Kanton Luzern
«Es handelt sich um unsere Lebensader» – was Sie zur Abstimmung über den Ausbau durch die Lammschlucht wissen müssen

Die Luzernerinnen und Luzerner können am 7. März über ein wichtiges Infrastrukturprojekt für das Entlebuch abstimmen. Es geht um einen Kredit in der Höhe von rund 26,1 Millionen Franken.

Roseline Troxler
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Die Kantonsstrasse durch die Lammschlucht wurde 1916 gebaut und ist schon lange sanierungsbedürftig.

Die Kantonsstrasse durch die Lammschlucht wurde 1916 gebaut und ist schon lange sanierungsbedürftig.

Bild: PD

Am 7. März 2021 können die Luzernerinnen und Luzerner nicht nur über die Gründung einer AG für den Campus Horw abstimmen, sondern auch über ein Entlebucher Infrastrukturprojekt. Die Strasse zwischen Schüpfheim und Flühli durch die Lammschlucht soll ausgebaut werden. Kosten: 74 Millionen Franken. Der Ausbau der rund zwei Kilometer langen Strasse wird in drei Etappen aufgeteilt. Am 7. März befinden die Stimmbürger über die erste Etappe. Es geht um einen Kredit in der Höhe von knapp 26,1 Millionen Franken.

Das beinhaltet die erste Etappe des Ausbaus

Die erste Etappe betrifft eine Änderung der Kantonsstrasse K 36 im Abschnitt Chlusboden bis Under Lammberg. Es handelt sich um eine Strecke von rund 550 Meter. Die Strasse soll laut Abstimmungsbotschaft «grösstenteils entlang der bestehenden Linienführung ausgebaut» werden. Bei der Chlusbodenbrücke und beim Chlusstaldentunnel wird die Linienführung allerdings mit einer neuen Brücke begradigt, «sodass auch kein Tunnel mehr nötig ist».

Die bisherige Linienführung stammt von 1916, der letzte Ausbau datiert vom Jahr 1956. Wie es in der Abstimmungsbotschaft heisst, handelt es sich um ein «enges, kurvenreiches und stark steinschlaggefährdetes Strassenstück». Die Verkehrssicherheit werde mit dem Ausbau deutlich erhöht, die Erreichbarkeit von Flühli und Sörenberg verbessert und der Schutz vor Naturgefahren verstärkt. Auf dem Abschnitt kommt es fast jährlich zu Steinschlägen. Daniel Pfiffner ist Projektleiter bei der Dienststelle Verkehr und Infrastruktur. Er sagt: «Der letzte Steinschlag ereignete sich am 17. Dezember 2020.» Mit dem Ausbau sollen auch Unterhaltskosten reduziert werden. Diese betragen jährlich 60'000 Franken.

Das bedeutet der Ausbau für die Einwohner von Flühli

Die Regierung schreibt in der Abstimmungsbotschaft: «Die Kantonsstrasse ist für die Einwohnerinnen und Einwohner, die lokale Wirtschaft und den Tourismus von ausserordentlicher Bedeutung.» Die Strasse sei der einzige Zubringer zum Glaubenbielenpass, der das Waldemmetal mit Obwalden verbindet. Auch Gemeindepräsidentin Hella Schnider (CVP) aus Flühli betont die Bedeutung der Strasse:

«Es handelt sich um unsere Lebensader. Im Winter ist es gar unsere einzige Zufahrt.»

Der Tunnel sowie die Brücke seien in einem schlechten Zustand und für die heutigen Frequenzen nicht mehr ausreichend. «Wir brauchen für unsere Einwohner und die Touristen eine sichere und zuverlässige Zufahrt.»

Stimmen die Luzerner dem Kredit zu, soll dieses Jahr mit Vorarbeiten begonnen werden. Der 1. Abschnitt soll voraussichtlich 2025 fertiggestellt werden.

Deshalb wurde der Ausbau in Etappen aufgeteilt

Der Kanton Luzern hat 2017 und 2018 ein Gesamtprojekt für die Sanierung ausgearbeitet. Der Kantonsrat unterteilte es in drei Abschnitte. «Ziel der Aufteilung des Projektes in drei Abschnitte mit unterschiedlichem Realisierungszeitpunkt ist es, dadurch andere Strassenbauprojekte im Kanton nicht zu blockieren», heisst es in der Botschaft. Der zweite Abschnitt von Under Lammberg bis Under Tendli ist im Bauprogramm für die Kantonsstrassen der Jahre 2019 bis 2022 mit Kosten in der Höhe von 34 Millionen Franken enthalten. Darüber wird das Stimmvolk zu einem späteren Zeitpunkt abstimmen. Beim dritten Abschnitt von Under Tendli bis Hinder Lamm, ebenfalls Bestandteil des Bauprogramms 2019 bis 2022, wird mit Kosten von 13 Millionen Franken gerechnet. Da der Investitionsbetrag unter 25 Millionen Franken liegt, braucht es hierfür keine Volksabstimmung. Dass das Projekt etappiert wird, stört Gemeindepräsidentin Hella Schnider nicht. «Ich bin froh, dass das Projekt nun angegangen wird. Bei einer Bauzeit von ungefähr zehn Jahren macht eine Etappierung durchaus Sinn.» Laut Daniel Pfiffner sind verschiedene Überlegungen in die Planung der drei Abschnitte geflossen. «Unter anderem wird durch den Ausbau des ersten Abschnittes die Engstelle beim Chlusstaldentunnel beseitigt, was die Baulogistik für die folgenden Abschnitte ermöglicht.»

Bevor der Bau startet, muss die Umfahrungsstrasse instand gestellt werden. Denn die Kantonsstrasse muss für den Bau teils komplett gesperrt werden. Daniel Pfiffner rechnet mit einer viermonatigen Vollsperrung, aufgeteilt in Sperrungen von drei Monaten und einem Monat. Hella Schnider sagt zu den Einschränkungen: «Ohne Sperrung geht es nicht. Wir können nicht den Fünfer und das Weggli haben.» Laut Regierung soll Rücksicht auf den Wintertourismus genommen werden.

So beurteilen die Parteien das Infrastrukturprojekt

Die Regierung empfiehlt das Projekt zur Annahme. Der Kantonsrat begrüsste es im September 2020 ebenfalls einstimmig. Abgesehen von den Jungen Grünen, die sich auf Stimmfreigabe einigten, haben alle Parteien die Ja-Parole beschlossen. Hella Schnider ist zuversichtlich, dass die Stimmbürger den Bedarf der Sanierung sehen.

«Es ist schön, dass wir von den Parteien einen solch grossen Support erhalten.»
Die kurvenreiche und enge Kantonsstrasse im Abschnitt «Chlusboden».

Die kurvenreiche und enge Kantonsstrasse im Abschnitt «Chlusboden».

Bild: PD