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Das Kreuz mit der elektronischen Busspur auf der Spitalstrasse in Luzern

Die neue Busspur beim Luzerner Kantonsspital wird von Betreiberseite gelobt. Benutzer sehen es aber kritischer.
Sandra Monika Ziegler
Die neue elektronische Busspur auf der Spitalstrasse ermöglicht dem Bus den individual Verkehr zu überholen. Bild: Boris Bürgisser (Luzern 6. September 2018)

Die neue elektronische Busspur auf der Spitalstrasse ermöglicht dem Bus den individual Verkehr zu überholen. Bild: Boris Bürgisser (Luzern 6. September 2018)

Seit Ende letzten August ist die elektronische Busspur auf der Spitalstrasse beim Luzerner Kantonsspital in Betrieb. Es ist die bisher einzige in der Stadt Luzern. Auf der gleichen Strecke wurde zudem Tempo 30 eingeführt und ein Radarkasten montiert. Dies alles sind Massnahmen, um den öffentlichen Verkehr flüssiger zu halten.

Denn wenn sich der Verkehr auf der Spitalstrasse staut, soll der Bus auf der Gegenfahrbahn die Autokolonne überholen. Die VBL versprechen sich von der elektronischen Busspur eine markante Verkürzung der Verspätungszeit, von oftmals über zehn Minuten auf einige wenige (Artikel vom 10. November 2018). Doch Fahrgäste bemerken, bezüglich Reduzierung der Fahrzeit sei noch reichlich Luft nach oben. Sprich: Die Situation habe sich nicht merklich verbessert.

Gesamtsanierung kostete 3,1 Millionen Franken

Denn steht der Verkehr zwischen den Busstationen St. Karli und Kantonsspital still, nützt auch eine elektronische Busspur nichts – es fehlt dann nämlich der Platz, um den Individualverkehr zu überholen. In solch verkehrsreichen Momenten ist der Rückstau zu lang, die Extraspur kann gar nicht benutzt werden.

Eingesetzt wurde die Spur im Rahmen der Gesamtsanierung der Spitalstrasse, dazu gehörte auch die Versetzung der Bushaltestelle Kantonsspital um einige Meter. Gesamtkosten: 3,1 Millionen Franken. Die Kosten waren mitunter ein Grund für diese Wahl, denn eine «normale» Busspur wäre um einiges teurer geworden und hätte auch mehr Zeit gebraucht. Das waren Argumente bei der Inbetriebnahme.

Konkrete Zahlen liegen noch nicht vor

Jetzt, seitdem die elektronische Busspur seit gut acht Monaten in Betrieb ist, gilt es die Auswirkungen unter die Lupe zu nehmen. Laut Norbert Schmassmann, Direktor der VBL, liegen aber zurzeit noch keine aktuellen, detaillierten Zahlen vor. Das bestätigt auch Gesamtprojektleiter Reinhard Hofmann, Tiefbauamt Stadt Luzern. Auf aussagekräftiges Zahlenmaterial müsse noch gewartet werden: «Sobald wir die Auswertungen haben, werden wir informieren.»

Und wie sieht es mit der eingangs erwähnten zu kurzen Busspur und dem damit fehlenden Platz zum Überholen aus? Norbert Schmassmann beurteilt dies anders. Man habe nach Inbetriebnahme und ersten betrieblichen Auswertungen diverse Softwareanpassungen vorgenommen und so die Steuerung der elektronischen Busspur optimiert. Seither funktioniere die Anlage einwandfrei, so Schmassmann.

Zum Einwand, bei Stau stehe alles still, sagt Schmassmann: «Aufgrund unserer Beobachtungen stimmt dies so nicht. Seit Tempo 30 eingeführt wurde, hat sich der Verkehr zudem etwas reduziert.» Auf die Frage, ob die Busspur zu kurz geplant sei, gibt Schmassmann zu bedenken, dass eine elektronische Busspur sehr anspruchsvoll zu realisieren sei.

So müsse gewährleistet sein, dass weder von vorne noch aus irgendeiner Seiteneinfahrt oder Garagenausfahrt Gegenverkehr auf die Fahrbahn gelangen kann und der Chauffeur auch freie Sicht auf die Fahrbahn hat. Dies sei auf der Spitalstrasse allerdings gewährleistet. Deshalb betont Schmassmann: «Wir sind daher glücklich, dass wir eine sehr gute und innovative Lösung für unsere Vorfahrt erhalten haben.»

Nicht alle Fahrer halten Tempo 30 ein

Und wie wirkt der aufgestellte Radar auf das Einhalten von Tempo 30? Dazu hält Urs Wigger, Mediensprecher Luzerner Polizei fest, dass die Luzerner Polizei aus Ressourcengründen keine separaten Auswertungen zu einzelnen Standorten von Radargeräten, semistationären Anlagen oder mobilen Messgeräten veröffentlicht.

Urs Wigger bestätigt jedoch den uns gemeldeten Eindruck punkto Temposündern: «Als Einschätzung kann man sagen, dass die Polizei selber festgestellt und entsprechende Rückmeldungen dieser Art erhalten hat, dass die signalisierte Geschwindigkeit von 30 Stundenkilometer nicht von jedem Fahrzeuglenkenden eingehalten wird.

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