Kommentar

Das neue Parkierungskonzept der Stadt Luzern ist trotz Gebührenerhöhung ein Kompromiss

Der Luzerner Stadtrat versucht, Anliegen aus mehreren politischen Lagern zu berücksichtigen – und verzichtet beispielsweise auf einen weiteren Parkplatzabbau.

Stefan Dähler
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Auf drei Franken pro Stunde werden die Parkgebühren in der Luzerner Innenstadt erhöht und die Parkdauer tagsüber auf eine Stunde beschränkt. Das ist für die Betroffenen unschön. Dennoch geht der Luzerner Stadtrat in seinem Parkierungskonzept weniger weit, als man es nach der Präsentation eines Fachberichts, der vor drei Jahren den Auftakt zur Erarbeitung des Konzepts markierte, vermuten konnte.

Damals war von einem weiteren Abbau von Parkplätzen die Rede, um den öffentlichen Raum aufzuwerten. Darauf will der Stadtrat aber vorerst verzichten. Stattdessen sollen die Parkplätze, die aufgrund der verschärften Bestimmungen für die Vergabe von Dauerparkkarten frei werden, dem lokalen Gewerbe zugutekommen, was die Bürgerlichen freuen dürfte – und auch Sinn macht. Dauerparkierer besetzen heute sehr viel Fläche, ohne dass eine Wertschöpfung entsteht. Die erwähnte Gebührenerhöhung soll eine Verlagerung in Parkhäuser bewirken, um damit die Aussenparkplätze weiter zu entlasten. Mit der Reduktion der Parkplatzzahl in Neubauten wird zudem eine linke Forderung erfüllt, die ebenfalls nachvollziehbar ist. So stehen in den Einstellhallen neuerer Überbauungen, etwa der Tribschenstadt, heute viele Parkplätze leer.

Insgesamt handelt sich beim neuen Parkierungskonzept nicht um einen grossen, spektakulären Wurf, sondern um einen Kompromiss. Die Frage ist nun, ob dieser bei der Beratung im September im weiter nach links gerutschten Grossen Stadtrat auch standhält.

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