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Luzern: Das müssen Sie über die Legionärskrankheit wissen

Dieses Jahr dürften in der Schweiz mehr Fälle der Legionärskrankheit registriert werden als jemals zuvor. Wie sieht die Situation in Luzern aus und wie kann man sich vor der Krankheit schützen? Die Antworten auf die wichtigsten Fragen.
Martina Odermatt
Wer unter der Legionärskrankheit leidet, hat grippeähnliche Symptome. (Symbolbild: Nadia Schärli)

Wer unter der Legionärskrankheit leidet, hat grippeähnliche Symptome. (Symbolbild: Nadia Schärli)

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) zeigte sich «beunruhigt» ob der steigenden Zahl der Legionärskrankheit in der Schweiz (wir berichteten). Dieses Jahr wurden bereits mehr Fälle verzeichnet als im ganzen 2014. «Wir haben die Lage nicht mehr im Griff», sagte Daniel Koch, Leiter der Abteilung für übertragbare Krankheiten beim BAG, schon Anfang Jahr gegenüber dem «Sonntagsblick». Doch was heisst das für Luzern? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Was sind Legionellen?

Legionellen sind eine Gattung im Wasser lebender Bakterien, die bei immungeschwächten Personen Lungenentzündungen hervorrufen können. Sie vermehren sich bei warmem, stehendem Wasser.

Wie viele Fälle wurden dieses Jahr bereits in Luzern verzeichnet?

Bis heute sind für dieses Jahr 11 Fälle im Kanton Luzern bei der Dienststelle Gesundheit und Sport erfasst worden, sagt Christos Pouskoulas, Leiter Gesundheitsversorgung der Dienststelle.

Nehmen die Zahlen tatsächlich von Jahr zu Jahr zu?

Während dem schweizweit eine Zunahme registriert wird, ist im Kanton Luzern kein eindeutiger Trend erkennbar. 2013 wurden 7, 2014 10 und 2015 8 Fälle registriert. Im Jahr 2016 erfasste die Dienststelle 12 Fälle und 2017 17 Fälle.

Wie merke ich, dass ich an Legionellen erkrankt bin?

Eine Infektion mit Legionellen kann laut Pouskoulas, neben einem symptomlosen Verlauf, zu zwei verschiedenen Erkrankungen führen: dem Pontiac-Fieber, das eine grippeähnliche Krankheit ist und meist harmlos verläuft, und die Legionärskrankheit. «Diese beginnt mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Schüttelfrost, Kopfweh und Bauchschmerzen. Daneben leiden rund 50 Prozent der Patienten unter Verwirrtheit oder Schwindel und weniger als 50 Prozent haben Durchfall und Brechreiz», sagt Pouskoulas. Diese Symptome können von einem Reizhusten und einer Kurzatmigkeit begleitet sein. Anschliessend kommt es zu einer Lungenentzündung. Bei rund 15 Prozent der Patienten endet die Legionärskrankheit tödlich.

Wie wird die Krankheit behandelt?

Die Krankheit kann mit Antibiotika behandelt werden. Allerdings sterben bei der schwersten Form mit Lungenentzündung im Durchschnitt trotz Antibiotika-Behandlung 5 bis 10 Prozent der Erkrankten.

Wie kann ich mich vor Legionellen schützen?

Als Privatperson kann man von aussen nicht erkennen, ob eine Dusche mit Legionellen infiziert ist oder nicht, sagt Thomas Kaufmann, stellvertretender. Das BAG schreibt auf seiner Homepage, dass die beste Präventivmassnahme, um bei sanitären Installationen eine Legionella-Vermehrung zu verhindern, darin besteht, eine Heisswassertemperatur von 60 °C am Boilerausgang bzw. 55 °C im Leitungssystem sicher zu stellen. Weiter sollte die Kaltwassertemperatur unter 20 °C bleiben. Für alle anderen Anlagen (Klimaanlagen, Sprudelbäder, Luftbefeuchter etc.) gelten die Empfehlungen der Fachverbände bzw. der Hersteller.

Wie tritt man dem Problem in Luzern entgegen? Sind Massnahmen geplant?

Die Dienststelle Lebensmittelkontrolle und Verbraucherschutz will verstärkt Betriebe mit öffentlich zugänglichen Anlagen über die Legionella-Problematik informieren. Vorarbeiten dazu sind im Gange.

Ist die Krankheit meldepflichtig?

Ja, alle diagnostizierten Fälle müssen innert Wochenfrist durch den Arzt und das Labor gemeldet werden.

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