberg dürfte dem Licht denn auch stärker ausgesetzt sein als andere Quartiere.

Anders sieht es beispielsweise in der Kuonimatt aus, wo weite Teile des Quartiers durch den Neubau Schweighof von dem Licht geschützt sind. «Wir vom Verein haben noch keine Reklamationen erhalten», sagt Anita Stirnimann-Schuler vom Sekretariat, «vielleicht wird es aber im Sommer ein Thema, wenn die Leute länger draussen sitzen.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.