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Das machten berühmte Komponisten in Luzern

In wenigen Tagen beginnt das Lucerne Festival. Dabei wird wieder Musik von vielen berühmten Komponisten gespielt. Einige von ihnen haben auch persönlich Spuren in Luzern hinterlassen. Sie schwärmten von der Landschaft – und ärgerten sich übers Wetter.
Robert Knobel
Diese Grössen der Musikwelt beehrten die Stadt Luzern (von links): Robert und Clara Schumann, Johannes Brahms, Anton Bruckner, Sergej Rachmaninow, Felix Mendelssohn, Richard Wagner und Franz Liszt.Illustration: Janina Noser

Diese Grössen der Musikwelt beehrten die Stadt Luzern (von links): Robert und Clara Schumann, Johannes Brahms, Anton Bruckner, Sergej Rachmaninow, Felix Mendelssohn, Richard Wagner und Franz Liszt.
Illustration: Janina Noser

Sergej Rachmaninow (1930-1939 in Luzern)

Neben Richard Wagner gehörte Sergej Rachmaninow (1873-1943) zu den Komponisten, die in Luzern am meisten Spuren hinterliessen. Der russische Pianist und Komponist führte anfangs 20. Jahrhundert eine wohlhabende Existenz in Russland. Wegen zunehmender Übergriffe auf Grundbesitzer während des Ersten Weltkriegs verliess Rachmaninow Russland im Jahr 1917 und emigrierte zunächst in die USA.

1930 kaufte er dann ein Grundstück in Hertenstein bei Weggis. Die Villa «Senar», die er dort baute, zieht heute noch Architektur-Enthusiasten aus aller Welt an. Auch in Hertenstein führte er ein luxuriöses Leben mit teuren Autos sowie mit einem eigenen Schnell-Boot, mit dem er in 15 Minuten nach Luzern gelangte. Der russische Cellist Gregor Piatigorski erinnert sich in seinen Memoiren, wie er von Rachmaninow zu einer Bootsfahrt eingeladen wurde. Mit vollem Tempo hielt er auf eine Ufermauer zu und drehte im letzten Moment ab. Der Komponist genoss den Schrecken seiner Passagiere – und diejenigen, die ruhig blieben, verdienten sich seinen Respekt umsomehr.

1939 trat Rachmaninow als Pianist an den Internationalen Musikfestwochen Luzern auf. Kurz darauf wurde er erneut vor der Kriegsangst heimgesucht. Deshalb verliess er die Schweiz und kehrte in die USA zurück, wo er 1943 starb.

Sergej Rachmaninow.Illustration: Janina Noser

Sergej Rachmaninow.
Illustration: Janina Noser

Sergej Rachmaninow

Blick in die Villa Senar in Hertenstein, mit originalgetreuer Einrichtung. (Bild PD)

Blick in die Villa Senar in Hertenstein, mit originalgetreuer Einrichtung. (Bild PD)

Sergej und und seine Frau Natalia Rachmaninov in den 30-er-Jahren im Garten der Villa Senar. (Bild: Rachmaninov Foundation)

Sergej und und seine Frau Natalia Rachmaninov in den 30-er-Jahren im Garten der Villa Senar. (Bild: Rachmaninov Foundation)

Aussenansicht der Villa "Senar" in Hertenstein (Bild Pius Amrein)

Aussenansicht der Villa "Senar" in Hertenstein (Bild Pius Amrein)

Sergej Rachmaninow mit seinen Enkeln Sofia und Alexander im Garten der Villa Senar in Hertenstein. (Bild PD)

Sergej Rachmaninow mit seinen Enkeln Sofia und Alexander im Garten der Villa Senar in Hertenstein. (Bild PD)

Richard Wagner (1866-1872)

Über die Luzerner Periode Richard Wagners (1813-1883) ist heute sehr viel bekannt – unter anderem, dass die insgesamt sechs Jahre äusserst turbulent waren. Wagner, der wegen politischer Betätigung zuerst aus Dresden, dann auch aus Venedig fliehen musste, hielt sich bereits 1859 für kurze Zeit im Hotel Schweizerhof in Luzern auf. Dort vollendete er seinen «Tristan». 1866 mietete er dann das bekannte Landhaus im Tribschen, in dem heute das Wagner-Museum untergebracht ist.

Kaum eingezogen, erhielt Wagner im Tribschen überraschenden Besuch des Bayern-König Ludwig II. Dieser war inkognito nach Luzern gefahren und bat Wagner um Asyl. Grund: Ludwig weigerte sich, gegen Preussen in den Krieg zu ziehen und zog es vor, sich ins Ausland abzusetzen und abzudanken.Wagner konnte ihn schliesslich überzeugen, nach München zurückzukehren und seine königlichen Pflichten wieder wahrzunehmen. Ein weiterer berühmter Gast war Friederich Nietzsche, der regelmässig in Tribschen zu Besuch war.

1870 heiratete Wagner Franz Liszts Tochter Cosima in der Luzerner Matthäuskirche. In derselben Kirche wurde wenig später auch Sohn Siegfried getauft. 1872 endete Wagners Gastspiel in Luzern – er zog nach Bayreuth, um seine Festspielhaus-Pläne zu verwirklichen.

Richard Wagner.Illustration: Janina Noser

Richard Wagner.
Illustration: Janina Noser

Richard Wagner

Richard Wagner im Park seines Landhauses in Tribschen. (Bild: Wagner Museum Luzern)

Richard Wagner im Park seines Landhauses in Tribschen. (Bild: Wagner Museum Luzern)

Flügel im heutigen Wagner-Museum. (Bild: Wagner Museum Luzern)

Flügel im heutigen Wagner-Museum. (Bild: Wagner Museum Luzern)

Wagner-Büste beim Eingang zum Museum (Bild: Nadia Schärli)

Wagner-Büste beim Eingang zum Museum (Bild: Nadia Schärli)

Das frühere Wohnhaus von Richard Wagner in Tribschen, heute ein Museum. (Bild: Nadia Schärli)

Das frühere Wohnhaus von Richard Wagner in Tribschen, heute ein Museum. (Bild: Nadia Schärli)

Felix Mendelssohn (1822, 1831, 1847)

Der Komponist Felix Mendelssohn (1809-1847) weilte erstmals als 13-Jähriger, im Sommer 1822, in Luzern. Die Stadt war Station einer ausgedehnten Schweiz-Reise, welche er mit seinen Eltern sowie den drei Geschwistern unternahm. Im August 1831 kehrte Mendelssohn allein nach Luzern zurück, um hier ausgedehnte Wanderungen zu unternehmen. Die Landschaft macht einen nachhaltigen Eindruck auf ihn. «Das Land ist über alle Begriffe schön», schwärmt er in einem Brief an seine Schwestern. Und dies «obwohl das Wetter wieder entsetzlich ist – Regen und Sturm den ganzen Tag und die Nacht durch.» Für seine Wanderungen hat er eigens einen Reiseleiter angeheuert.« Mein Führer und ich, wir essen, und trinken, und singen leider auch, um die Wette», heisst es an anderer Stelle im Brief. Bekannt ist zudem, dass Mendelssohn auf der Orgel in der Hofkirche spielte.

Sein dritter Luzern-Besuch stand im Sommer 1847 unter einem tragischen Stern. Geschockt vom frühen Tod seiner Schwester Fanny reiste er zur Erholung in die Schweiz, wo der passionierte Maler zahlreiche Landschafts-Gemälde schuf. Auch die Stadt Luzern wurde von Mendelssohn verewigt. Kurz nach seiner Rückkehr in seine Heimatstadt Leipzig starb er im Oktober 1847 an den Folgen eines Schlaganfalls.

Felix MendelssohnIllustration: Janina Noser

Felix Mendelssohn
Illustration: Janina Noser

Mendelssohn war auch ein leidenschaftlicher Maler. Diese Ansicht von der Stadt Luzern (hier mit der inzwischen abgerissenen Hofbrücke zur Hofkirche) malte er kurz vor seinem Tod 1847. In der Hofkirche spielte Mendelssohn zudem auf der Orgel.

Mendelssohn war auch ein leidenschaftlicher Maler. Diese Ansicht von der Stadt Luzern (hier mit der inzwischen abgerissenen Hofbrücke zur Hofkirche) malte er kurz vor seinem Tod 1847. In der Hofkirche spielte Mendelssohn zudem auf der Orgel.

Robert Schumann (1829)

1829 reiste Robert Schumann (1810-1856) von Heidelberg aus über Luzern nach Italien. Bekannt ist, dass er im Sommer per Schiff von Zug nach Immensee fuhr, dann die Tellskapelle und die Hohle Gasse besuchte und anschliessend auf die Rigi wanderte. Dort übernachtete er am 26. August und setzte die Reise am nächsten Tag per Schiff von Weggis nach Luzern fort, wo er sich über die «sehr toten Gassen» wunderte, wie er in seinem Tagebuch vermerkte. Vielleicht lag dies auch am Wetter - der Pilatus jedenfalls blickte an diesem Tag «mürrisch» nach Luzern hinunter. Immerhin war das Mittagessen und der Rotwein ganz nach Schumanns Geschmack, und auch das Löwendenkmal machte Eindruck. Tags darauf gings zu Fuss weiter nach Horw, wo er Richtung Alpnach einschiffte. Weitere Stationen waren Sarnen, Brünig, Interlaken und Thun.

Robert Schumann.Illustration: Janina Noser

Robert Schumann.
Illustration: Janina Noser

Robert Schumann

Johannes Brahms (1856)

Viel wurde schon geschrieben über die Liebesbeziehung der Pianistin Clara Schumann mit dem Komponisten Johannes Brahms (1833-1897). Fakt ist: Kaum war Claras Mann Robert Schumann 1856 gestorben, plante die Witwe eine Reise in die Schweiz – die Idee dazu hatte kein Geringerer als Johannes Brahms, der Clara selbstverständlich begleiten wollte. Offenbar träumte er schon seit seiner Kindheit davon, die Schweiz zu bereisen. Zusammen mit zwei von Schumanns Söhnen fuhren Clara und Johannes im August 1856 an den Vierwaldstättersee. Von Gersau aus unternahmen sie während mehrerer Wochen Ausflüge in die Umgebung – nach Luzern, aber auch in die Klosterbibliothek in Einsiedeln. Ansonsten spielte Luzern keine grosse Rolle in Brahms Leben – ganz im Gegensatz zu Thun und Zürich, wo er sich während längerer Zeit aufhielt. 1895 dirigierte er sogar das Eröffnungskonzert in der neu gebauten Tonhalle in Zürich.

Johannes Brahms.Illustration: Janina Noser

Johannes Brahms.
Illustration: Janina Noser

Clara Schumann (1856, 1862)

1862, sechs Jahre nach der Reise mit Brahms fuhr Clara Schumann nochmals allein nach Luzern. Dort logierte sie in der Pension Tivoli, in Begleitung des Komponisten Theodor Kirchner und dem Bariton Julius Stockhausen. Ihnen spielte Clara Schumann auch das brandneue Klavierquintett f-moll von Brahms vor, dessen Partitur der Komponist nach Luzern geschickt hatte. Ein Klavier hatte sie sich extra aus Zürich ins «Tivoli» liefern lassen. Alle drei Musiker waren von den ersten Sätzen offenbar hell begeistert, wie Clara Schumann in einem ihrer täglichen Briefe an Brahms schrieb. «Welche Wonne ich an deinem Quintett habe. Ich habe es viele Male gespielt, und ist mir das Herz ganz voll davon». Und weiter: «Habe 1000 Dank, und bitte, schicke mir bald den Schluss». Von Luzern aus machte Clara Schumann auch Ausflüge nach Interlaken – dort sehnte sie sich aber rasch wieder nach Luzern zurück – erstens, weil in Interlaken kein brauchbares Klavier vorhanden war und zweitens, weil sie «seit einigen Tagen schon förmlich eingeregnet, die Jungfrau vor uns, aber in dicke Schleier gehüllt.» Am 4. September 1862 wohnte Clara Schumann dem Eröffnungskonzert der neuen Orgel in der Hofkirche bei.

Clara Schumann.Illustration: Janina Noser

Clara Schumann.
Illustration: Janina Noser

Clara Schumann

Die Pension Tivoli am rechten Seeufer, die später dem Hotel Tivoli Platz machte. (Bild Stadtarchiv Luzern)

Die Pension Tivoli am rechten Seeufer, die später dem Hotel Tivoli Platz machte. (Bild Stadtarchiv Luzern)

Franz Liszt (1826, 1835, 1867)

Als 15-jähriges Wunderkind tourte Franz Liszt (1811-1886) mit seinen Eltern 1826 durch die Schweiz. Dabei machte der junge Pianist auch Halt in Luzern, wo er ein Konzert gab. Details dazu sind nicht bekannt. Bei seiner nächsten Schweiz-Reise 1835 mit seiner Geliebten Gräfin Marie d’Agoult besuchte er zwar die Rigi, liess Luzern aber aus.

Erst 1867 kam er wieder hierher – diesmal in schwieriger Mission: Er besuchte seinen langjährigen Freund Richard Wagner in Tribschen, um sich mit ihm auszusprechen. Wagner hatte ihn nämlich in eine heikle Situation gebracht, indem er eine Liebesbeziehung mit Liszts Tochter Cosima anfing. Offiziell war Cosima seit 1857 mit dem Dirigenten Hans von Bülow verheiratet. Doch 1867 zog sie definitiv zu Wagner im Tribschen. Die Aussprache zwischen Liszt und Wagner war erfolgreich – ihre Freundschaft blieb erhalten. 1870 wurde die Ehe seiner Tochter dann geschieden, kurze Zeit später heiratete sie Richard Wagner in der Luzerner Matthäuskirche.

Franz Liszt.Illustration: Janina Noser

Franz Liszt.
Illustration: Janina Noser

Franz Liszt

Anton Bruckner (1880)

Der österreichische Komponist (1824-1896) besuchte Luzern Anfang September 1880. Sein Interesse galt dabei der grossen Orgel in der Hofkirche. Eingeladen von Pater Ambros Meier, Organist der Pfarrei St. Leodegar, wohnte Bruckner mehreren Orgelkonzerten bei und spielte auch selber auf dem Instrument. Die Hoforgel gehört heute noch zu den aussergewöhnlichsten Kirchenorgeln der Schweiz. Dies auch dank der weltweit einzigartigen Regenmaschine, mit der sich spezielle Geräusche erzeugen lassen.

Anton BrucknerIllustration: Janina Noser

Anton Bruckner
Illustration: Janina Noser

Anton Bruckner

Die grosse Orgel in der Luzerner Hofkirche: Hier spielte Anton Bruckner 1880. (Bild: Nadia Schärli)

Die grosse Orgel in der Luzerner Hofkirche: Hier spielte Anton Bruckner 1880. (Bild: Nadia Schärli)

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