Frohe Festtagstipps aus den Ressorts: Das läuft an Weihnachten in Luzern

Einmal mehr ist an Weihnachten in der Stadt Luzern einiges los. Wir haben eine Auswahl getroffen.

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(sma) Wo und wie kann man in der Stadt Luzern Weihnachten feiern? Wir haben eine kurze Liste zusammengestellt, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Unser Fokus liegt auf kirchliche Feiern, aber auch die eine oder andere Party lockt.

Katholische und reformierte Gottesdienste

  • Am 24. Dezember um 17.15 Uhr findet in der Hofkirche ein Familiengottesdienst statt, an dem das Weihnachtssingspiel «De chlii Ängel chont of d Ärde» (2017) aufgeführt wird. Beteiligt ist der Jugendchor La Perla und der KidsChor@Hof.
  • In der Kirche Weinbergli findet um 16 Uhr eine reformierte, musikalische Kinderfeier zu Heiligabend unter dem Motto «Wir warten aufs Christkind» statt. Das Kinderensemble der Luzerner Kantorei gibt instrumentale und gesungene Hirtenweisen zum Besten.
  • In der Matthäuskirche findet am 24. Dezember um 17 Uhr ein reformierter Gottesdienst mit Krippenspiel in der Matthäuskirche statt. Eine Feier für Gross und Klein mit Posaunenspiel, Gesang und Orgel.
  • Am 24. Dezember um 22 Uhr wird in der Jesuitenkirche die Christmette gefeiert. Die Luzerner Kantorei und das Orchester des Collegium Musicum führt die Kantate II aus dem Weihnachtsoratorium BWV 248 auf.
  • Nach dem evangelischen Heilignacht-Gottesdienst von 23 bis 24 Uhr in der Markuskirche warten Zopf und Glühwein auf die Besucherinnen und Besucher.
  • Einen weiteren Mitternachtsgottesdienst gibt es im Kirchensaal MaiHof ab 23 Uhr. Der Singkreis Maihof unter der Leitung von Lorenz Ganz gestaltet das festlich-musikalische Programm; zur Aufführung kommt die Carol Suite von Mark Hayes, die bekannte Weihnachtslieder aus verschiedenen Sprachgebieten aneinanderreiht.
  • Am Gottesdienst in der Franziskanerkirche am 25. Dezember singt der Franziskanerchor ­Antonio Vivaldis «Gloria» in D-Dur. An der Orgel sitzt Franz Schaffner.
  • In der Peterskapelle am Kapellplatz findet am 25. Dezember um 11 Uhr eine englischsprachige Messe statt.

Partys und Ladenöffnungszeiten

  • Ihrem Slogan «Party 7 Days a Week» bleibt das Roadhouse direkt beim Bahnhof Luzern auch über die Festtage treu. Am 24. Dezember kann man dort unter dem Motto «Back to School» feiern.
  • In Tschuppi’s Wonderbar steigt am 24. Dezember eine Weihnachtsparty mit Classic Rock, Weihnachtsliedern und Partytunes. Von 22 bis 4 Uhr.
  • Am 24. Dezember sind die Läden bis 16 oder 17 Uhr geöffnet, am 25. und 26. Dezember bleiben sie geschlossen.

Frohe Festtagstipps aus den Ressorts

Kino - Menschlichkeit zahlt sich aus

Bruno und Malik kümmern sich in der Tragikomödie «Hors normes» mit grossem Engagement um autistische Kinder und Jugendliche – und verlassen dazu auch mal den legalen Weg. «Systemsprenger» erzählt elektrisierend die Geschichte des traumatisierten Mädchens Benni, das mit seiner unbändigen Energie alle überfordert und von einer Einrichtung in die nächste muss. Der Film wurde breit diskutiert und hat in Deutschland Vertreter aus Politik und Institutionen an einen Tisch gebracht. Und auch die Erwartungen des echten Bruno, Stéphane Benhamou, haben sich erfüllt: «Es kommt Bewegung in die Sache, und die Verwaltung wacht langsam auf.» Es sind Filme wie «Hors normes» und «Systemsprenger», die tatsächlich etwas bewirken. Denn sie klagen nicht einseitig an, sondern wecken in erster Linie Verständnis – für alle Beteiligten. «Systemsprenger» kommt auf schweizweit an die 20 000 Zuschauer und war auch in unserer Region ein Grosserfolg (in Zürich ist er noch im Programm). «Hors normes» läuft seit zweieinhalb Wochen, über 46 000 haben ihn bereits gesehen. Das zeigt, der Kinobesucher interessiert sich für Filme über Menschen, die durch die Maschen fallen, und die einfachen Leute, die sich tagtäglich nach besten Kräften für sie einsetzen. Und das ist die eigentlich schönste weihnächtliche Botschaft überhaupt. (reg)

Kino – Vincent Cassel und Reda Kateb als Bruno und Malik in «Hors normes»

Kino – Vincent Cassel und Reda Kateb als Bruno und Malik in «Hors normes»

Bild: PD

Bühne – Hier werden die Wünsche erfüllt

An Weihnachten wird gewünscht, bis sich die Geschenkbänder biegen. Oft wünscht man sich mehr von dem, was man schon hat: mehr Wein, mehr Lego, mehr Geld. Oder man wünscht sich Sachen, von denen man denkt, dass man sie jetzt wirklich unbedingt sofort brauchen würde: ein ferngesteuertes Auto, ein Roboterstaubsauger, mehr Geld. Selten wünscht man sich das pure Gegenteil von dem, was man schon hat. Das macht dafür das kleine Gespenst. Diese Geisterfigur aus dem Kinderbuch von Otfried Preussler will nicht mehr länger in der Nacht erwachen, sondern am Tag. Warum man sich selten das Gegenteil wünscht, merkt man dann, wenn es in Erfüllung geht. Beim Gespenst wird die Erfüllung des Wunsches zum Debakel. Bei Tageslicht haben alle Angst vor ihm. Es stiftet Chaos und wird nur noch unglücklicher. Die Inszenierung am Luzerner Theater ist multimedial. Es wird gesungen, getanzt, gelacht, geweint. Alles in einer Vielzahl von kunterbuntesten und schrägsten Kostümen. Am Ende ist es eine munter erzählte Geschichte über Freundschaft. Und natürlich auch eine über das Wünschen. Das Kinderstück wird noch bis zum 19. Januar gezeigt – auch an Heiligabend. Es sind 90 Minuten Unterhaltung für die Kleinen und lässt eigentlich keine grossen Wünsche offen. (mg)

Bühne – Szenenbild «Das kleine Gespenst»

Bühne – Szenenbild «Das kleine Gespenst»

Bild: PD

Klassik – Zehn Tage lang Weihnachten

Die Weihnachtsgeschichte enthält rund um die Krippe im Stall alles, was ein Plot braucht, um zu Herzen zu gehen. Johann Sebastian Bach hat sie in seinem populären Weihnachtsoratorium mit Pauken und Trompeten so jubilierend und besinnlich ausgedeutet, dass das Werk auch in einem profanen Konzertsaal seinen Glanz und Zauber entfaltet. Kein Wunder also, hatte es auch im KKL seinen Stammplatz im vorweihnächtlichen Konzertkalender – bis zu diesem Jahr. Jetzt nämlich kehren alle sechs Kantaten an ihren Ursprungsort zurück und werden im Rahmen der Festtags- Gottesdienste in der Jesuitenkirche aufgeführt. So singen an Heiligabend die Mädchen und Knaben der Luzerner Kantorei von der Verkündigung der Engel (Kantate II). Am Weihnachtstag wird über die Geburt des Gotteskindes «gejauchzt und frohlockt», wobei die Melodie von «O Haupt voll Blut und Wunden» bereits das Kreuz mit in die Krippe legt (I). An Silvester wohnen wir der Anbetung der Hirten im Stall (III) und dem Besuch der Weisen aus dem Morgenland bei (V). An Neujahr erhält der Neugeborene seinen Namen Jesus (IV), am 5. Januar blasen die Trompeten mit Fanfaren zum Kampf gegen die Glaubensfeinde (VI). Zehn Tage lang immer wieder Weihnachten, davon haben wir doch als Kind schon geträumt. (mat)

Klassik – Kinderchor der Luzerner Kantorei

Klassik – Kinderchor der Luzerner Kantorei

Bild: PD

Sounds – Ein Adventskalender ohne Krams

«Es isch Wiehnacht, es fühlt sich a wie nachme Sturz us hocher Höchi, alles, was i bruch, isch Nöchi», singt Faber mit einer Stimme, die von Verzweiflung und Schnaps getränkt zu sein scheint. Es ist ein tieftrauriger Weihnachtssong über einen Mann, der unfreiwillig alleine feiert. Verlassen und verzweifelt. Statt Besinnlichkeit gibt es Trinken bis zur Besinnungslosigkeit. Der Zürcher Sänger hat dieses Jahr wieder ein famoses Album veröffentlicht («I Fucking Love My Life»). Entstanden ist dieses tiefschwarze Anti-Festtags-Heiterkeit-Lied im Rahmen des musikalischen Adventskalenders von Evelinn Trouble im letzten Jahr. Auch dieses Jahr hat die Zürcherin wieder einen solchen Kalender gemacht. Unter dem Motto «Tropical Christmas» haben nationale und internationale Künstler einminütige Songs beigesteuert. Mal sind es kaum mehr als Miniaturen, manchmal fast schon kleine Meisterwerke. Tag für Tag geht ein Türchen auf. Nicht immer ist es gut, aber nie schlecht. Und wenn man hinter einem Türchen eine Perle entdeckt, kann man schnell weitertauchen und das restliche Œuvre der Künstler durchstöbern. Bei all dem Schoggi- und Plastikkrams, der sich sonst in Adventskalendern verbirgt, ist der von Evelinn Trouble eine richtige Wohltat. Zu finden ist er unter www.trouble.christmas. (mg)

Sounds – Faber

Sounds – Faber

Bild: PD