Das Luzerner Kantonsspital rationiert Desinfektionsmittel

Am Kantonsspital Luzern werden nur noch Abteilungen mit direktem Patientenkontakt mit Desinfektionsmittel versorgt. Eine reine Vorsorgemassnahme, so das Spital.

Dominik Weingartner
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«Die Versorgung mit Händedesinfektionsmittel wird auch am Luks kritisch.» Mit diesen Worten beginnt eine interne Mitteilung an die Mitarbeiter des grössten Spitals der Zentralschweiz, die unserer Zeitung vorliegt. Die Anordnung der Chefapothekerin lautet: «Händedesinfektionsmittel werden nur noch auf Abteilungen mit direktem Patientenkontakt geliefert.» Alle anderen Bestellungen würden storniert, heisst es darin weiter.

Betroffen von der Massnahme ist in erster Linie die Administration des Luzerner Kantonsspitals. Dort sorgt der Mangel an Desinfektionsmittel für Besorgnis, wie unsere Zeitung weiss. Es werden zahlreiche Bedenken geäussert, unter anderem, weil diese Mitarbeiter auch mit Dokumenten in Berührung kommen, die von Patienten selber ausgefüllt wurden.

Händewaschen hat gleiche Wirkung wie Desinfektion

Luks-Sprecher Philipp Berger bestätigt, dass Händedesinfektionsmittel derzeit nur noch an «Abteilungen mit direktem Patientenkontakt» geliefert werde. Es handle sich um eine «rein vorsorgliche Massnahme», so Berger. «Die Bestände am Luzerner Kantonsspital sind momentan ausreichend, der Nachschub ist sichergestellt.» Es gehe darum, das Personal zu sensibilisieren. Auch seien in den Eingangsbereichen, vor dem Restaurant und auch auf allen Toiletten «nach wie vor Handdesinfektionsmittel vorhanden».

Beim Kantonsspital Luzern werden nicht mehr alle Abteilungen mit Desinfektionsmittel ausgestattet.

Beim Kantonsspital Luzern werden nicht mehr alle Abteilungen mit Desinfektionsmittel ausgestattet. 

Pius Amrein
(Sempach, 13. August 2009)

Berger betont weiter, dass man die Mitarbeiter darauf hinweise, «dass regelmässiges und gründliches Händewaschen ebenso wirkungsvoll ist wie das Desinfizieren mit Handalkohol.» Es dauere einfach ein bisschen länger.

Die Hirslanden-Klinik St.Anna hat wegen des Corona-Virus eine Task-Force eingerichtet, wie deren Leiter Dr. Matthias Wissler auf Anfrage sagt. «Wir gehen sowohl mit Schutzkleidung als auch mit Desinfektionsmittel sehr sorgfältig um und haben alle Mitarbeitenden wiederholt darauf hingewiesen, dass diese Produkte weder für den privaten Eigengebrauch verwendet werden können noch an Dritte abgegeben werden dürfen», sagt er.

«Sicherheit der Patienten nicht gefährdet»

Die Task-Force steuere auch die «Abgabe, die Menge und den Verwendungszweck der verwendeten Schutzkleidung und Desinfektionsmittel», so Wissler. Die Sicherheit der Patienten sei aber «durch den erwarteten Lieferengpass dieser Produkte», nicht gefährdet.

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