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Das müssen Sie wissen zur Velotunnel-Abstimmung in Luzern

Die Stadtluzerner befinden am 20. Oktober über den Projektierungskredit von 1.3 Millionen Franken für den Ausbau des ehemaligen Posttunnels unter den Bahnhofgleisen zum Veloparking, mitsamt grosszügigerer Zufahrt.
Roman Hodel

Was genau ist der Velotunnel?

Parallel zur Fussgängerunterführung, die unter den Gleisen des Bahnhofs Luzern von der Zentralstrasse zum Uni-Gebäude führt, existiert der ehemalige Posttunnel. Dieser soll zu einem Veloparking ausgebaut werden für 800 Velos. Hierfür soll der Tunnel auf der Seite Zentralstrasse verlängert und dort eine neue Rampe, Treppe und Liftanlage gebaut werden.

Der ehemalige Posttunnel wird seit Juli 2019 bereits provisorisch als Veloparking genutzt und bietet Platz für rund 420 Velos – warum kann man es nicht dabei belassen?

Es handelt sich dabei um ein Provisorium, das die Stadt und die SBB wegen der laut eigenen Angaben «prekären Situation» bezüglich Veloparkierung rund um den Bahnhof kurzfristig eingeführt haben. Der Zugang über einfache Schieberillen auf zwei Treppen ist zwar via Zentral-/Habsburgerstrasse möglich. Als Dauerlösung ist dies laut Stadtrat jedoch untragbar, unter anderem wegen der Behinderungen für die Fussgänger.

Worüber wird am 20. Oktober abgestimmt?

Es geht an jenem Sonntag nur um den Projektierungskredit in der Höhe von 1.3 Millionen Franken. Selbstverständlich wird das ganze Projekt aber mehr kosten. Der Stadtrat rechnet derzeit mit zusätzlich rund 7.5 Millionen Franken für die Realisierung. Der Grossteil davon, rund 6.7 Millionen Franken, ist für Rampe, Treppe und Lift vorgesehen und dient laut Stadtrat als Vorinvestition für den geplanten Durchgangsbahnhof. Das bedeutet: Insgesamt soll das Ganze rund 8.8 Millionen kosten.

Rauf oder runter zu der Einstellhalle geht es via diese gelbe Rollspur. (Bild: Nadia Schärli, 1. Juli 2019)Rauf oder runter zu der Einstellhalle geht es via diese gelbe Rollspur.
(Bild: Nadia Schärli, 1. Juli 2019)
So sieht es bei der bahnhofseitigen Treppe aus. (Bild: Janick Wetterwald, 8. Oktober 2019)So sieht es bei der bahnhofseitigen Treppe aus. (Bild: Janick Wetterwald, 8. Oktober 2019)
Auf der Uni-Seite kann mit dem Velo die Einfahrt herunter gefahren werden. (Bild: Janick Wetterwald, 8. Oktober 2019)Auf der Uni-Seite kann mit dem Velo die Einfahrt herunter gefahren werden. (Bild: Janick Wetterwald, 8. Oktober 2019)
Es hat am Vormittag noch genügend freie Plätze bei den Abstellplätzen in der Unterführung. (Bild: Janick Wetterwald, 8. Oktober 2019)Es hat am Vormittag noch genügend freie Plätze bei den Abstellplätzen in der Unterführung. (Bild: Janick Wetterwald, 8. Oktober 2019)
4 Bilder

Bildergalerie Velotunnel

Wozu soll man jetzt so viel Geld ausgeben, wenn der Velotunnel schon bald dem geplanten Durchgangsbahnhof im Weg stehen wird?

Es stimmt, wegen des Durchgangsbahnhofs kann der Tunnel dereinst nicht mehr als Veloparking genutzt werden. Es ist aber noch offen, ab wann. Der Bau des Durchgangsbahnhofs beginnt voraussichtlich 2030. Bis mindestens dann bliebe das Veloparking bestehen. Und: Die Rampe sowie die verbreiterte Unterquerung der Zentralstrasse werden künftig als Personenzugang zum neuen Durchgangsbahnhof dienen.

Warum braucht es überhaupt mehr Veloabstellplätze im ehemaligen Posttunnel, unter der Bahnhofstrasse ist ja bereits ein Veloparking geplant?

Rund um den Bahnhof gibt es heute 2800 Veloabstellplätze. Diese sind laut Stadtrat stark ausgelastet und teils überbelegt. Weil der ÖV noch mehr ausgebaut und das Velo gefördert wird, und somit immer mehr Menschen mit dem Velo unterwegs sind, rechnet man bis im Jahr 2035 für das Gebiet Neustadt/Bahnhof Luzern mit einem Bedarf von rund 7000 Abstellplätzen.

Warum beteiligen sich die SBB nicht an den Kosten?

Zumindest im Moment muss die Stadt Luzern die Kosten übernehmen. Die SBB haben laut Stadtrat aber schriftlich bestätigt, dass der Zugang Zentralstrasse über das Gesamtprojekt Durchgangsbahnhof mitfinanziert werden könnte, sobald das Bundesparlament dem Ausbauschritt 2040 der Finanzierung und Ausbau der Bahninfrastruktur (FABI) zugestimmt hat.

Wann soll der Velotunnel als Parking mit der neuen Rampe in Betrieb gehen?

Sofern die Stimmberechtigten der Stadt Luzern am 20. Oktober Ja sagen, soll die erweiterte Anlage 2024 bereit sein.

Warum stimmen wir überhaupt über den Projektierungskredit ab, das Stadtparlament hat doch im letzten Februar dazu Ja gesagt?

Weil die SVP das Referendum ergriffen hat. Im Grossen Stadtrat wurde das Geschäft genehmigt – auch wenn die Linke nicht ganz glücklich darüber war, dass man im Velotunnel auch künftig nicht fahren darf, sondern das Velo schieben muss.

Wer empfiehlt ein Ja?

FDP, CVP, GLP, SP/Juso und Grüne/Junge Grüne stehen hinter der Vorlage. Ebenso Verbände wie Pro Velo, VCS, WWF, Umverkehr und Fussverkehr Schweiz. Sie sind der Meinung, dass sich die Investition trotz hoher Kosten lohne, weil die Rampe auch künftig genutzt werde. Zudem sei eine Kostenbeteiligung der SBB zu erwarten.

Wer empfiehlt ein Nein?

Natürlich die SVP sowie die Jungfreisinnigen. Hauptkritikpunkt: Die Kosten und dass der Velotunnel nur für ein paar Jahre so genutzt werden kann. Die SVP hatte im Frühling ebenfalls mit einem Referendum bereits gegen das Veloparking unter der Bahnhofstrasse gekämpft – vergeblich. Das Stimmvolk sagte mit 54,4 Prozent Ja dazu.

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